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The Wallflowers - Exit wounds

The Wallflowers- Exit wounds

New West / PIAS / Rough Trade
VÖ: 09.07.2021

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Pflichtveranstaltung

Früher oder später muss man eben doch mal wieder ran – das ist im Musikbusiness letztendlich auch nicht anders als in der Nine-to-Five-Arbeitswelt. Im Falle von The Wallflowers rund um Mastermind Jakob Dylan liegt der Fokus allerdings klar auf dem "oder später". Nachdem bereits "Glad all over" stattliche sieben Jahre brauchte, ließ sich Dylan für die neue LP "Exit wounds" fast ein ganzes Jahrzehnt Zeit. Sicher, Eile ist bei seinem musikalischen Backkatalog schon längst nicht mehr die Devise – eine stattliche Solokarriere und mehr als genug gefeiertes Material zum sporadischen Touren mit wechselnden Bandkollegen sind ein mehr als solides Bett, auf dem man sich eben auch mal ausruhen kann. Bevor der Schlendrian aber vollends zuzuschlagen drohte, wollten es The Wallflowers dann offensichtlich doch nochmal wissen. Mit Zuarbeit von namhaften Klangtüftlern wie Butch Walker und Chris Dugan an den Reglern steht nun also mit "Exit wounds" ein Wiedersehen ins Haus.

Allerdings eines, das nicht gerade die pure Euphorie versprüht. "Maybe your heart's not in it no more" ist ein recht müder Opener, der sich durch ein paar knackige Gitarrenlicks groovt, die markante Stimme Jakob Dylans gekonnt in Szene zu setzen weiß, jedoch nicht so recht zu begeistern vermag. "It‘s gone quiet / it‘s gone cold" sinniert der 51-jährige zu Beginn – vielleicht ja eine kryptische Anspielung auf etwaige mangelnde Banddynamiken der vergangenen Jahre? Auch an anderen Stellen driftet "Exit wounds" trotz der musikalischen Klasse aller Beteiligten spürbar in Richtung eines gesättigten Spätwerks ab. "The dive bar in my heart" ist zwar flott, aber auch äußerst spannungsarm unterwegs – an eine verruchte Bar erinnert hier nur wenig. Ähnlich träge gibt sich das sehr ruhig gehaltene "Darlin' hold on". Auch lyrisch gibt es oftmals nicht allzu viele Blumentöpfe zu gewinnen. Oberflächlichkeiten wie "I wanna change horses / I don't wanna switch planes" im zahmen Heartland-Rocker "I hear the ocean when I wanna hear trains" wirken einfach nicht sonderlich inspiriert. Klar, das ist alles handwerklich gewohnt hübsch arrangiert und immer wieder mit liebevollen Details gespickt. Gestandene Musiker, eben. Nur bleiben die erwartbare Leidenschaft und ein wenig Feuer unter dem Allerwertesten zu oft auf der Strecke.

Ein Umstand, der für einen bittersüßen Beigeschmack auf "Exit wounds" sorgt – weil die Band eben auch einige Meisterstücke parat hält. Da wären beispielsweise der schöne, in sich ruhende Closer "The daylight between us" und die äußerst hübsche Vorab-Single "Roots and wings". Letztere empfängt ihre Hörerinnen und Hörer mit beschwingten Gitarrenläufen und erinnert im Anschluss mit klimpernden Klaviermelodien und einem beatlastigen Arrangement an einen nonchalant-lässigen Südstaaten-Roadmovie im Oldtimer-Cabrio. Americana-Kitsch? Klar. Aber eben auch verdammt cool vorgetragen. Musikalischer Höhepunkt ist jedoch das mitreißende "Move the river", dessen funkigen Gitarrenläufen, ausgeprägtem Spannungsbogen und händereckendem Refrain man sich nur äußerst schwer entziehen kann. "There's no way around it" proklamiert Dylan – und er hat Recht, denn einem Song solchen Kalibers aus seiner Feder kann man sich nach wie vor nur schwer entziehen. Selbiges Zitat trifft aber auch dann zu, wenn man festststellt: Hier wäre insgesamt deutlich mehr drin gewesen. Mehr Lebenszeichen als Ausrufezeichen.

(Hendrik Müller)

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Highlights

  • Roots and wings
  • Move the river
  • The daylight between us

Tracklist

  1. Maybe your heart's not in it no more
  2. Roots and wings
  3. I hear the ocean (when I wanna hear trains)
  4. The dive bar in my heart
  5. Darlin' hold on
  6. Move the river
  7. I'll let you down (but will not give you up)
  8. Wrong end of the spear
  9. Who's that man walking 'round my garden
  10. The daylight between us

Gesamtspielzeit: 39:52 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20640

Registriert seit 08.01.2012

2021-07-06 10:42:27 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20640

Registriert seit 08.01.2012

2021-06-16 18:25:07 Uhr - Newsbeitrag
THE WALLFLOWERS VERÖFFETLICHEN AM 9. JULI
"EXIT WOUNDS" VIA NEW WEST RECORDS

ERSTES ALBUM SEIT FAST EINEM JAHRZEHNT,
PRODUZIERT VON BUTCH WALKER UND
MIT SHELBY LYNNE ALS GAST

NACH "ROOTS AND WINGS" UND
"MAYBE YOUR HEART'S NOT IN IT NO MORE"
AB HEUTE DIE NEUE SINGLE
"WHO'S THAT MAN WALKING 'ROUND MY GARDEN"


Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20640

Registriert seit 08.01.2012

2021-05-19 19:12:46 Uhr - Newsbeitrag
THE WALLFLOWERS VERÖFFETLICHEN AM 9. JULI
"EXIT WOUNDS" VIA NEW WEST RECORDS

ERSTES ALBUM SEIT FAST EINEM JAHRZEHNT,
PRODUZIERT VON BUTCH WALKER UND
MIT SHELBY LYNNE ALS GAST

NACH "ROOTS AND WINGS" AB HEUTE
DIE NEUE SINGLE "MAYBE YOUR HEART'S NOT IN IT NO MORE"





"Maybe Your Heart's Not in It No More" ist ein stimmiger Midtempo-Country-Rocksong. geleitet von einem stetigen Backbeat, verziert mit ineinandergreifenden akustischen und elektrischen Gitarren. "It's gone quiet it's gone cold", singt Jakob Dylan, "Acting like someone's you don't know/Used to rumble used to roar/Whatever it's doing it didn't before/Maybe your heart's not in no more."

Dylan beschreibt “Maybe Your Heart’s Not In It No More” als “a conversation you could find yourself having with your muse — one where you’re asking if they’ve changed their mind or have you changed yours. Are you still in sync or have you lost touch? You’ll be needing one another — so checking on each other’s condition now and then is a good idea.”


The Wallflowers werden am 9. Juli "Exit Wounds" über New West Records veröffentlichen. Es ist ihr erstes Album seit fast einem Jahrzehnt und wurde von Butch Walker (Taylor Swift, Weezer) produziert. "Exit Wounds" wurde von Chris Dugan (Green Day) abgemischt und die Singer-Songwriterin Shelby Lynne ist an vier Songs beteiligt. Obwohl es fast ein Jahrzehnt her ist, dass wir etwas von der Gruppe gehört haben, mit der Jakob Dylan sich einen Namen gemacht hat, wusste er immer, dass er zu ihr zurückkehren würde. "The Wallflowers ist ein Großteil meines Lebenswerks", sagt er schlicht. Das mit Spannung erwartete Album enthält den unverkennbaren Sound der Band,

In den letzten 30 Jahren waren The Wallflowers eine der dynamischsten und zielstrebigsten Rockbands - eine Band, die sich einem Sound verschrieben hat, der zeitloses Songwriting und Songwriting mit modernen musikalischen Einflüssen verbindet.



Getreu seinem Titel ist "Exit Wounds" eine Ode an Menschen - individuell und kollektiv - die, gelinde gesagt, einiges durchgemacht haben. Jakob Dylan sagt: "Ich denke, dass jeder - egal auf welcher Seite des Ganges man steht - wo auch immer wir als Nächstes hingehen, wir nehmen alle eine Menge "Austrittswunden" mit. Niemand ist mehr derselbe wie vor vier Jahren. Das ist es, was "Exit Wounds" für mich bedeutet. Und das ist überhaupt nicht negativ gemeint. Es bedeutet nur, dass man, wohin man auch geht, selbst wenn es ein besserer Ort ist, Menschen und Dinge zurücklässt, und man denkt an diese Menschen und diese Dinge und trägt sie mit sich. Das sind deine Austrittswunden. Und im Moment schwimmen wir in ihnen." Dylan fährt fort: "Ich bin derselbe Songwriter, der ich immer war - ich habe nur auch in einer Zeit geschrieben, in der die Welt sich anfühlte, als würde sie auseinanderfallen. Das verändert die Art und Weise, wie man selbst die einfachsten Dinge angeht, weil man die ganze Zeit Panik im Kopf hat. Man hat Angst. Und man hat auch Hoffnung. Und das alles ist da drin."

Dylan hat sich wiederholt abseits seiner Band bewegt, zunächst mit zwei eher akustischen und rootsigen Soloalben, "Seeing Things" (2008) und "Women + Country" (2010). Zuletzt war er Executive Producer und Hauptdarsteller in dem gefeierten Dokumentarfilm "Echo in the Canyon" (2018). In dem Film arbeitete Dylan mit einer Vielzahl legendärer Künstler zusammen, von Neil Young und Brian Wilson bis hin zu Beck und Fiona Apple. "Echo in the Canyon" war auch der letzte Leinwandauftritt von Tom Petty. Die überwältigend erfolgreiche Single "One Headlight" von The Wallflowers wurde im vergangenen Jahr im Judd Apatows Film "The King of Staten Island" prominent in Szene gesetzt und ist nach wie vor ein großer Hit, der die Billboard-Charts der "Greatest of All Time Adult Alternative Songs" anführt.

THE WALLFLOWERS
"EXIT WOUNDS"
LABEL: NEW WEST RECORDS
VERTRIEB: PIAS/ROUGH TRADE
VÖ: 09.07.2021

nghtwng

Postings: 7

Registriert seit 06.06.2017

2021-04-12 22:04:55 Uhr
@Armin, der Song schreit - so meine ich - laut: "Fanservice". Eventuell wollte Jakob mal wieder mit den Jungs zusammen auf die Bühne und da das nicht geht, hat er halt das neue Album gemacht, mit dem was die Hörerschaft so fordern könnte?! "Glad All Over" hingegen war experimenteller orientiert.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20640

Registriert seit 08.01.2012

2021-04-12 19:50:35 Uhr
Der neue Song ist ganz nett - es ist schön, die Band mal wieder zu hören. Aber umgehauen fühle ich mich davon nicht.
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