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Maroon 5 - Jordi

Maroon 5- Jordi

Interscope / Universal
VÖ: 11.06.2021

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Dick im Geschäft

Ein neues Maroon-5-Album ist wie ein neuer Burger von McDonald's. In der Werbung sieht das Produkt durchaus ansprechend aus. Doch sobald man es in den Händen hält, stellt sich Ernüchterung ein. Immerhin macht die Matschpampe des Fastfood-Riesen halbwegs satt. Wobei sich die Frage stellt, warum auf dem Cover überhaupt noch "Maroon 5" steht. Auf "Jordi" ist nur selten eine Band zu hören. Stattdessen tröpfeln erschreckend gleichförmige Beats aus den Lautsprechern, während Adam Levine die nichtssagendsten Melodien seit der Stummfilmzeit zum Besten gibt. Wer oder was die Musik produziert, ist letzten Endes aber auch egal. Es geht bei Maroon 5 schon lange nicht mehr um Musik. Dass dieser Unsinn sich noch immer großer Beliebtheit erfreut, verrät viel über die Menschen da draußen.

Dass sich wieder einmal zahlreiche Gäste aus HipHop, Rock und Pop auf "Jordi" tummeln, gehört ebenfalls zum Geschäft. Bleibenden Eindruck hinterlässt jedoch keiner von ihnen. Megan Thee Stallions Strophe in "Beautiful mistakes" steht hierfür repräsentativ. So unmotiviert und gelangweilt klingt sie sonst wahrscheinlich nur beim Telefonat mit ihrem Steuerberater. Was genau Stevie Nicks auf "Remedy" zu suchen hat, bleibt wohl das Geheimnis ihres Managers. Vielleicht hatte sie gerade nichts Besseres zu tun. Ihr Beitrag ist mit "unscheinbar" noch wohlwollend umschrieben. Selbst Juice WRLD schaut aus dem Jenseits vorbei, kann "Can't leave you alone" jedoch auch nicht aus der erdrückenden Mittelmäßigkeit retten.

Was auffällt, ist, dass viele Songs sehr kurz sind. Ob das mit der niedrigen Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppe oder der generellen Ideenarmut der Künstler zu tun hat, darf jeder selbst entscheiden. Andererseits ist das Elend dann wenigstens schnell vorbei. Wobei es selbst nach mehrfachem Hören schwerfällt, die Songs überhaupt voneinander zu unterscheiden. Kompetent produziert ist das alles durchaus, stellenweise lassen kleine, aber feine Ideen sogar aufhorchen. Doch was nutzen fähige Menschen hinter den Reglern, wenn der Protagonist seine Seele an den Teufel verkauft hat?

Adam Levine hat immer noch eine grauenhafte Stimme. Zu sagen hat er auch nichts. Die Dreistigkeit, mit der Ideen recycled werden, verdient fast schon Respekt. Besonders auffällig ist dies beim Hit "Memories". Die vier Akkorde der Apokalypse sind wieder da. Und Levine besingt sie mit einer Gleichgültigkeit, die betroffen macht. Trotzdem – oder gerade deswegen – hat der Song über eine Milliarde Aufrufe bei Spotify. Erlaubt, ist was gefällt. Vielleicht wird der Rezensent auch einfach nur alt und verbittert. Aber war Popmusik nicht schon mal aufregender? Die Antwort ist eine weitere Frage: Waren Burger bei McDonald's jemals gut?

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • -

Tracklist

  1. Beautiful (feat. Megan Thee Stallion)
  2. Lost
  3. Echo (feat. Blackbear)
  4. Lovesick
  5. Remedy (feat. Stevie Nicks)
  6. Seasons
  7. One light (feat. Bantu)
  8. Convince me otherwise (feat. H.E.R.)
  9. Nobody's love
  10. Can't leave you alone (feat. Juice WRLD)
  11. Memories
  12. Memories remix (feat. Nipsey Hussle & YG)

Gesamtspielzeit: 37:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

nghtwng

Postings: 8

Registriert seit 06.06.2017

2021-07-08 21:21:45 Uhr
"Nobody's love" und das ausgenudelte "Memories" wären aber trotzdem hervorzuheben... ansonsten müssen Levine und die Jungs (halt) auch ihre Brötchen verdienen!

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 2601

Registriert seit 12.12.2013

2021-06-28 21:37:18 Uhr
In der Tat. Da haben Rezensent und Redaktion stabil, versagt.

:D

Deaf

Postings: 1220

Registriert seit 14.06.2013

2021-06-28 11:56:59 Uhr
Erlaubt, ist was gefällt.

Spezielle Kommasetzung in der Rezi. ;-)

Die Hafen-Trulla

Postings: 190

Registriert seit 17.03.2021

2021-06-27 23:46:57 Uhr
Super rezension!

Klasse gemacht, Christoph !

Kamm

Postings: 300

Registriert seit 17.06.2013

2021-06-27 19:29:13 Uhr
Ein beleidigender Vergleich, den der Big Tasty Bacon nicht verdient hat.
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