Eagle Eye Cherry - Sub rosa

Eagle Eye Cherry- Sub rosa

Polydor / Universal
VÖ: 06.10.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Lilablaßblau

Wehe dem Musiker, den zu seligen Jürgen von der Lippe-Zeiten ein Anruf der "Geld oder Liebe"-Redaktion ereilte. Denn trotz faktenreicher Hommage des Showmasters im Hawaiihemd war den ihm auftretenden Künstlern nach dem Auftritt meist nur der traurige Status eines One-Hit-Wonders vergönnt. Natalia Imbruglias "Torn" ist der klassische Fall der berühmten Kategorie "Geld oder Liebe-Hit". Und auch Eagle Eye Cherry wird vielleicht mit seinem Song bei Jürgen von der Lippe aufgetreten sein. Das Damoklesschwert des einmaligen Hitwunders baumelt bedrohlich über dem Lockenkopf. Weil sowas Angst macht, wollen Eagle Eye Cherry seit "Save tonight'" so recht keine Hits mehr gelingen. Oder er will einfach keine mehr schreiben.

Auf "Sub rosa" macht er eigentlich vieles richtig. Leicht konsumierbar verteilt sich dort ein ganzes Spektrum an Songvariationen über gut 50 Minuten Musik. Vom obligatorischen Opener "This paralysis" über den bluesigen Knarzhit "Skull tattoo" als erste Single bis hin zur Ballade "Don't give up" ist hier zunächst einmal alles zu finden. Das Adlerauge variiert wachsam sein Singorgan, Abwechslung wird geboten. Die Songs sind leicht und glatt produziert, so glatt, daß Eagle Eye ein ums andere Mal darauf ausrutscht. "Crashing down", "How come" oder "It's up to you": Herr Cherry versucht sich scheinbar immer wieder in neuen Varianten an der Kopie eines Superhits. Und schon ist man selber der, der dem Damoklesschwert den letzten Ruck geben möchte.

Wenn man ihn nach seinen Idolen fragt, dann solle man nach Tom Petty und Neil Young fragen, sagte Eagle Eye Cherry mal. Von derlei musikalischen Höhen ist der Musiker jedoch noch weit entfernt. Rock findet man auf "Sub rosa" selten. Konsumerables Liedgut jedoch zuhauf. Man kann also dem dritten prominenten Mitglied des Cherry-Clans - Vater Don trompetete einst Free-Jazz und Schwester Neneh Cherry macht ebenfalls in Sachen Popmusik - nur kleine Vorwürfe machen. Das einstige Leben "on the road" mit Vater und Schwester hat ihn geprägt. Melodiereich taumelt das Album durch die Songs. Und dennoch bleibt bei jedem der einzelnen Titel das Gefühl, daß die Programmdirektoren von WDR 2 oder eben "Geld oder Liebe" ihre helle Freude dran hätten. Und das ist leider nicht immer eine Auszeichnung.

(Sebastian Peters)

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Highlights

  • This paralysis

Tracklist

  1. This paralysis
  2. Skull tattoo
  3. The strange
  4. Up to you
  5. Don't give up
  6. How come
  7. Feels so right
  8. Crashing down
  9. Twisted games
  10. The food song
  11. If it can't be found
  12. If you don't know by now

Gesamtspielzeit: 50:29 min.

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