Alfie - Do you imagine things?

Alfie- Do you imagine things?

Regal / Labels / EMI
VÖ: 15.09.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Stell Dir mal vor

Nichts richtig können und trotzdem alles anpacken. Einfach mal machen. Wird schon schief gehen. Es gibt ja solche Bands, die Leben nur von ihrer ausgeprägten Fantasie und einer ziemlich gut sortierten Sammlung an Brian-Wilson-Platten. Eklektiker nennt man sie gerne, scham- und planlose Einbrecher in die Back-Kataloge der Helden längst vergangener Tage. Und man tut ihnen ein bißchen unrecht damit. Wer nämlich so hoffnungslos verpeilte Pop-Platten wie Alfie macht, der sollte selbst die Bank von England ungestraft ausrauben dürfen. Wenn er nachher einen schönen Song drüber schreibt.

Natürlich ist das alles schon längst nichts neues mehr. Die trippelnden Ali-Shuffle-Gitarren, der pastorale Männergesangsverein und all die vielen Blasinstrumente - man kennt das seit vierzig Jahren oder wenigstens von der letzten Alfie-Platte "A word in your ear". Wo diese aber noch stets bemüht war, den ohrwurmenden Popsong nicht aus den Augen zu verlieren, läßt "Do you imagine things?" auch schon mal die Zügel schleifen. Legt die Füße hoch und hört seinen Trompeten beim alleine spielen zu. Und hat mindestens so viele quergedachte Ideen wie geradewegs herausposaunte Melodien in petto. Ganz schön was los auf dieser Platte.

Dabei hätten Alfie es ausgerechnet zum Auftakt mit ihrer luftigen Single "People" fast geschafft, einen richtigen Popsong - so ganz ohne Schnickschnack - zu schreiben. Leichtfüßig galoppiert die Gitarre vor Frontmann Lee Gordons seelsorgender Stimme her, bis am Ende doch wieder die Bläser reinschneien. So ganz ohne drunter und drüber kann man halt doch nicht. Und muß auch nicht. "No need" kriegt nach einem sturztrunkenen Intro noch die Kurve zur Hymne im kleinen Kreis. "Mollusc" heißt einen brumbärigen "Bababa"-Chor mit Banjos und Orgeln willkommen, und das siebenminütige "Slowly" schenkt ein dickes Metal-Riff in Zeitlupe ein. Planlosigkeit als einziger Plan. Geht nicht gibt's nicht. Was für eine fabelhaft verstrahlte Band.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • People
  • No need
  • The indoor league

Tracklist

  1. People
  2. Stuntman
  3. Winding roads
  4. No need
  5. Mollusc
  6. Protracted
  7. Slowly
  8. Isobel
  9. The indoor league
  10. Chop chop
  11. Hey mole

Gesamtspielzeit: 53:22 min.

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