Banner, 120 x 600, mit Claim

Maeckes - Pool

Maeckes- Pool

Vertigo / Universal
VÖ: 11.06.2021

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Heute schon an morgen denken

Maeckes kann Promophase. Er ist zwar nicht durch jedes verfügbare Format gestolpert in den letzten Monaten, hat es aber trotzdem geschafft, dass man ihn permanent wahrnimmt. Ein kurze Performance bei 16BARS, Podcast-Besuch bei Mauli und Staiger, Auftritt bei den Circle Sessions. Auf YouTube startete er bereits im letzten Jahr die Reihe "Maeckes Exclusive", und seit Ausgabe #5 wurden dort per kurzem Rap die Singleauskopplungen angeteasert. Was der Stuttgarter alleine bei diesem Format abliefert, würde anderen für ein ganzes Album reichen. Mit "Pool" schließt Maeckes nach "Kids" und "Tilt" seine Solo-Trilogie ab, und das Phrasenschwein jubelt, denn das Beste kommt immer zum Schluss. Wenn die Orsons Deutschraps einzig wahre Boygroup sind, dann ist Maeckes wohl Justin Timberlake. Lässig tänzelt er im pastellfarbenen Anzug durch die Gänge, mal zupft er die Gitarre, mal singt er voller Hingabe oder dreht eine Pirouette durch den zähflüssigen Brei aus deutschsprachiger Verkopftheit. Ist es das unverstellte Werk, das uns nun endlich den wahren Markus Winter zeigt? Eher nicht. Hinter jeder tiefsinnigen Line lauert ein Augenzwinkern, den jugendlichen Schalk hat Maeckes nicht abgelegt, ohne dabei infantil zu wirken. Und wem von ihm bisher die echten Hits fehlten, diesmal gibt's fette Beute.

Die Liebe spielt auf "Pool" eine tragende Rolle, die schnelle unverbindliche Version davon in "Stoik & Grandezza" oder die unerfüllte in "Wie es die Maschinen tun". Beide Tracks sind großartig und dabei völlig unterschiedlich. Der eine ist ein tanzbarer Frühsommerhit, der andere klingt wie eine durchgeknallte Hommage an Falco und andere Vertreter des Austro-Pop, die den Sohn österreichischer Eltern durch die Kindheit begleitet haben. "Swimmingpoolaugen" kann man sowohl als kitschig-schönes Liebeslied als auch clevere Zeitgeist-Kritik hören, "Calippo Vivaldi" bringt Klimawandel und Romanze unter einen Hut. "1234" wurde als erste Single bereits im Februar veröffentlicht und führt die Anhänger*innen der einfachen Wahrheiten am Nasenring durch die Manege. Ihr wollt's einfach? Zur Flüchtlingsthematik gibt es doch auch eine recht simple Lösung: "Herrscht dort Krieg, ist die Heimat halt hier." Vielleicht wird es ja doch nicht immer schwieriger für Satiriker. Auf das fiebrig-punkige "Zu sensibel" inklusive Nirvana-Sample im Refrain folgen das düstere "Am Pool" und "Pik". Beide belegen, dass Maeckes auch noch den echten HipHop bestens beherrscht.

Für das Video zur Single "Emilia" hat sich Maeckes die güldenen Locken wegrasiert, und eine graue Stelle blitzt seitdem über der Stirn. Der Mann wird also tatsächlich reifer und nächstes Jahr bereits 40. Mit dem Älterwerden ist das ja so eine Sache im Deutschrap, und der ewige Jugendliche will Maeckes nicht bleiben. "Kann ja nicht jeder Trettmann sein", sagt er dazu selbst in "Maeckes Exklusive #9". Bei den Orsons ist natürlich noch lange nicht die Rente in Sicht, aber wenn es so weit ist, kann er sich einfach die Gitarre greifen und Singer/Songwriter werden oder eine Punkband gründen oder auf die Producer-Seite wechseln. Mitproduziert hat er "Pool" nämlich auch noch. Maeckes kann Altersvorsorge.

(Andreas Rodach)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Stoik & Grandezza
  • 1234
  • Wie es die Maschinen tun
  • Calippo Vivaldi

Tracklist

  1. Mauern
  2. Stoik & Grandezza
  3. 1234
  4. Emilia
  5. Wie es die Maschinen tun
  6. Swimmingpoolaugen
  7. Zu sensibel
  8. Am Pool
  9. Pik
  10. 世 の終わり
  11. Calippo vivaldi

Gesamtspielzeit: 33:25 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

All Crips are Bloods

Postings: 170

Registriert seit 05.06.2020

2021-06-17 11:33:34 Uhr
Ich lag falsch. Als Fan von Maeckes Frühphase hat mich der Sound von Songs wie "Emily" oder "Calippo Vivaldi" erst mal abgeschreckt. Für mich aber ein ziemlicher grower. Ich hoffe Maeckes veröffentlicht noch die Eurodance-Version von "Mauern" die im Skit ziemlich zum Ende hin angeteasert wird^^

Highlights: "Mauern", "Wie es die Maschinen tun" und "Pik".

Album der Woche und 8/10 geht klar.

keenan

Postings: 3564

Registriert seit 14.06.2013

2021-06-16 11:14:35 Uhr
frage mich immer noch, wie man sich nach einer fast food kette benennen kann...?

Pascal

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 633

Registriert seit 13.02.2013

2021-06-15 12:10:04 Uhr
Auch aus meiner Sicht ist die 8/10 mehr als berechtigt. Großartiges Album. Erfrischend nicht so wie das langweilige Album von Fatoni und Edgar Wasser. "Pik" ist ein krasser Hit!

Vraet

Postings: 20

Registriert seit 22.03.2021

2021-06-13 17:33:12 Uhr
Knaller! WIrklich einfach ein tolles Album! Bin ganz hin und weg.

S.v.K.

Postings: 179

Registriert seit 13.06.2013

2021-06-11 15:31:56 Uhr
8/10 kommt schon hin. Sehr gutes Album.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify