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Monster Magnet - A better dystopia

Monster Magnet- A better dystopia

Napalm / Universal
VÖ: 21.05.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Griff in die Schatztruhe

Wenn eine Band ausschließlich zu fremdem Material greift, drängt sich rasch der Verdacht auf, dass es um die eigene Kreativität nicht mehr allzu gut bestellt ist. Haben also auch Monster Magnet diesen Punkt erreicht? Immerhin finden sich auf "A better dystopia" ausschließlich Songs anderer Künstler, satte 14 an der Zahl. Allerdings: Die Herrschaften um Frontmann Dave Wyndorf setzen nicht auf Altbekanntes, sondern erweisen sich als wahre Schatzsucher. Mit hörbarer Freude erwecken sie Titel zu neuem Leben, die von Bands stammen, die dem durchschnittlichen Musikbegeisterten nur im Ausnahmefall geläufig sind. Nicht nur davon profitiert das gelungene Projekt.

Untermalt von einer dezent eingesetzten Gitarre gibt es zum Auftakt erst einmal eine Ansprache von Dave Davison, der in den Sechzigern und Siebzigern eine Radioshow moderierte und sich in "The diamond mine" genüsslich in den Wahnsinn redet. Nach dieser intensiven Aufwärmübung kann die wilde Fahrt durch die Musikgeschichte losgehen. "Born to go", im Original von Hawkind, zeigt direkt in ganzer Pracht, was den Hörer hier im Folgenden erwartet: Wyndorf und Kollegen entkleiden die Vorbilder, werfen ihnen das Monster-Magnet-Gewand über und präsentieren nach dieser Methode ihre größten Einflüsse. Dabei zollen sie gleichermaßen den ursprünglichen Songs Tribut und setzen auf ihre eigenen Stärken. Hawkind, von Monster Magnet zuvor bereits mehrfach gecovert, gehören übrigens noch zu den bekannteren Künstlern auf diesem Album. Denn, mal ehrlich: Wer kennt Poobah, Josefus oder Dust? Die US-Amerikaner sind derweil nicht nur im musealen Teil der Rockgeschichte unterwegs: "Motorcycle (straight to hell)" von Table Scraps stammt aus dem Jahr 2015.

Wyndorf und seine Mitstreiter spielen sich auf "A better dystopia" in einen wahren Rausch. Sie geben sich dabei wilden Momenten hin, lassen psychedelische Ausflüge zu und betonen bei ihrer liebevollen Schatzsuche auch immer mal wieder einzelne Elemente mit besonderer Freude am Detail. Dabei überzeugt ein betont sperriger Titel wie "Epitaph for a head" von J.D. Blackfoot mit seinen Momenten der Raserei und des Irrsinns ebenso wie das eher geradlinige "When the wolf sits", im Original von Jerusalem. Und auch Wyndorf selbst gibt sich wandlungsfähig: Hält er sich bei "Death" von The Pretty Things angemessen zurück, mutet er kurz danach in "It's trash" seinen über sechs Jahrzehnte alten Stimmbändern wieder die ganze Bandbreite zu.

Ein Cover-Album als Jungbrunnen? Monster Magnet klingen auf "A better dystopia" in jedem Fall quicklebendig. In einem Alter, in dem andere in Rente gehen, röhrt Dave Wyndorf wie in besten Zeiten durch allerlei Songs, die im neuen Gewand eine famose Frische ausstrahlen. Bündelt die Formation auf ihrem nächsten Studioalbum die überzeugend dargebotenen Qualitäten, dürfen sich Fans auf alle Fälle noch einmal auf ein überraschendes Spätwerk freuen. Bis dahin kann man sich die Zeit ganz gut damit vertreiben, neben den Neuinterpretationen auch die Originalsongs, die hinter "A better dystopia" stecken, aufzuspüren. Eine Schatzsuche für alle.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Born to go
  • When the wolf sits
  • Learning to die

Tracklist

  1. The diamond mine
  2. Born to go
  3. Epitaph for a head
  4. Solid gold hell
  5. Be forewarned
  6. Mr. Destroyer
  7. When the wolf sits
  8. Death
  9. Situation
  10. It's thrash
  11. Motorcycle (straight to hell)
  12. Learning to die
  13. Welcome to the void

Gesamtspielzeit: 48:01 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

fuzzmyass

Postings: 5551

Registriert seit 21.08.2019

2021-06-03 03:10:05 Uhr
Sehe ich anders, die letzten Alben waren alle sehr stark, A Better Dystopia reiht sich da ganz gut ein... 7/10 passt absolut...

Sloppy-Ray Hasselhoff

Postings: 112

Registriert seit 02.12.2019

2021-06-02 23:22:14 Uhr
Seit Wyndorf kein Koks mehr zieht, ist die Luft bei MM raus. Sad but true. Einige gute Momente wie "When the hammer comes down", in denen sie sich selbst an das erinnern, was einmal war.

7/10 ... Puh. Echt jetzt? "A better Dystopia" ist leider sehr enttäuschend.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20307

Registriert seit 08.01.2012

2021-06-02 21:28:12 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

fuzzmyass

Postings: 5551

Registriert seit 21.08.2019

2021-05-11 23:24:05 Uhr
Ja, da freue ich mich auch schon sehr drauf... die letzten paar Alben waren ziemlich gut und unterbewertet... das bier wird sicher auch sehr gut, da bin ich sicher

doept

Postings: 512

Registriert seit 09.12.2018

2021-05-11 22:28:56 Uhr
So, jetzt muss ich noch Pressesprecher für den lieben Dave Wyndorf machen, nachdem hier ja nichts dazu auftaucht (und es bisher auch an mir vorbei ging):

Neues Album "A better Dystopia" am 21. Mai.

13 Cover-Songs von obskuren Songs der 60er-/70er im Monster Magnet-Stil.

Hört sich ziemlich gut an!
https://www.youtube.com/watch?v=GYv5vNdkcWQ
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