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Living Colour - Collideoscope

Living Colour- Collideoscope

Sanctuary / Zomba
VÖ: 22.09.2003

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der Lack ist ab

Einen passenderen Song als AC/DCs "Back in black" hätten sich Living Colour für ihre Rückkehr nicht zum Verhunzen aussuchen können: Alle Farbe ist weg, und zurück bleibt betrübliche Dunkelheit. Dabei waren die Aussichten doch gar nicht so düster und die Vorfreude mancherseits groß. Allerdings verkommt Corey Glover ehemals charismatische Vokalakrobatik zum Geheule, das an liebeskranke Kojoten denken läßt, während Gitarrist Vernon Reid sein Können an den sechs Saiten äußerst geschickt hinter atonalem Krach versteckt. Und auch der Motor der Band, die für ihren infektiösen Groove gerühmte Rhythmus-Sektion bestehend aus Doug Wimbish und Will Calhoun, hat an Drehzahl verloren und läßt "Collideoscope" sachte aber sicher nach einer Stunde Fahrzeit an die Wand fahren.

Noch dazu sind die vereinzelt hervorblinzelnden guten Songideen unter der schieren Übermacht an halbgaren, langweiligen und lendenlahmen Tönen, die da aus den Boxen quillen, nur mühsam auszumachen. Erschwert wird die Suche nach der Nadel im Heuhaufen durch den mit Proberaum-Charme "glänzenden" Sound, der in Sachen Dumpfheit seines Gleichen noch lange suchen muß: Eine funkigen Groove untermauernde trockene Produktion in allen Ehren, aber ein derart bröckeliger Drumsound und auf schlechtes Deathmetal-Niveau heruntergestimmte Gitarren regen kaum zum Zappeln an. Besonders nerv- wie ohrentötend wirkt sich dieser Umstand bei den gelegentlich eingestreuten gnadenlosen Lärmattacken aus. Bring the noise? Lieber nicht.

Schade eigentlich, wenn sich eine lebende Legende so derart formschwach wieder ans Licht zu stehen versucht. Bleibt nur die Hoffnung das die New Yorker Kultband um Mastermind Vernon Reid, den Mitiniziator der "Black Rock Coalition", zumindest in livehaftiger Form an ihre Meilensteine "Vivid" und "Stain" erinnern kann. Einen Klassiker wie "Cult Of personality" hat schließlich nicht jede Kapelle in ihrer Setlist. Flachwind wie "Nightmare city" oder, ähem, "Great expectations" allerdings auch nicht.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • Operation mind control

Tracklist

  1. Song without sin
  2. A? of when
  3. Operation mind control
  4. Flying
  5. In your name
  6. Back in black
  7. Nightmare city
  8. Lost halo
  9. Holy roller
  10. Great expectations
  11. Choices mash up/Happy shopper
  12. Pocket of tears
  13. Sacred ground
  14. Tomorrow never knows
  15. Nova

Gesamtspielzeit: 60:39 min.

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