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Portico Quartet - Terrain

Portico Quartet- Terrain

Gondwana / Groove Attack
VÖ: 28.05.2021

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Schwerelos

Musik entführt in ihren besten Momenten in andere Sphären. Wenn Bands oder Einzelinterpreten ihr Können in bleibende Momente gießen und ein Konzentrat ihrer Qualitäten auf einem Album verewigen, das lange nachklingt. Die britische Formation Portico Quartet hat das mit ihrem neuen Werk geschafft: "Terrain" fügt all das, was Duncan Bellamy und Jack Wyllie, gemeinsames Herzstück des Projekts, bis dato erschaffen haben, zu einem großen Ganzen zusammen.

Mit "Terrain I", einem 19-minütigen Klangteppich, der kaum zu greifen, geschweige denn zu begreifen ist, wählen sie einen hypnotischen Einstieg. Das Hang, jenes für dieses Quartett so charakteristische Instrument, gibt das Motiv vor, von dem aus sich alles Folgende entwickelt. Elektronische Klänge schleichen sich ein, ein Saxofon bahnt sich selbstbewusst den Weg, derweil Duncan Bellamy mit bemerkenswerter Konsequenz nur ganz minimalistisch am Becken anklopft. Ist das nun Jazz? Ambient? Freestyle? Es ist auf jeden Fall ein Kunstwerk, das die Briten gemeinsam mit Francesca Ter-Berg, Simmy Singh und Pete Bennie weben. Ein Kunstwerk, das tief in den Gehörgang eindringt und die Gedanken schweben lässt. Zwischendrin wälzen Tieftöne den Magen um, ohne unangenehm zu sein. Wohlig ist das alles, gleichermaßen eindringlich wie spannend und das übliche Hörverständnis herausfordernd.

In "Terrain II" wiederholt sich die Idee des Auftakts, wieder markiert eine simple, aber feine Klangfolge den Beginn, diesmal auf dem Piano intoniert. Und wieder werden Schritt für Schritt Elemente hinzuaddiert. Meldet sich das Saxofon zu Wort, bekommt auch das Schlagzeug mehr Präsenz. Streicher verdichten die Atmosphäre und sorgen endgültig dafür, dass sich alles im Fluss befindet. Das Finale schließlich bildet "Terrain III", das die Idee eines Rhythmus-Motivs zum Einstieg erneut aufgreift. Der Song wagt sich später etwas weiter vor in Richtung Wildheit, zelebriert die Improvisationskunst des Jazz, ohne den roten Faden des Albums zu verlassen.

Portico Quartet laden auf "Terrain" zu einer betörenden Reise ein, die jeder auf die eigene Weise bestreiten darf. Flucht aus dem Alltag? Innere Einkehr, ohne konkreten Gedanken nachzugehen? Egal ob beim Spaziergang, auf der Couch, mit Blick aufs Wasser oder in die weite Ferne: Das Album funktioniert als atemberaubender Trip genau dorthin, wohin man sich selbst eben treiben lassen möchte. Die Schwerelosigkeit, die verträumte Leichtigkeit und die nur gelegentlich eingestreuten Momente der Dissonanz und Reibung vermengen sich zu einem einzigartigen Klangspektakel – Bewusstseinserweiterung inklusive, ganz ohne Zusatzstoffe. Auf der Reise durch ihr Paralleluniversum sind Portico Quartet auf jeden Fall ein großes Stück vorangekommen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

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Tracklist

  1. Terrain I
  2. Terrain II
  3. Terrain III

Gesamtspielzeit: 38:47 min.

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User Beitrag

Gomes21

Postings: 3495

Registriert seit 20.06.2013

2021-05-19 22:34:21 Uhr
Ah Portico, da bin ich fanboy! Warte noch auf das Album...

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20327

Registriert seit 08.01.2012

2021-05-19 21:29:36 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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