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Current Joys - Voyager

Current Joys- Voyager

Secretly Canadian / Cargo
VÖ: 14.05.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Klagelied

Seit 2011 veröffentlicht Nick Rattigan jetzt Musik. In verschieden Projekten hat der 28-Jährige elf Veröffentlichungen an den Start gebracht. Umtriebig ist er, das trifft es wohl, bedenkt man, dass er neben seiner Leidenschaft für die Musik noch ein großer Filmliebhaber ist, früher als Produktionsassistent unterwegs war und heute selber Musikvideos produziert. Immer mal wieder benennt er auch seine Stücke nach Werken bekannter Filmemacher wie John Hughes, seinerzeit verantwortlich für "The breakfast club". Auf dem neuen Album nun finden sich gleich zwei Titel von Lars von Trier wieder, "Dancer in the dark" und "Breaking the waves". "Dancer in the dark" ist auch das erste Stück der 16 Songs schweren und fast eine Stunde langen neuen Platte von Current Joys, wie er sich in diesem, seinem Hauptprojekt, nennt.

In der Vergangenheit griff der in Reno, Nevada geborene Amerikaner häufiger auf Lo-Fi-Produktionen mit den entsprechenden Stilmitteln zurück. Bei "Voyager" ist das etwas anders, das wird bereits beim ersten Song deutlich. Um einen simplen Drumbeat garnen sich mal Klavier und mal eine Gitarre. Einsetzende Streicher dramatisieren das Stück gegen Ende und lassen es voluminös und bedeutungsvoll wirken. Die Streicher begleiten auch im weiteren Verlauf der Platte die Stücke und werden zum wichtigen Merkmal, das teilweise einen Charakater eines orchestralen Soundtracks schafft. "I miss you like american honey", gesteht Rattigan in "American honey". Generell klagt er viel in seinen Songs, was auch an seiner Stimme liegt, die mal mal leise und zittrig Verzweiflung versprüht und mal laut ist und noch immer voller wehklagender Verzweiflung, wie in "Naked". Er singt in seinen Songs von der verlorenen Liebe und bröckelnder psychischer Gesundheit. Er beobachtet dabei Szenarien und ist manchmal Teil der Szenerie.

Rattigan hat 16 äußerst intime und intensive Stücke für sein neues Album aufgenommen und ausgewählt, die teils treiben und teils angenehm entschleunigend wirken. Diese Platte zählt zu den Alben, bei denen die Begeisterung von Mal zu Mal des Zuhörens steigt. Rattigan lässt sich auf diesem Werk leiden und vermittelt Sehnsucht und Schmerz absolut glaubhaft. Die Streicher und der eher weniger komplexe Einsatz von Schlagzeug, Bass, Klavier und Gitarre werden geschickt eingesetzt, um dem Ganzen den dramatischen Nachdruck zu verleihen. Er sucht auf diesem Album nach irgendwas, eher nach irgendwem. "I know it's hard to understand but it's true / I'm a voyager in this land looking for you." So fasst der letzte Satz des letzten, vom Klavier begleiteten Song "Voyager Pt. 2" alles auf diesem Werk so passend zusammen.

(Paul Milde)

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Highlights

  • Dancer in the dark
  • American honey
  • Breaking the waves
  • Something real
  • Money making machine

Tracklist

  1. Dancer in the dark
  2. American honey
  3. Naked
  4. Altered states
  5. Breaking the waves
  6. Big star
  7. Amateur
  8. Rebecca
  9. Shivers
  10. Something real
  11. Money making machine
  12. Voyager pt. 1
  13. Calypso
  14. The spirit or the curse
  15. Vagabond
  16. Voyager pt. 2

Gesamtspielzeit: 53:52 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

musie

Postings: 3066

Registriert seit 14.06.2013

2021-05-26 07:53:17 Uhr
Ja, klasse Album. Auch wenn mich kein Song so umhaut wie Kids vom letzten.

Sloppy-Ray Hasselhoff

Postings: 112

Registriert seit 02.12.2019

2021-05-26 02:59:21 Uhr
"Er sucht auf diesem Album nach irgendwas, eher nach irgendwem."

Das wär für mich der Kernsatz.

Da musste mal eben jemand alle Schleusen öffnen und sich etwas ausbluten. Stimmlich hab ich da auch mal Scott Hutchison gehört. Das Ganze ist etwas limitiert nach oben, fällt aber nach unten nicht ab. Klasse Album. Baby Melancholie.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20307

Registriert seit 08.01.2012

2021-05-19 21:27:33 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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