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Damien Jurado - The monster who hated Pennsylvania

Damien Jurado- The monster who hated Pennsylvania

Maraqopa / H'Art
VÖ: 14.05.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Tausch Dich aus

Dreifach verglaste Scheiben. Eskorte 24/7. Detektive rund ums Haus. Kostenpflichtiger Antivirenschutz. Es soll ja keiner behaupten, wir bei Plattentests.de nehmen das Wohlergehen unserer Mitarbeiter nicht ernst. Denn wenn Damien Jurado auf seinem 16. Album "The monster who hated Pennsylvania" einen Song "Jennifer" nennt, ist Gefahr im Anzug. Oder mindestens mal im Hemd. Schließlich tauschte der US-Amerikaner auf der Promo-Tracklist des Vorgängers "What's new, tomboy?" die sehr verehrte "Josephine" durch die suspekte "Frankie" ganz knapp vor Release noch aus. Bis heute ist nicht klar, was mit erstgenannter Dame geschehen ist. Aber wenn Jurado nun im Song "Jennifer" singt "I knew myself once but not anymore", sorgen wir bei Kollegin Depner besser für Sicherheit. Immerhin hatte sie die thematisierte Platte auch noch rezensiert. Da kann er sich anderweitig noch so vorhersehbar geben, der Damien.

Denn machen wir uns nix vor: "The monster who hated Pennsylvania" ist die logische Fortsetzung der letzten Platten – alles so weit erwartbar. In dieser knappen halben Stunde singt und flüstert Jurado zu einer einsamen Gitarre, erzählt von Menschen, die sein Tagebuch bevölkern, nimmt ihre Sicht ein. "Laughter a currency we could never afford." Schon der Opener "Helena" gibt erneut einen gedämpften Ton vor, der traurig resignierende, vom Lover zur anonymen Bekanntschaft gewordene "Male customer #1" schließt den Kreis: "The loneliest place I've ever been is in your arms / The thrill of romance is gone." "Tom" fühlt sich derweil wie ein verlorener Klassiker, so seltsam bekannt kommt einem die wundervolle Melodie vor, die sich Jurado zusammenbrummelt. Es ist einer der wenigen Momente, in denen eine handfeste Rhythmussektion hörbar ist, während sich viele Stücke – etwa das sehr schön verhuschte "Minnesota" – mit der Klampfe als Unterstützung begnügen. "The monster who hated Pennsylvania" ist geradezu auffällig unauffällig.

Das lässt sich natürlich nicht von "Johnny Caravella" behaupten: Es ist so offensichtlich als Zentralmassiv angelegt, dass es schon uncool ist, es mit in die Highlights zu nehmen. Ähnlich wie "Silver Donna" auf "Brothers and sisters of the eternal son" ist es ein elektrisierender Ausbruch im ruhigen Gewässer, wenn Jurado zu einer kreischenden Gitarre sein "Go west! Go west!" nur noch unter Getöse herauskrächzen kann. Aber damit täuscht er uns selbstverständlich nicht. Im Prinzip hat Jurado die gleiche Platte nochmal aufgenommen, aber die ist nunmal so wunderbar, dass man es ihm nicht übelnehmen kann. Trauen möchte man dem Frieden aber auch nicht. Denn wer weiß, was – oder vielmehr wer – sich bei Veröffentlichung dieser Rezension an Stelle neun der Tracklist befindet. Ist es noch "Jennifer"? Oder schon "Amanda" oder gar "Simone"? Wir ordern noch mal ein paar Streifenwagen herbei. Sicher ist sicher.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Tom
  • Johnny Caravella
  • Male customer #1

Tracklist

  1. Helena
  2. Tom
  3. Dawn pretend
  4. Song for Langston Birch
  5. Minnesota
  6. Johnny Caravella
  7. Joan
  8. Hiding ghosts
  9. Jennifer
  10. Male customer #1

Gesamtspielzeit: 29:37 min.

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Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2021-05-05 21:10:58 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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