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Weezer - Van Weezer

Weezer- Van Weezer

Atlantic / Warner
VÖ: 07.05.2021

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das ist nicht Maladroit

Man muss sich nicht weit aus dem bunten Kosmos des Plattentests.de-Forums wagen, um festzustellen: Die Hoffnungen auf ein neues "Maladroit" hat nicht nur besagtes Forum, nicht nur ein User und Moderator – der völlig zu Recht in so ziemlich jedem Weezer-Thread die fehlende Liebe für dieses Album moniert –, sondern ein paar mehr Leute. Immerhin fällt der Vergleich sogar in den wenigen Zeilen, die der eigene Wikipedia-Eintrag von "Van Weezer", dem inzwischen 13. Album von Weezer, das hier besprochen wird, auffährt. Die Hoffnungen waren natürlich umsonst. Sind ja schließlich Weezer. Da helfen auch die vollmundigen Ankündigungen von Hardrock nichts, da hilft nicht mal, dass Rivers Cuomo im Vorfeld konstatierte "it feels like maybe the audience is ready for some shredding again".

Ach, warum eigentlich? Naja: Diese gut 30 Minuten sind für so starke Wörter wie "shredding" einfach viel zu lieb. Es ist zwar schön, dass es mal wieder so richtig bratzt im Hause Weezer, dass die ganze Chose aber von Produzentin Suzy Shinn in Sachen Power und Durchsetzungsvermögen in etwa auf Level Rührgerät zusammengedampft wurde, nimmt dann doch viel Spaß aus der Sache. Und den könnte man durchaus haben. Mit der gesamten Idee, die man sich so wunderbar ausmalen würde: Wie sich die Band um einen schnauzbärtigen Cuomo in all ihrer Verschrobenheit durch die Rockgeschichte zitiert, schön Krach macht und doch immer wieder den Bogen zu diesen quietschbunten Kaugummimelodien spannt, die einfach nur Weezer schreiben können. Bevor hier die ersten von völliger Enttäuschung sprechen: Manchmal funktioniert das genau so. Ganz offensichtlich zum Beispiel, wenn "Sheila can do it" kurz und simpel herumsoliert und dahinter eine Perle von Song preisgibt, der in einem anderen Soundgewand tatsächlich auch zwischen "My name is Jonas" und "The world has turned and left me here" gepasst hätte.

Oder wenn der Opener "Hero" die Beine vom ersten Moment an in die Hand nimmt und alle Melodie der Welt auf seine Seite bringt. Dass der Song in Sachen Sound eher in der Nachbarschaft von "Trainwrecks" wohnt? Dass die ganze Gniedelnummer gegen Ende der Songs komplett drüber ist? Dass der Song an sich in etwa so komplex wie Lego Duplo daherkommt? Scheißegal, so lange die Nummer funktioniert. "Van Weezer" lebt, wie schon so viele Alben der Band zuvor, ein Stück weit davon, nicht allzu genau drüber nachzudenken und einfach mal ein paar Minuten Spaß mit Musik zu haben. Und Spaß hat man, mit "Beginning of the end" oder mit "I need some of that", die ihre Vorbilder zwar keineswegs verstecken, aber sie immerhin ganz clever ins bandeigene Soundgewand einflechten. Fragwürdig wird es indes, wenn "Blue dream" maximal plump "Crazy train" nachpinselt, aber trotz starker Vorlage keinen vernünftigen Song auf die Beine gestellt bekommt. Da fragt man dann doch mal vorsichtig nach, ob die Nummer nicht eher etwas für das einigermaßen fürchterliche Coveralbum gewesen wäre.

Auch die Aneinanderreihungen von Rock-Klischees aus "1 more hit" und "The end of the game" – die die Band in "Back to the shack" übrigens schon mal gänzlich unfallfrei auf die Kette bekommen hat – schaffen es nicht auf die gute Seite, geraten aber immerhin nicht ganz so tragisch. Wenn ganz zum Schluss "Precious metal girl" mit leisem, akustischen Kontrastprogramm den Vorhang schließt, fragt man sich in erster Linie, was das Ganze jetzt eigentlich sollte. Und der Diskussion im Plattentests.de-Forum nun schon mal vorgreifen: "Van Weezer" kann "Maladroit" kein halb leeres Glas Wasser reichen. Es fügt dem Schaffen der Band leider ähnlich wenig hinzu wie "Pacific daydream" und das "Black album".

(Martin Smeets)

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Highlights

  • Hero
  • Sheila can do it

Tracklist

  1. Hero
  2. All of the good ones
  3. The end of the game
  4. I need some of that
  5. Beginning of the end
  6. Blue dream
  7. 1 more hit
  8. Sheila can do it
  9. She needs me
  10. Precious metal girl

Gesamtspielzeit: 31:06 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Mr Oh so

Postings: 1839

Registriert seit 13.06.2013

2021-08-02 14:43:10 Uhr
Klar ;-) Aber wäre doch mal interessant, dafür eine entsprechende Fußmaschine zu basteln.

fakeboy

Postings: 1263

Registriert seit 21.08.2019

2021-08-02 14:26:13 Uhr
Schätze mal dass 5 davon Dekoration sind ;-) (Bela B. hat das übrigens auch schon so gemacht)

Mr Oh so

Postings: 1839

Registriert seit 13.06.2013

2021-08-02 13:59:27 Uhr
Frag mich nur, wie er das spielt ... ;-)

fakeboy

Postings: 1263

Registriert seit 21.08.2019

2021-08-02 13:44:50 Uhr
Ich mag die Platte immer noch, die Ohrwürmer haben sich noch nicht abgenutzt.

Wer damit nichts anfangen kann, wird wohl auch an aktuellen Live-Bildern der Band nicht viel Freude haben. Weezer touren in den USA ja grad mit Green Day und Fall Out Boy durch die Arenen und sie scheinen das 80s-Stadionrock-Ding voll durchzuziehen. Rivers trägt jetzt Schnauz und Vokuhila und spielt eine Jackson Flying V mit den Blitzen des Album-Artworks. Und Pat hat 6 Bassdrums (für jeden Buchstaben des Bandnamens eine).

fakeboy

Postings: 1263

Registriert seit 21.08.2019

2021-06-11 13:34:12 Uhr
Rivers tönt nicht besonders gut in dieser Live-Aufnahme. Irgendwie ist sein Live-Gesang aktuell nicht auf der Höhe.
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