Saves The Day - In reverie

Saves The Day- In reverie

Vagrant / Motor / Universal
VÖ: 16.09.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nichts bereuen

Auf die Gefahr hin, dafür abgewatscht zu werden: Früher war alles besser. Ist doch wahr. Da hatte man noch Lust, Kraft, Energie. Und schulfreie Samstage gab's auch noch. Alles vorbei. Die Nachbarn ärgern? Pferde stehlen? Nee, Du. Jetzt: Sozialen Verpflichtungen nachkommen, Verantwortung zeigen. Masken tragen, erwachsen werden. Mal mehr, mal weniger. Ganz schön grau. Das soll jetzt aber wirklich nur hierhin, weil das auch hierhin gehört. Zu dieser Band, aber vor allem zu "In reverie", ihrem neuem Panini-Sammelalbum voll mit selbstklebenden Ohrwürmern in durchnumerierter, weil dadurch leichter bekömmlicher Reihenfolge.

Jetzt kommt's allerdings richtig knüppeldick. Wenn man sich nämlich erst einmal arrangiert hat mit der neuerlichen Umorientierung von Saves The Day, sieht man Chris Conley und Kompanions vor geistigem Auge plötzlich auf einer Cocktailparty spielen. Von Mama und Papa! Urks. Wie können die nur?

Blaue Flecken holt sich mit dem frühreifen Twenage-Gequietsche niemand mehr. Höchstens den nächsten Martini. Um sich abseits stehend während "What wrent wrong" die Hexe von Tippse schönzusaufen und die Schmerzdame bei Elliott Smith-Ultralight ("She") einzuschläfern. Um sich im Anschluß daran mit Ganzkörperpräser, unterdrücktem Ekelgefühl und "Where are you?" tastend auf Tuchfühling zu begeben. Uh. Oh. Man sieht: In der passenden Situation geht doch noch ein klein wenig was. Von wegen, selbst schlechte Songs seien immer und überall nutzlos und so. Man muß nur wollen. Und keine Angst vor dem bösen Erwachen haben. Am Tag danach. "Tomorrow too late".

Nicht schön? Stimmt. Dazu fehlen dem doch sehr mellow Powerpop dann neben Hemmschwellen vor allem prägnante Melodien, die zumindest "Driving in the dark" und teilweise der Titelsong vorweisen dürfen. Conley mag ja durchaus eine der herzlicheren Schmachtorgane haben, wo geben tut. Nur scheint selbst der beinahe wegzupennen, wenn seiner Truppe die Einfälle ausgehen.

Neun Uhr fünfundvierzig. Orientierungslos im Schlafzimmer. Irgendwo da ganz weit weg nahe der rechten Bettkante. Sicherheitsabstand: einen Meter Achtzig zwischen hier draußen (Gott sei Dank!) und da drinnen (igitt!). Jetzt aber schnell die Autoschlüssel finden, die Alte dabei nicht wachmachen und panisch das Weite suchen. Gefährliche Platte, das. Nein, so bald hören wir uns bestimmt nicht wieder. Schwein gehabt.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Driving in the dark
  • In reverie

Tracklist

  1. Anywhere with you
  2. What went wrong
  3. Driving in the dark
  4. Rise
  5. In reverie
  6. Morning in the moonlight
  7. Monkey
  8. In my waking life
  9. She
  10. Where are you?
  11. Wednesday the third
  12. Tomorrow too late

Gesamtspielzeit: 33:56 min.

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