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Manchester Orchestra - The million masks of God

Manchester Orchestra- The million masks of God

Loma Vista / Spinefarm / Universal
VÖ: 30.04.2021

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Wo sind die Bratgitarren?

Die Entwicklung von Manchester Orchestra verlief bis hierhin nach den ganz typischen Mustern einer Gitarrenband. Die ungestüme Energie ihrer Anfangszeit kanalisierten die Jungs um Andy Hull in ihren Zweitling "Mean everything to nothing", ein spätes Meisterwerk des Indie- und Emo-Rock der Nuller. Auf "Simple math" wurden die Verstärker leiser und die Ambitionen größer, ehe mit "Cope" der rohe, krachige Rückfall folgte – nicht ohne ein akustisches Gegenstück namens "Hope" hinterherzuschicken und damit keine Zweifel am durch "A black mile tot he surface" endgültig festgezurrten Reifeprozess zu lassen. Dass "The million masks of God" nun eine ganze Albumhälfte der Reflexion widmet und die lauteren Momente vor allem mit Elektronik-Bombast und Achtziger-Rhythmen füllt, überrascht wenig. Tappen Manchester Orchestra in die häufige Falle, Erwachsenwerden mit dem Abdriften in Langeweile und Beliebigkeit zu verwechseln? Ganz so einfach ist es auch wieder nicht.

Denn gerade zu Beginn tanzt die Platte die oft gesehenen Choreografien mit viel Leidenschaft und vollführt auch ein paar unerwartete Bewegungen. Der Opener "Inaudible" irritiert zunächst mit mehrstimmigen Vocals über einem synthetischen Sonnenaufgang, bis der Song mit Anlauf in den Orbit abhebt. Von dort oben lassen sich sicher noch die ausgebreiteten Arme von "Angel of death" erkennen – astreiner Stadionrock, aber mit starkem Melodiebogen, einem leicht psychedelischen Groove in den Strophen und vernebelter Coda. Auch die erste Single "Bed head", bei der sich ein Forums-User über die fehlenden Bratgitarren wunderte, entwickelt einen mitreißenden Sog und fährt eine grandiose, von Hull mit überquellender Inbrunst geschmetterte Bridge auf. Mal schwimmt eine Akustikgitarre im Rhythmus oder treibt ein kleines Piano-Motiv an die Oberfläche, doch insgesamt kapitulieren die Folk-Einflüsse des Vorgängers im ersten Albumdrittel vor einer dickflüssigen Produktion, die kaum ein Luftloch lässt.

Mit dem grazilen Highlight "Annie" ändert sich diese Ästhetik, wirft damit allerdings ein Problem auf. Gott mag eine Million verschiedener Gesichter haben, doch hier setzt er größtenteils die Schlafmaske auf. Das sachte gezupfte "Telepath" etwa zieht völlig nichtssagend an einem vorbei – erschreckend, konnte das Quartett aus Atlanta auf früheren Werken der Ruhe eine ebensolche Intensität abringen wie dem Sturm. Mit Chören und plumpem Drumcomputer droht "Way back" gar in den seichtesten Folk-Pop-Tümpeln zu verschlammen. Das ist deshalb so schade, weil dieses lose Konzeptalbum über Vergänglichkeit und die Begegnung mit einem Todesengel textlich durchaus über eine Tiefe verfügt, welche die Musik nur selten widerspiegeln kann. Immerhin klingt das irreführend betitelte "Let it storm" nur knappe 60 Sekunden lang wie Ed Sheeran, ehe der Track mit verschachteltem Arrangement und verzerrtem Solo doch noch ein anderes Niveau erreicht.

Unterm Strich zeigt der Daumen dennoch nach oben, weil die Band auch auf der zweiten Hälfte von "The million masks of God" oft genug ihr Kompositionstalent zeigt. "Dinosaur" gemahnt tatsächlich an ihre Urzeiten, wenn einem Hull zunächst ins Ohr flüstert und sich dann gemeinsam mit dem Rest im Galopp überschlägt. Der Closer "The internet" holt ganz weit aus, beginnt als sphärische Klavier-Ballade, um mit herrlich brutzelnden Saiten wieder auf dem Boden einzuschlagen. Solche Momente zeigen auf, wie organisch gewachsene und immer noch inspirierte Manchester Orchestra in ihrem aktuellen Entwicklungsstadium klingen könnten – und verweisen damit auf zukünftige Potenziale, wenn die Jungs, pardon, Männer beim nächsten Mal das Valium im Schrank lassen. Zur Not muss halt ein Radikalumbruch her. Wie wäre es als nächstes mit einem von oberfränkischer Volksmusik inspirierten Jazz-Metal-Album?

(Marvin Tyczkowski)

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Highlights

  • Angel of death
  • Bed head
  • Annie

Tracklist

  1. Inaudible
  2. Angel of death
  3. Keel timing
  4. Bed head
  5. Annie
  6. Telepath
  7. Let it storm
  8. Dinosaur
  9. Obstacle
  10. Way back
  11. The internet

Gesamtspielzeit: 45:54 min.

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User Beitrag

Kai

Postings: 1180

Registriert seit 25.02.2014

2021-10-06 18:52:55 Uhr
Ich würd es mir gern anschauen aber leider nur ein Date in Deutschland... wird dann leider nix

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21187

Registriert seit 08.01.2012

2021-10-06 17:59:21 Uhr - Newsbeitrag

MANCHESTER ORCHESTRA announce UK/EU dates for January 2022

Share Dirty Projectors’ remix of ‘Telepath’ - LISTEN


Rework to appear on upcoming digital remix EP latest album,
The Million Masks Of God out now


Following the release of their critically acclaimed album The Million Masks of God, Manchester Orchestra today share news of their long-awaited return to this side of the Atlantic, with a handful of special and intimate acoustic dates scheduled for January 2022. The upcoming run will give UK/EU fans’ their first chance to see songwriters Andy Hull and Robert McDowell perform here since 2017, as well as the opportunity to hear unique versions of their favourite MO songs. The dates are as follows.

Mon 10th Jan @ Tuinzaal, Amsterdam, NL
Tue 11th Jan @ Silent Green, Berlin, DE (tickets)
Thu 13th Jan @ Union Chapel, London, UK
Fri 14th Jan @ Gorilla, Manchester, UK

Alongside today’s tour announcement, the band also share Dirty Projectors’ rework of one of the album’s singles ‘Telepath’. The legendary New York band’s pulsing reimagining fuses the track’s original melodies with a synth-laden vibrancy and completely new lease of life.

Of the track’s original beginnings, vocalist and songwriter Andy Hull has said “‘Telepath’ is ultimately about the ebb and flow of life long commitment to another person. Recognizing that even the best relationships in our lives can have extreme ups and downs. At the end of the day, it’s those that we have chosen to love and, more importantly, those that have chosen to love us that truly matter. This is my attempt to further commit for the long haul.”

Today’s release marks the second remix to emerge from the Million Masks era, following Local Natives’ glowing version of ‘Bed Head’, with both set to appear on an upcoming EP collection. More news on which will be available soon.





About The Million Masks of God:
Produced by Manchester Orchestra’s lead songwriting duo of Hull and Robert McDowell, Catherine Marks (PJ Harvey, The Killers) and Ethan Gruska (Phoebe Bridgers), The Million Masks Of God presents an even grander scale of the epic and re-focused approach to record-making that the Atlanta, GA-based band has forged in recent years. Their sixth album finds Hull, McDowell, Tim Very (drums), and Andy Prince (bass) relentlessly pushing themselves to create a work that breaks beyond the scope and limits of every previous release in an effort to create their most towering achievement to date, all while sorting through the aftermath of a devastating loss.

Manchester Orchestra approached Masks with the intention of creating tightly-woven “movie albums” designed to be listened to in sequence and in a single sitting, with the songs working together to tell a bold, long-form narrative. The album explores the loose story of a man’s encounter with the angel of death as he's shown various scenes from his life in a snapshot-style assemblage. Some moments he witnesses are good, some are bad, some difficult, some commendable—in other words, they depict an entirely normal life. Ultimately, The Million Masks of God is a compelling, heady, and profound look at the impact a person’s life has on others.

“There’s a decision we’re faced with when experiencing loss and the inevitable grief that follows. Do we let it sink us? Try to ignore it and pretend it’s not there? Or do we search and dig until we find signs of beauty in life and all of its experiences?” explains Hull. “In a way, the grief will always define you but being together and creating something meaningful from all of the hardships has been the most helpful tool I’ve found."

Kai

Postings: 1180

Registriert seit 25.02.2014

2021-06-01 16:48:19 Uhr
Telepath ist doch einfach ein "schöner" Song.
Inaudible ist vor allem in den ersten 2 Minuten für mich ganz ganz merkwürdig. Sonst liebe ich Andy Hulls Gesang aber hier klingt das eher nach einem Chor... ganz merkwürdig.

Leech85

Postings: 221

Registriert seit 15.03.2021

2021-06-01 11:43:29 Uhr
hmmm was haben immer alle gegen den Opener, den finde ich gar nicht so übel, im Gegensatz zu Telepath der ist recht kitschig.

Kai

Postings: 1180

Registriert seit 25.02.2014

2021-05-31 20:36:59 Uhr
Sie wächst langsam aber sicher...
Kratzt an der 8. Die B-Seite allein wäre eher ne 9 und die A Seite wird vor allem von diesem Opener kaputt gemacht.
Zum kompletten Thread

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