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Dropkick Murphys - Turn up that dial

Dropkick Murphys- Turn up that dial

Born & Bred / PIAS / Rough Trade

VÖ: 30.04.2021

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hoch die Tassen

Dropkick Murphys sind und bleiben auch mit ihrem neuen Album, dem nunmehr zehnten der Bandgeschichte, ein sonderbares Faszinosum. So erwartungsgemäß überraschungsarm "Turn up that dial" aufspielt, so simpel die Rechnung auch angelegt ist, sie geht im Großen und Ganzen doch ziemlich gut auf. Mal wieder. Vielen anderen Bands würde man die ewige Wiederholung und das ausgiebige Baden in Stereotypen und Klischees nicht zu Unrecht um die Ohren hauen, dabei leichtfertig ignorierend, dass Innovation und Weiterentwicklung nicht immer den passenden Maßstab bilden. Aber die Bostoner sind wie die Tanzkapelle, die zum Fünfzigsten von Tante Inge Stimmung macht – mit "H.B.D.M.F." ist auf "Turn up that dial" auch ein bandeigenes Geburtstagsständchen vertreten – oder der Alleinunterhalter, der die erfolgreichsten Gassenhauer der letzten vier Dekaden zum Besten gibt: Sie machen zuvorderst Musik für bestimme Anlässe. Mit dem nicht unbedeutenden Unterschied, dass ihre typische Mischung aus Celtic Folk und Streetpunk, lässt man sich auf sie ein, tatsächlich Spaß macht. "I have hope to share and I've got love to give", heißt es ohne Umschweife im titelgebenden Opener. Man glaubt es gern.

Unmittelbar neben dem Herzlichen steht die Härte. "Turn up that dial", das ist Musik für Kneipenschlägereien und biergetränkte späte Stunden voller Sentiment und Pathos. Selbst oder gerade für Menschen, die sich noch nie im Leben gehauen haben und deren letzte durchzechte Nacht schon Jahre zurück liegt. Denn dass da immer auch eine gehörige Portion Verklärung und Folklore mit im Spiel ist, darin besteht kein Zweifel. Die ganze Außenseiter-Romantik, das mitunter auch machohafte Rumgeprolle, "We rebel 'til we die", und so weiter, und so fort. In "Middle finger" ebenso wie im krawalligen "Smash shit up" erinnern Dopkick Murphys mit Wehmut an raue und gefährliche Zeiten – die längst passé sind. Nostalgie als Prinzip, auch sonst: Es sind die immer gleichen Motive, die hinlänglich bekannten Phrasen, die Frontmann Al Barr und Ken Casey, der den Bass nun endgültig an den Nagel gehängt und sich ganz auf Singen verlegt hat, in immer neuen Variationen vortragen. Und dennoch: So ziemlich jede Hook auf diesem Album möchte man am liebsten lauthals mitgröhlen – was nüchtern in den heimischen vier Wänden vielleicht ziemlich albern gerät, sich in der Menge vor der Bühne und mit einem gewissen Alkoholpegel mutmaßlich aber genau richtig anfühlt. Zumindest für den Moment.

Natürlich findet sich mit "City by the sea" auf "Turn up that dial" die nächste obligatorische Boston-Hymne. Und natürlich werden auch auf dieser Platte allerhand Anekdoten zum Besten gegeben, wie im launigen "Micked Jones nicked my pudding" oder in "L-EE-B-O-Y", das die Band ihrem Dudelsackspieler Lee Forshner gewidmet hat. Doch selbst den abgeschmackten Patriotismus von "Chosen few", der die Vision eines besseren Amerika beschwört und einen Seitenhieb gegen den Ex-Präsident mit den orangenen Haaren austeilt, möchte man nicht so recht übel nehmen. So richtig erklären lässt sich die Grundsympathie dieser Band und ihrem jüngsten Album gegenüber freilich nicht. Aber vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass Dropkick Murphys so entwaffnend direkt und unbefangen zu Werke gehen. Weder scheuen sie große Gesten und Gefühligkeit, noch haben sie Angst, in die Kitschfalle zu treten. Als Rausschmeißer schunkelt "I wish you were here" im Geiste der Pogues und erinnert an den verstorbenen Vater von Barr. "Oh, I wish you were here / How I wish you were here / I'm out on my own / I'm so far from home / And I wish you were here." Auch diese Zeilen möchte man gern einfach nur glauben.

(Markus Huber)

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Highlights

  • Turn up that dial
  • Smash shit up
  • City by the sea

Tracklist

  1. Turn up that dial
  2. L-EE-B-O-Y
  3. Middle finger
  4. Queen of Suffolk County
  5. Micked Jones nicked my pudding
  6. Good as gold
  7. Smash shit up
  8. Chosen few
  9. City by the sea
  10. I wish you were here

Gesamtspielzeit: 39:12 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2021-05-04 19:55:15 Uhr - Newsbeitrag
Dropkick Murphys - Turn Up That Dial Tour 2022

“Get up, get out of those sweatpants you’ve been wearing for the last year...better times are ahead – LET’S F-in’ GO!!”

Nach mehr als einem Jahr Pandemie wirkt der Appell von Ken Casey, einer der beiden Sänger der Dropkick Murphys, wie ein Versprechen.
In den Monaten der Isolation hat die Folk-Punk Band gemeinsam an einem neuen Album gearbeitet. Auch wenn die Zeiten düster waren und selbst der Prozess der Aufnahme erschwert wurde – ein Teil der Aufnahmen wurde per Videokonferenz aus unterschiedlichen Räumen getätigt – so haben sich die Dropkick Murphys doch bewusst für ein fröhliches und beschwingtes Album entschieden. Gerade in diesen Zeiten erinnerten sie sich gern an vergangene Tage, ihre Einflüsse wie The Clash und das Gefühl frei zu sein, einfach durch die Straßen der beengten Stadt zu laufen, mit dem Wissen, dass eine gute Zeit vor einem liegt.
Und so versammelt das neue Album „Turn Up That Dial“ die großen Talente der Band: mitreißende Hymnen zwischen der ungebrochenen Energie des Punkrock bis hin zu eingängigen Melodien, die dem Irish Folk entliehen sind. Im letzten Song des Albums „I Wish You Were Here“ werden schließlich ganz sanfte Töne angeschlagen und dem verstorbenen Vater von Al Barr Tribut gezollt – das Repertoire der Band ist auf dem neuen Album noch breiter als zuvor.

Live ist die Energie der Band seit jeher ungebrochen – seit 25 Jahren touren die Dropkick Murphys beständig durch die Welt, gelten auf – wie auch neben – der Bühne als unangefochtene Partykanonen, die jede Konzerthalle mit Leichtigkeit in einen hedonistischen St. Patrick’s Day verwandeln können. Mit mittlerweile zehn Studioalben im Gepäck kann die Band auf unzählige Hits und Hymnen zurückgreifen, die jeder im Raum mitsingen kann.
Im Januar und Februar 2022 kommen die Dropkick Murphys auf ausgedehnte Deutschlandtour und machen dabei Halt für acht Shows. Acht Mal Schweiß von der Decke, acht Mal Bierbecher in die Luft und acht Mal eine Folk-Punk-Show der Extraklasse! Als Special Guest sind die amerikanischen Ska-Punks The Interrupters mit dabei.

Der exklusive Vorverkauf über Eventim beginnt am kommenden Mittwoch, den 05. Mai, um 10 Uhr, der allgemeine Vorverkauf startet am Freitag, den 07. Mai, um 10 Uhr. Bereits jetzt gibt es Tickets exklusiv vorab im Bandshop zu erwerben.


DROPKICK MURPHYS

TURN UP THAT DIAL Tour 2022
Support: The Interrupters

21.01.2022 Mannheim – Maimarkthalle
22.01.2022 Dortmund – Westfalenhalle **
23.01.2022 Chemnitz – Messehalle **
26.01.2022 Hamburg – Barclaycard Arena **
27.01.2022 Hannover – Swiss Life Hall **
06.02.2022 München – Zenith
07.02.2022 München – Zenith
11.02.2022 Berlin – Max-Schmeling-Halle **

präsentiert von Target Concerts und FKP Scorpio**

Der Vorverkauf beginnt ab Mittwoch, den 05.05. um 10 Uhr exklusiv auf Eventim.

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2021-04-21 20:28:01 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20585

Registriert seit 08.01.2012

2021-02-24 19:29:58 Uhr - Newsbeitrag
Dropkick Murphys

Die US-Amerikaner von Dropkick Murphys melden sich mit der neuen Single "Middle Finger" zurück! Das zehnte Album "Turn Up That Dial" erscheint am 30. April über das bandeigene Label Born & Bred Records!

Vier Jahre nach dem Vorgänger "11 Short Stories Of Pain & Glory" arbeiteten DKM erneut mit Ted Hutt, mittlerweile langjähriger Produzent und enger Freund der Band, in den Q Division Studios in Massachusetts zusammen.

Die elf neuen Songs zelebrieren die seit 1996 fein säuberlich, eigens erarbeitete Sparte zwischen Punkrock-artigen Wutanfällen und irisch inspirierten Folk-Melodien, die auch auf "Turn Up That Dial" frontal und brachial aus den Boxen scheppern. Frei nach dem Motto: "Get up, get out of those sweatpants you’ve been wearing for the last year...better times are ahead – LET’S F-in’ GO!!"

"On this record, the overall theme is the importance of music, and the bands that made us who we are," erklärt DKM-Gründer und Co-Leadsänger Ken Casey, für den Crew-Mitglied Kevin Rheault dieses Mal die Bass-Parts auf dem Album übernahm. "Our gratitude levels are off the chart. 25 years ago, somebody bet me 30 bucks I couldn’t form a band with three weeks’ notice to open for his band. As kids, we’d never been out of New England and here we are – we’ve made ten records and have been all over the globe. If there’s a message to this album, it’s ‘put your fist up and play it loud.’"

Auf der neuen Single "Middle Finger" liefert Leadsänger Al Barr ironische, böse Verse, während der Track im Refrain mit "I could never keep that middle finger down" zu explodieren droht. "Thinking of my younger days, I made things a lot harder for myself than they needed to be – and still pay for some of those mistakes now", berichtet Casey, stellvertretend für alle ausgestreckten Mittelfinger der Band. "Now, turn up that f*cking dial."

Unten findet Ihr außerdem noch Infos zu dem diesjährigen Livestream zum St. Patrick's Day, an welchem Dropkick Murphys zum ersten Mal live neue Songs vorstellen werden.

Dropkick Murphys

Dropkick Murphys haben bereits in der Vergangenheit kreative Wege gefunden, um mit Fans auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten und diese Tradition auch während der letzten Monate fortgesetzt. Das letztjährige Streaming Up From Boston zum St. Patrick's Day wird auch dieses Jahr stattfinden und dabei erstmalig einige Songs aus “Turn Up That Dial” live enthüllen!



Das kostenlose Online-Streaming-Konzert startet bei uns in der Nacht vom 17. auf den 18. März um 01.00 Uhr und wird die Band mit einer komplett neuen Show – visuell sowie soundtechnisch – zeigen!
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