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Birdy - Young heart

Birdy- Young heart

Atlantic / Warner
VÖ: 30.04.2021

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Aus der Auffangstation

Den Mund habe ich mir damals fusselig geredet, um den Menschen in meiner Umgebung zu erklären, dass "Skinny love" nicht von Birdy, sondern von Bon Iver ist, als der Track im Radio rauf und runter lief. Fast beleidigt war ich, dass dieser Song eher ihr zugeschrieben wurde als eben Justin Vernon. Das ist allerdings mein ganz persönliches Problem. Dass sie damals erst 14 Jahre alt war, hatte ich gar nicht wirklich auf dem Schirm. Worüber hätte sie damals auch singen sollen! Über ihre Kindheit? Die Pubertät? Das hätte vermutlich schlicht nicht funktioniert und weder die gewünschte Reichweite noch die Aufmerksamkeit generiert. Und so bediente sie sich an gebrochenen Herzen einiger Indie-Größen und coverte, zugegebenermaßen, in ihrer emotionalen Art und Weise und mit unverkennbarem Talent, teilweise ganz schön, wenn auch wenig originell. Ihr Debütalbum ist jetzt fast zehn Jahre her. Zeit genug, um eigenen Herzschmerz ertragen zu müssen. In "Young heart" thematisiert die inzwischen 24-Jährige, nach weiteren Veröffentlichungen und einer ausgedehnten Pause nach ihrem dritten Studioalbum in 2016, genau das.

Das Post-Trennungs-Album ist 16 Stücke schwer. Viel, so scheint es, hatte sie zu verarbeiten. Das erste richtige Stück der Platte, nach einem Klavier-Intro, ist "Voyager". Ein spärlich eingesetztes Klavier, zwischen akustischer Gitarre und seichtem Beat, untermalt die Geschichte, die sie erzählt. Dass sie sich sicher ist: Zeit für eine Trennung und aufmachen zu Neuem. "Loneliness" erzählt schon mit deutlich voluminöserem Sound von den Konsequenzen und ersten Zweifeln. Und so hangelt sich das Album von Schmerz und Sehnsucht, von Fernweh zur Heimatverbundenheit, zu Hoffnungen und zur Suche nach sich selbst und dem, was da kommen mag. Ständig neue Gefühle, die immer wieder neu einzuordnen sind. "Echos through my heart", schallt es wieder und wieder im Stück "Deepest lonely" und bleibt, zweistimmig und von einem durchdringenderem Beat, tatsächlich länger hängen. Der fulminante Refrain erinnert dabei sogar ein wenig an Florence & The Machine. Der Titeltrack, das letzte Stück des Albums, erzählt von nicht aufhören wollender Liebe und lässt den Gedanken zu, dass sie den Prozess des Verarbeitens vielleicht noch gar nicht so ganz abgeschlossen hat.

Das Album ist lang. Zu lang. Beziehungsweise für die Länge einfach nicht aufregend genug. Es gibt zweifelsohne gute Songs. Auch auf die Stimme von Jasmine van den Bogaerde ist wieder Verlass. Der unaufgeregte Sound spielt durchaus mit Melancholie und glaubhafter Nostalgie, was zusätzlich dafür sorgt, dass man ihr den Schmerz und das Gefühlschaos zwischen Zurückblicken und Aufbruch abnimmt. Die Britin hat in den letzten fünf Jahren, in ihrer überwiegender Abstinenz von der Musik, wohl einiges erlebt. Klar, die Inspiration kann für ein ganzes Album reichen, ohne zur Hängepartie zu werden. Die Gefahr aber besteht. Ob vielleicht eines Tages ein junger Mensch durchstartet, indem diese, mit Talent gesegnete Person einen der Tracks von "Young heart" covert und einen ähnlichen Weg nimmt wie Birdy? Nicht ausgeschlossen, aber Skepsis darf bestehen.

(Paul Milde)

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Highlights

  • Voyager
  • Deepest lonely
  • Young heart

Tracklist

  1. The witching hour - Intro
  2. Voyager
  3. Loneliness
  4. The otherside
  5. Surrender
  6. Nobody knows me like you do
  7. River song
  8. Second hand news
  9. Deepest lonely
  10. Lighthouse
  11. Chopin Waltz in a minor (Interlude)
  12. Evergreen
  13. Little blue
  14. Celestial Dancers
  15. New moon
  16. Young heart

Gesamtspielzeit: 58:21 min.

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User Beitrag

8hor0

Postings: 413

Registriert seit 14.06.2013

2021-04-27 13:31:29 Uhr
ich mag die!

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 19895

Registriert seit 08.01.2012

2021-04-21 20:27:30 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 19895

Registriert seit 08.01.2012

2021-03-23 19:09:36 Uhr - Newsbeitrag
In Folge ihrer jüngsten Single “Loneliness” (weltweit bereits über 2,5 Mio. Streams), veröffentlichte die britische Sängerin und Songwriterin Birdy Ende vergangener Woche ihre brandneue Single “Deepest Lonely” und damit einen weiteren vielversprechenden Vorboten ihres am 30.04. erscheinenden neuen Albums “Young Heart”. “Deepest Lonely” ist eine wundervolle Ode an die Einsamkeit: “Oh my deepest lonely / Why don’t we waste another day / While the city sleeps, we’re wide awake”, singt Birdy darin – hier in einer bewegenden Piano-Version zu hören. Zeitgleich kündigte Birdy ein einmaliges, globales Livestream-Event an. Am 15.04. performt die 24-Jährige auf der Bühne des prestigeträchtigen Londoner Wilton’s Music Hall und wird dort mit ihrer Band ein karriereumspannendes Set präsentieren. Tickets sind ab dem 26.03. im Vorverkauf erhältlich.


Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 19895

Registriert seit 08.01.2012

2021-02-12 19:40:30 Uhr - Newsbeitrag
Nach "Surrender" kommt "Loneliness": Birdy veröffentlicht die zweite Single ihres Albums "Young Heart"



Mitte Januar kündigte Birdy ihr neues Album „Young Heart“ für den 30. April an und begab sich mit dem ersten Track „Surrender“ auf die Reise, nun setzt sie mit dem Song „Loneliness“ die Erzählung des Albums fort, das von den Nachwehen einer beendeten Beziehung handelt – der Einsamkeit, dem Schmerz, die Person zu vermissen, die man immer noch liebt, der Akzeptanz der Trauer als zentralem Bestandteil von Liebe und Verlust, dem Freiheitsdrang und der Sehnsucht zu verreisen beim gleichzeitigen Sog der heimischen Vertrautheit.

Davon handelt auch „Loneliness“, in dem Birdy hin und hergerissen ist zwischen der Erleichterung, die Beziehung beendet zu haben, und der quälenden Sehnsucht in stillen Momenten: „Your hold has kept my heart in chains / For so long, I've waited for it to break“, singt die 24-Jährige über eine sentimentale, Country-gefärbte Melodie, „Something in the air's got me feeling you're here again / And I was missing the dark without you near again / Watching the clock hand fall asleep on us / Oh, I've been losing my mind in these sweet dreams of loneliness“.

Das Musikvideo zu „Loneliness“ wurde einmal mehr unter der Regie der preisgekrönten Filmemacherin Sophie Muller gedreht. Im Video ist Birdy mit ihrer eigenen Einsamkeit konfrontiert und schwankt zwischen dem Sog der Geborgenheit, einem Drang nach Freiheit und den nackten Tatsachen.

Birdy sagt über den Track: „Ich freue mich sehr, ‚Loneliness’ von meinem neuen Album ‚Young Heart’ zu teilen. Als ich den Song schrieb, hatte ich zwei Charaktere in meinem Kopf, einen verschmitzten und einen, der vom rechten Weg abgebracht wird. Es geht weniger darum, jemanden zu verlassen, vielmehr ist es ein Liebeslied an die Einsamkeit’“

Diesen Sonntag (14.02.) performt Birdy den Song zudem in der Sendung „Sunday Brunch“ im britischen Fernsehen.


Fünf Jahre seit Birdys letztem Studioalbum „Beautiful Lies“ mögen wie eine lange Pause zwischen zwei Alben klingen... doch für Birdy, die mit bürgerlichem Namen Jasmine van den Bogaerde heißt, war es wichtig, einen Schritt zurück zu machen, die Welt zu erfahren und herauszufinden, wer sie wirklich ist.

Nach Nashville zu reisen, Heimat der größten je geschriebenen Herzschmerz-Songs, und L.A. zu besuchen, um aus zeitlosen Künstlern wie Joni Mitchell und Nick Cave zu schöpfen, war der ideale Weg, um Inspiration zu finden. Diese besonderen Umgebungen und Kreativpartner schienen instinktiv zu wissen, wie man durch die Strahlkraft vergangener Künstler die Worte aus Birdys reich gefülltem Young Heart freisetzt. Ein Großteil des Albums wurde mit Daniel Tashian & Ian Fitchuk (u.a. Co-Schreiber von Kacy Musgraves’ Grammy-ausgezeichnetem Album „Golden Hour“) geschrieben und produziert.



Die Songs des Albums ringen zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen der Weite des Raumes und dem Inneren der häuslichen Umgebung. Der Konflikt zwischen dem Verlangen, sich einzuigeln und dem Zwang fortgehen zu müssen, zu neuen Orten und neuen Erlebnissen, zieht sich durch das Album.

„Young Heart“ ist eine ziemliche Abkehr von Birdys letztem Album, dem 2015 veröffentlichten, dramatischen „Beautiful Lies“. War „Beautiful Lies“ ein Märchen, so ist „Young Heart“ das wirklichkeitsnahe, realistische Porträt einer Künstlerin im Schmerz, die nach dem Licht sucht.

Birdy kommentiert zu „Young Heart“: „Ich bin so stolz auf dieses Album. Mein letztes war wesentlich theatralischer ­­– es war eine Menge los, es war eine große Produktion. Dieses ist ziemlich zurückgenommen ­– es ist nichts da, was nicht da sein muss. Es gibt keine Dekoration. Dieses Album fühlt sich einfach sehr persönlich an. Ich bin in den vergangenen fünf Jahren sehr gewachsen und habe neue Dinge erlebt, die mein Verständnis der Welt geprägt haben, zugleich aber auch, wer ich als eine Künstlerin bin. Dieses Album bedeutet mir viel – ich will es beschützen.“

Der Wanderjunge Fridolin

Postings: 2777

Registriert seit 15.06.2013

2021-02-05 18:47:25 Uhr
Byrdi > Birdy
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