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Barbarisms - Zugzwang

Barbarisms- Zugzwang

DevilDuck / Indigo
VÖ: 23.04.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Trauerarbeit

An einem Frühlingstag im Jahr 2018 betrat im Hamburger Knust eine Band die Bühne, die sich bis heute keiner größeren Bekanntheit rühmen darf. Barbarisms waren Teil des kleinen "About Songs"-Festivals, bei dem auch Blaudzun, John Van Deusen und Me+Marie auftraten. Das Trio beeindruckte das Publikum nachhaltig und hinterließ bei vielen den Wunsch, sich eingehender mit seinem Werdegang zu beschäftigen. Auf dem inzwischen vierten Album "Zugzwang" ist sieben Jahre nach dem selbstbetitelten Debüt nun ein Höhepunkt des eigenen Schaffens erreicht worden.

Sänger Nicholas Faraone setzt gleich zum Auftakt den Ton. "Since you've gone, baby", leidet er da und fährt fort: "I've had a hard, hard time". Eben das ist ihm anzuhören und bleibt bis zum Ende der Platte greifbar. Faraone setzt sich auf "Zugzwang" mit Abschieden und deren Verarbeitung auseinander, beschreibt sein Leben als Suchender, als Verunsicherter und vor allem als Verlassener. Seine Mitstreiter Tom Skantze und Robin Af Ekenstam untermalen seine ganz persönliche Trauerarbeit mit reduzierter Instrumentierung im weiten Feld von Folk, Rock und Country-Elementen und lassen Faraone viel Raum, um mitreißend zu erzählen.

Der Titel des Albums nimmt Bezug auf eine Situation beim Schach, die den Handelnden zu einer Entscheidung treibt. Vor eben solchen stand auch Faraone in einer Phase seines Lebens, die zunächst wenig Lichtblicke offenbarte. Der Begriff steht bei ihm aber auch sinnbildlich für eine Art Zwang, sich angesichts der melancholischen Stimmung fortzubewegen, herumzuziehen und ganz konkret sogar: Zug zu fahren. Faraone, der aus den USA stammt und die heutigen schwedischen Bandmitglieder während einer Tour in Stockholm kennenlernte, war zuletzt auf ausgiebigen Reisen, die er in Stücken wie "Central Stockholm", "Clean evil" oder "Spiritual Saskatchewan" verarbeitet. "Am i home now? I do not know how i could ever be sure again", seufzt er und lässt vieles offen.

"Zugzwang" ist eines dieser Alben, die am besten im Alleingang funktionieren. Kopfhörer auf die Ohren, Texte in die Hand, gemeinsam mit den Songs durch die Welten reisen, die Sänger Faraone zuvor aufgesucht und dann lyrisch verarbeitet hat. Seinen Schmerz spüren, die Hoffnungsschimmer entdecken und dabei auch einmal gedanklich abschweifen. Und dann? Dann alles wieder von vorne. Denn nach und nach wird deutlich, dass eine Band hier endgültig den richtigen Ton getroffen hat.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • I want to change my mind
  • Clean evil
  • Spiritual Saskatchewan

Tracklist

  1. I want to change my mind
  2. Central Stockholm
  3. Another sunday morning
  4. Asteroids
  5. An actor prepared
  6. Trains and horses
  7. Wooden nickels
  8. Clean evil
  9. Spiritual Saskatchewan

Gesamtspielzeit: 43:39 min.

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Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2021-04-21 20:27:12 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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