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24kGoldn - El Dorado

24kGoldn- El Dorado

Columbia
VÖ: 26.03.2021

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Good vibrations

Es ist noch nicht ganz klar, welchen Hintergrund dieser Trend hat. Aber wenn Ariana Grande, Ava Max oder Megan Thee Stallion es getan haben, muss was dran sein: Alle haben in jüngerer Zeit die größeren Hits weit hinten aufs Album gepackt. Die klassische Pop-Platte kennt doch sonst eher den Modus, die Knaller möglichst früh rauszuhauen. Und besonders im Streaming-Zeitalter sollte man eigentlich drauf hoffen, dass viele den Rest hinterher einfach weiterlaufen lassen. Wenn man auf 24kGoldns Debüt "El Dorado" den unbestritten größten Hit "Mood" abspielt, hört man im Anschluss: nichts. Denn "Mood" ist der Closer – eine interessante Entscheidung. Hat da jemand eine Überportion Selbstbewusstsein?

24kGoldn heißt bürgerlich Golden Landis Von Jones, was definitiv viel cooler als sein Künstler-Alias klingt. "El Dorado" ist bei weitem nicht sein erster Versuch, Fuß zu fassen: Vor seinem Welthit mit Kollege Iann Dior brachte 24kGoldn schon Singles im Gegenwert einer ganzen Platte heraus. Schon immer spiegelte sich eine gewisse Tendenz zu Gitarren in seiner Musik wider. "Mood" spielte derweil in die Karten, dass Rapper wie Post Malone das Saiteninstrument wieder öfter mit HipHop in Verbindung brachten, aber selbstverständlich sind diese gerade mal 141 Sekunden vor allem dank der teuflisch eingängigen Hook in aller Ohren. Auf "El Dorado" denkt 24kGoldn gar nicht daran, das Erfolgsrezept noch mal aufzuweichen.

Die Nachfolgesingle "Coco" mit DaBaby hielt sich mit schwächeren Ergebnissen so stark an die Vorlage, dass man ihn glatt als One-Trick-Pony abstempeln könnte. Auch "Outta pocket" oder "Cut it off" bemühen die gleiche Mischung, speziell ersterer geht auch ähnlich straight ins Ohr. Die restlichen Tracks fallen zwar nicht weit vom Stamm, bieten aber wenigstens genug Abwechslung, um über die kompakte Spielzeit zu unterhalten. Ob "Butterflies" nun ganz sachte pentatonische Klänge im Hintergrund einstreut oder "Don't sleep" eine echte Ballade ohne festen Beat überraschend überzeugend hinbekommt, der Werkzeugkasten bleibt der gleiche. Auch lyrisch entfernen sich die Themen selten von Feststellungen wie "Three sides to the story / Yours and mine and the goddamn truth, girl." In and out of love.

"El Dorado" hält zwar die Ansprüche niedrig, unterhält aber vorzüglich und verschafft ein paar angenehme, gutgelaunte Ohrwürmer. Für Rap-Puristen ist das natürlich nichts, 24kGoldn zielt ähnlich wie hierzulande Cro zu Anfang seiner Karriere auf Pop-Hörer, die bereits ein paar Drake-Platten in der Bibliothek gespeichert haben. Das macht er aber absolut überzeugend und kann im flotten "Company" selbst mit solch einem vergleichsweise alten Hasen wie Future mithalten – auch wenn 24kGoldn weder der treffsicherste Sänger noch der wendigste Rapper ist. Dafür strahlt er Charisma aus, an welchem sein gutes Aussehen und seine sympathische Art sicher einen gewichtigen Anteil haben. Wenigstens ein paar weitere Hit-Kandidaten hat er zudem in der Hinterhand. Auch wenn fraglich ist, ob sein Ansatz sich über längere Strecken noch tragen wird.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Company (feat. Future)
  • Don't sleep
  • Mood (feat. Iann Dior)

Tracklist

  1. The top
  2. Company (feat. Future)
  3. Love or lust
  4. Outta pocket
  5. Coco (feat. DaBaby)
  6. Butterflies
  7. Breath away
  8. Yellow lights
  9. 3, 2, 1
  10. Empty (feat. Swae Lee)
  11. Cut it off
  12. Don't sleep
  13. Mood (feat. Iann Dior)

Gesamtspielzeit: 36:50 min.

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Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2021-04-07 20:18:29 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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