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The Reds, Pinks and Purples - Uncommon weather

The Reds, Pinks and Purples- Uncommon weather

Tough Love / Cargo
VÖ: 09.04.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Pastel Blues

Oftmals ist ein Plattencover weit mehr als eine schmucke Visualisierung musikalischer Themen und markiert das erste Tor hinein in den Narrativ der sich dahinter versteckenden Sammlung von Songs. Auf "Uncommon weather", dem dritten Album des vom musikalischen Tausendsassa Glenn Donaldson geführten Projekts The Reds, Pinks and Purples, deutet der pastellfarbene Häuserblock auf den ersten Blick bereits an, wohin die Reise geht: Donaldson nimmt Hörerinnen und Hörer mit auf einen Spaziergang durch seine Heimat San Francisco – dabei steht aber bei Weitem nicht das schillernde Touri-Programm auf der Agenda. Vielmehr taucht "Uncommon weather" in das Herz der kalifornischen Musikmetropole ein und fördert die Geschichten zu Tage, die sich unter der ikonischen Oberfläche im "Everyday life" umtriebiger Künstler abspielen.

Eingefangen werden diese in einem musikalischen Rahmen, der sich anfühlt wie ein abendlicher Spaziergang in den Sonnenuntergang hinein – irgendwie melancholisch angehaucht, trotzdem aber mit einem Gespür für die Freude am Leben. "I hope I never fall in love" fasst diesen prägnanten Sound als Blaupause der LP zusammen: Ein luftiges Orgel-Intro, sanft durch den Raum schwebende Gitarren und die hallende Stimme Donaldsons, die über die Windungen des Lebens sinniert. "Everyone goes wild sometimes / Loses their way on a slow decline / And wonders how to get home from a bed that’s not your own / Woke up sober and alone." Auch der Titeltrack führt eine sehnsüchtige Stimmung herbei und gibt sich ausgiebiger Tagträumerei hin. "And the sky shone through / Pink, yellow and blue / Uncommon weather." Dass hier trotz des im fluffigen Indie-Pop angesiedelten Sounds auch die Schattenseiten des Lebens ihren Platz finden, zeigt der Opener "Don't ever pray in the church on my street", in dem Zeilen wie "Everything counts when a panic hits you / The fear grips you" die kleinen Probleme des täglichen Lebens suggerieren – auch im sonnigen Kalifornien.

Obwohl das Soundgewand auf "Uncommon weather" bewusst einheitlich gehalten ist und nicht allzu viele Variationen präsentiert, verzeichnet die Platte erst auf der Zielgeraden vereinzelte Abnutzungserscheinungen. Dass der Spannungsbogen gespannt bleibt, liegt vor allem auch an den mitreißenden Geschichten, die The Reds, Pinks and Purples präsentieren. Herausstechen tut dabei in der zweiten Albumhälfte vor allem das verzweifelte und berührende "Life at parties", das die Chronik einer unruhigen Seele auf der Suche nach Halt im Leben zeichnet: "You still hang on / Waiting for the end to come / Life at parties / You just need someone to throw their arms around you / In the middle of the night / Someone to take the pain out of your life". Besonders in diesen Momenten wird der Ausflug in den Stadtteil Inner Richmond so lohnenswert. Hinter den bunten Fassaden ist das Leben herausfordernd und unperfekt – aber irgendwie auch schön.

(Hendrik Müller)

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Highlights

  • I hope I never fall in love
  • Uncommon weather
  • Life at parties

Tracklist

  1. Don't ever pray in the church on my street
  2. I hope I never fall in love
  3. The biggest fan
  4. Uncommon weather
  5. A kick in the face (that's life)
  6. I wouldn't die for anyone
  7. I'm sorry about your life
  8. The record player and the damage done
  9. Pictures of the world
  10. Life at parties
  11. Sing red roses for me
  12. The songs you used to write
  13. Sympathetic

Gesamtspielzeit: 35:30 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Gordon Fraser

Postings: 1965

Registriert seit 14.06.2013

2021-04-12 16:25:49 Uhr
https://daily.bandcamp.com/lifetime-achievement/glenn-donaldson-lifetime-achievement?utm_source=notification

Schöne Hintergrundgeschichte zu Donaldson.

jo

Postings: 3090

Registriert seit 13.06.2013

2021-04-12 14:27:04 Uhr
Das einzige, was man dem Album vorwerfen kann, ist, dass es nicht sehr abwechslungsreich ist (...)

Auch im Vergleich zu den (noch nicht gerade alten) Vorgängern. Aber egal. Dennoch ein sehr schönes Album.

Pepe

Postings: 348

Registriert seit 14.06.2013

2021-04-10 10:37:18 Uhr
Sehr schöne Entdeckung. Mir kamen The Field Mice und ganz entfernt Robert Smith in den Sinn. Das einzige, was man dem Album vorwerfen kann, ist, dass es nicht sehr abwechslungsreich ist, aber den Vorwurf darf es sich bei 13 Songs in 35 Minuten mit durchgängig schönen Melodien gerne gefallen lassen.

Gordon Fraser

Postings: 1965

Registriert seit 14.06.2013

2021-04-09 23:00:01 Uhr
Ist sehr schön geworden, wie ich finde. Mal die weiteren Durchläufe abwarten.

jo

Postings: 3090

Registriert seit 13.06.2013

2021-03-31 21:42:34 Uhr
Kann die bisherigen Alben auch sehr empfehlen.
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