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The Fratellis - Half drunk under a full moon

The Fratellis- Half drunk under a full moon

Cooking Vinyl / Sony
VÖ: 02.04.2021

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Der Zahn der Zeit

Für die Band selbst irgendwie Fluch und Segen, also erstmal natürlich Segen: The Fratellis vergisst man nicht, zumindest noch nicht. Die frühen Stücke sind zum Teil Hymnen. Allen voran hallt "Chelsea dagger" nach wie vor, wenn auch nicht mehr so häufig wie früher, durch vereinzelte Sportpaläste. Auch "Henrietta" weht noch ab und an gedämpft aus den Indie-Clubs des Landes, hin zu den auf Einlass wartenden Menschen und löst Erinnerungen aus. Fluch deshalb, weil alle fast ausschließlich über diese wenigen Stücke des Debüts "Costello music" reden. Die in Glasgow gegründete Band bringt man als Erstes mit einem Album in Verbindung, das bereits 2007 erschien. Nach dem Zweitling "Here we stand", der noch in die internationalen Charts Einzug hielt, wurde es dann ruhiger. Drei weitere Platten sind seither erschienen, die immerhin auf der Insel akzeptable Platzierungen einfuhren, von denen aber insgesamt wenig hängenblieb.

Zeit, sich mal wieder in die Köpfe der Menschheit zu spielen, möchte man meinen. Mit ein paar Monaten Verspätung erscheint nun also The Fratellis' sechster Longplayer "Half drunk under a full moon". Sie machen Dinge anders als auf den Vorgängern, das wird relativ zügig klar. Ihr Sound hat sich verändert, denn die Schotten widmen sich nicht mehr hauptsächlich dem Indie-Brit-Rock. Auch wenn bereits die letzten Alben deutliche Schnittmengen mit Popmusik hergaben, setzt die Band hier in einigen Songs gefühlt gänzlich auf den Pop. Streicher und Bläser haben auf dieser recht voluminösen, aufwändig produzierten Platte ihren festen Platz. Chöre und Glockenspiel gesellen sich zu Synthies und Drums und nehmen der Musik zum Großteil das Tempo. Das lässt "Half drunk under a full moon" im Gesamten zu träge wirken. Einzig "Living in the dark" und "Six days in June" bringen gehörig Tempo mit und stellen eine angenehme Abwechslung dar.

Dieses Album hat eins gemeinsam mit den Vorgängern der letzten Jahre: Auch hiervon wird wenig hängen bleiben. Bands entwickeln sich und ihren Sound weiter, was sie manchmal interessanter und manchmal weniger interessant macht. Der erneuerte Stil von The Fratellis kämpft bis auf wenige Ausnahmen jedoch schnell mit der Langeweile. Es fällt schwer zu glauben, dass dieses Album den Erfolg wiederaufleben lässt – es drängt sich eher der Verdacht auf, dass auch die Stücke vergangener Tage mit den Jahren in den Sportstätten der Welt irgendwann verhallen und es immer ruhiger um die Band werden wird. Ebenbürtigen Nachschub hat "Half drunk under a full moon" jedenfalls nicht auf Lager.

(Paul Milde)

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Highlights

  • Living in the dark

Tracklist

  1. Half drunk under a full moon
  2. Need a little love
  3. Lay your body down
  4. The last songbird
  5. Strangers in the street
  6. Living in the dark
  7. Action replay
  8. Six days in June
  9. Oh Roxy
  10. Hello stranger

Gesamtspielzeit: 42:16 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 19691

Registriert seit 08.01.2012

2021-03-24 22:03:16 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 19691

Registriert seit 08.01.2012

2021-03-03 11:24:54 Uhr - Newsbeitrag

THE FRATELLIS
DAS ALBUM "HALF DRUNK UNDER A FULL MOON"
ERSCHEINT SCHON EINE WOCHE FRÜHER,
ERHÄLTLICH AB 02. APRIL

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 19691

Registriert seit 08.01.2012

2021-02-12 19:38:25 Uhr - Newsbeitrag



"Half Drunk Under A Full Moon", das sechste Album der Band aus Glasgow, ist ein kaleidoskopischer Genuss voller Überraschungen. Ja, es gibt Abwandlungen der stampfenden Singalongs, mit denen das Trio seinen ersten Ruhm erlangte, aber es gibt auch üppige, mit Hooks versehene Popsongs, die von Bläsern und Streichern durchdrungen sind, wie "Need A Little Love", ein Song, der so süß und unmittelbar ist, dass er so vertraut wirkt wie ein alter Freund.

"'Need A Little Love' fühlt sich wie der natürlichste Popsong an, den wir je geschrieben haben", kommentiert Jon Fratelli, der Leadsänger und Songwriter der Band. "Es ist die Art von Song, bei dem man nicht nachdenken oder schielen muss, und die ganze Geschichte ist ziemlich genau in den ersten paar Takten enthalten. Er wurde unverschämt aus dem verdrehten Herzen eines hoffnungsvollen Romantikers geschrieben."

Das Video zu "Need A Little Love" wurde unter der Regie von David Eustace im Leith Theatre in Edinburgh gedreht, kurz vor dem ersten Lockdown. Der Dreh in einem leeren Veranstaltungsort erwies sich als prophetisch, da The Fratellis, wie alle Musiker, seither nur noch in leeren Veranstaltungsorten spielen können.

StopMakingSense

Postings: 546

Registriert seit 30.06.2015

2021-01-08 22:07:26 Uhr
Großartig gar. Mein aufrichtiges Bedauern jedem, dem es sich nicht erschließt ;)

kingbritt

Postings: 3612

Registriert seit 31.08.2016

2021-01-08 21:55:07 Uhr

. . . ja, etwas speziell.
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