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Sting - Duets

Sting- Duets

Interscope / Universal
VÖ: 19.03.2021

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Lauwarmes Buffet

Hin und wieder ist eben Kreativität gefragt, um die eigene Fanschar in einer kreativ eher lauen Phase bei Laune zu halten – so oder so ähnlich wird wohl die Prämisse im Hause Gordon Sumner aka Sting gelautet haben, an deren Ende nun die neue LP "Duets" ihren Einstand feiert. Nachdem der eigene musikalische Backkatalog gefühlt seit Jahrzehnten bis ins Unermessliche ausgeschlachtet ist, schickt der mittlerweile 69-Jährige nun also eine Zusammenstellung von Duetten ins Rennen. Grundsätzlich klingt das erst einmal spannend, hat sich Sting doch in den vergangenen Jahrzehnten als äußerst kooperationsfreudiger Geselle erwiesen. Beim genaueren Hinsehen setzt allerdings schnell Ernüchterung ein: Statt neuen oder neu aufgenommenen Kollaborationen mit spannenden Künstler*innen gibt’s hier ein munteres und völlig schmerzbefreites Aufwärmen des "Besten der Achtziger, Neunziger und von Heute" – neue Impulse oder wenigstens den einen oder anderen Remaster sucht man auf über 70 Minuten vergeblich.

Na gut, nicht ganz – sage und schreibe ein bisher unveröffentlichter Song findet sich auf "Duets" dann doch: "September" wurde gemeinsam mit der italienischen Rock-Legende Zucchero aufgenommen. Leider bleibt der prominente Gesangspartner aber auch das einzig Nennenswerte an der ansonsten mit unnötigem Kitsch und fürchterlich aus der Zeit gefallenen Uffzack-Beats garnierten Nummer. Besonders der Hang zu nicht gerade vorteilhaften Vorstößen in die zeitgenössische Clublandschaft macht dazu einen nicht unerheblichen Anteil der Zusammenstellung auf "Duets" aus. Das eigentlich hübsche "Little something" ertränkt zur Songmitte jegliche Chemie zwischen Melody Gardot und Sting im stumpfen Beat-Geballer, ähnlich verhält es sich auch auf "Stolen car", einer Kollaboration mit der französischen Sängerin Mylène Farmer. Wenn es in "Reste" mit Rapper GIMS direkt auf die Tanzfläche gehen soll, ist der Gruselfaktor schlussendlich nur schwer zu ertragen.

Selbstverständlich gibt's hier ansonsten keine unbekannten Outtakes und B-Seiten für Entdecker, sondern vor allem auch die nötigen Dauerbrenner, um Sting-Puristen bei Laune zu halten – "Desert rose", "Rise and fall" oder auch "Whenever I say your name" mit Mary J. Blige sind zwar qualitativ um Längen besser als manch andere Untat hier, nur leider eben auch seit Jahren auf sämtlichen zur Verfügung stehenden Kanälen und Compilations mehr als totgenudelt und mit ihrem Klanggewand der späteren Neunziger und frühen Nullerjahre nicht gerade vorteilhaft gealtert. Auf die Schulter klopfen darf sich lediglich Shaggy, der auf "Don’t make me wait" vom gemeinsamen Album "44/876" ein wenig frischen Wind und einen Ansatz von Spielfreude versprüht. Inmitten einer Zeit, in der viele Künstler*innen neue Wege gehen, ungewöhnliche Möglichkeiten erschließen und ein kollaboratives Miteinander leben, wählt Sting leider mit "Duets" den denkbar unspannendsten Ansatz.

(Hendrik Müller)

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Highlights

  • Don't make me wait (feat. Shaggy)

Tracklist

  1. Little something (feat. Melody Gardot)
  2. It's probably me (feat. Eric Clapton)
  3. Stolen car (feat. Mylène Farmer)
  4. Desert rose (feat. Cheb Mami)
  5. Rise and fall (feat. Craig David)
  6. Whenever I say your name (feat. Mary J. Blige)
  7. Don't make me wait (feat. Shaggy)
  8. Reste (feat. GIMS)
  9. We'll be together (feat. Annie Lennox)
  10. L'amour c'est comme un jour (feat. Charles Aznavour)
  11. My funny valentine (feat. Herbie Hancock)
  12. Fragile (feat. Julio Iglesias
  13. Mama (feat. Gashi)
  14. September (feat. Zucchero)
  15. Practical arrangement (feat. Jo Lawry)
  16. None of us are free (feat. Sam Moore)
  17. In the wee hours of the morning (feat. Chris Botti)

Gesamtspielzeit: 70:41 min.

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User Beitrag

kingbritt

Postings: 3612

Registriert seit 31.08.2016

2021-03-20 20:06:55 Uhr

. . . sehr schön. Die frühen Police waren und sind immer noch klasse. "The Dream of the Blue Turtles" setzte auch ein neues Maß an Kollaboration von Pop/Rock mit Jazz Musikern. Das Live Album "Bring on the Night" wunderbar. Und dann noch ein paar gute und später dann nette Alben. Ab den 00'ern wird's dann schwierig mit Sting. "Symphonicities" noch eine gute Idee. Sonst bleibt da nichts mehr hängen.

oldschool

Postings: 243

Registriert seit 27.04.2015

2021-03-20 19:43:32 Uhr
Ich glaube das ist wieder ne andere Generation bzw, Zielgruppe. Pur waren ja immer Müll. Robbie ist schon die nächste Generation, war aber wie die Herren Sting/Collins in den Anfangstagen durchaus hörbar. Bis es bei allen seicht und belangslos wurde. Das finde ich schade. Bei Pur ist es mir egal, die befanden sich nie in meinem Mikrokosmos. Police aber auf jeden Fall. Aber ich bin nicht so nostalgieverklärt, dass ich mir deswegen den Rotz anhöre, der dannach kam. Ich weiss zum Glück, wenn es Zeit ist, den Zug zu verlassen ^^

Mr Oh so

Postings: 1674

Registriert seit 13.06.2013

2021-03-20 17:33:28 Uhr
oldschool

Ich denke, dass sind mittlerweile die gleichen Leute, die auch ohne zögern eine Phil Collins Best of kaufen.


haha, dazu noch was von Pur und 'ne Scheibe von Robbie Wiliams.

oldschool

Postings: 243

Registriert seit 27.04.2015

2021-03-20 12:30:23 Uhr
Ich denke, dass sind mittlerweile die gleichen Leute, die auch ohne zögern eine Phil Collins Best of kaufen.

Aber STERN findet es toll:
https://www.stern.de/kultur/sting--neues-album--duets--mit-grossem-staraufgebot-30442978.html

Oder ist das schon Schleichwerbung?

Sick

Postings: 141

Registriert seit 14.06.2013

2021-03-19 23:42:28 Uhr
Wer hört denn so ein Scheiß?
Der Mann war mal so inspiriert...
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