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Kanga - You and I will never die

Kanga- You and I will never die

Artoffact / Cargo
VÖ: 26.03.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 10/10

Pop und Postapokalypse

Vorsehung oder gelungene Provokation? 2016 covert die aufstrebende Künstlerin Kanga Duchamp den Klassiker "Metal" von Gary Numan. Das Resultat zeigt sich drei Jahre später: Sie supportet den Altmeister auf seiner 40-Jahre-Jubiläumstour und an dieser Stelle kommt musikalisch zusammen, was zusammenpasst. Der von Numan perfektionierten Melange aus Dark Wave, EBM und Industrial entstammt nun auch "You and I will never die", das zweieinhalbte Album der Musikerin aus Los Angeles.

Neben Numan kommt ein weiterer, deutlich erkennbarer Einfluss zum Tragen: Nine Inch Nails. In der Vergangenheit kopierte Kanga etwa eingangs ihres selbstbetitelten Debüts in "Something dangerous" ganz klar "Somewhat damaged" aus dem Klassikeralbum "The fragile", und auch "Tranquility" belieh bekannte Muster aus dem Hause Reznor mehr als nur offensichtlich. "You and I will never die“ fehlt zwar ein solch sofort erkennbarer Song mit Referenz-Sample, hat dafür allerdings unter anderem mit Justin McGrath einen bekannten Namen aus diesem Dunstkreis als Soundmixer.

Schon "Home" zeigt zu Beginn: Es passt kein Blatt Papier zwischen der 2020 mit drei Bonustracks zum Album aufgewerteten EP "Eternal daughter" und diesem Dutzend neuer Stücke. Kanga setzt den eingeschlagenen Weg konsequent fort, zerrt Dark Wave aus seiner düsteren Ecke hervor und verbindet ihn mit dunkel glitzerndem, postapokalyptischen Pop-Appeal. Eingangs stampft allerdings "You and I will never die" noch etwas orientierungslos heran. Den ersten drei, vier Songs fehlt es ein wenig an Haken und Ösen, um sich auf Anhieb in den Gehörgängen festzusetzen. Die Highlights finden sich mit Ausnahme von "Brother" komplett in der zweiten Albumhälfte. Nach dem "Interlude" löst Kanga die sowieso schon gelockerte Handbremse, und so sollte zu "Moscow" unbedingt eine Abspielmöglichkeit zur Verfügung stehen, die elektronisches Synthie- und Bassgedonner auch passend übertragen kann.

"Violence" etwa startet unscheinbar, dreht jedoch recht schnell auf und tanzt nervös auf einer flirrenden Basslinie, dazu peitscht Kanga den Song stimmlich intensiv unaufhörlich vorwärts. Mit einem dynamischen Mix aus Bassdröhnen und treibenden Vocals lassen auch "Say goodbye" und das an Depeche Mode erinnernde "Waiting" dann so leicht nicht mehr los. Der derartig rhythmisch feuernde Sound ist wie gemacht dafür, nicht nur Begleiter eines bewegungsintensiven Clubabends zu sein, sondern auch jegliches eigene Sportprogramm gehörig nach vorn zu pushen und so füllt Kanga diesen mehr als 40 Jahre alten Sound mit neuer Energie.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Brother
  • Violence
  • Waiting

Tracklist

  1. Preface
  2. Home
  3. Godless
  4. Touch
  5. Brother
  6. Interlude
  7. Moscow
  8. Violence
  9. Ritual city
  10. Say goodbye
  11. Waiting
  12. Untie

Gesamtspielzeit: 44:48 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Klaus

Postings: 3684

Registriert seit 22.08.2019

2021-03-29 01:13:26 Uhr
Der Vorgänger, den ich noch etwas stärker finde, läuft hier auch immer beim Laufen. :)

Yndi

Postings: 57

Registriert seit 23.01.2017

2021-03-28 23:32:21 Uhr
Mega. Würde ich Autofahren, wäre das mein Abendsoundtrack, aber auch bei Sport peitscht das gut an.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21014

Registriert seit 08.01.2012

2021-03-17 19:56:42 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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