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Kings Of Leon - When you see yourself

Kings Of Leon- When you see yourself

RCA / Sony
VÖ: 05.03.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Südzucker

Ganz früher waren sie die "Southern Strokes", mit "Because of the times" verschrie man sie als "Southern U2". Und irgendwann wurden sie vor allem eins: relativ egal. Nachdem "Sex on fire" und "Use somebody" in Radio-Rotation und Standard-Repertoires aufstrebender Casting-Teilnehmer gerieten, gab es neue Kings-Of-Leon-Alben, weil es sie eben geben musste. Mit "Walls" schufen sie ein klares Bekenntnis zu noch mehr Sanftheit, aber auch leider zu noch mehr Mittelmäßigkeit. Der Nachfolger und ihr mittlerweile achtes Album "When you see yourself" ist nun das Werk, das "Walls" schon hätte sein sollen. Kings Of Leon scheren sich nicht mehr drum, Airplay zu bekommen, zu rocken oder Dringlichkeit zu versprühen. Sie geben sich tiefenentspannt und schreiben einfach mal die besten Songs seit dem erwähnten "Because of the times".

Keine sehr hohe Messlatte, zugegeben, aber wie sehr diese elf Songs einnehmen, erfreut außerordentlich. "When you see yourself" ist Musik zum Eintauchen, unterstützt durch die basslastige, weiche Produktion, welche selbst einen eigentlich schmissig aufgezogenen Ausreißer wie die erste Single "The bandit" oder das galoppierende "Echoing" vortrefflich in dieses Mindset überführt. Gerade mal drei Songs landen unter der Vier-Minuten-Marke, die Band lässt den Stücken genügend Zeit, sich zu entwickeln und zu wirken. Der Opener und Quasi-Titeltrack bekommt besonders viel davon, streckt und räkelt sich und fragt in der eingängigen Coda: "When you see yourself / Are you far away?" Weit weg scheinen die vergangenen Zeiten in der Tat.

Trotzdem kann man sogar mal einen verschmitzten Rückgriff auf "California waiting" von der ersten EP unterbringen, welches das in der Sonne cruisende "Golden restless age" mit seinem stetigen Beat evoziert. An die Strophen ist leichte Spannung angelegt, der weltumarmende Refrain löst diese mit golden glänzenden Trompeten auf. Dass der kleine Schwachpunkt "Supermarket" heißt und mit einer Zeile wie "I'm going nowhere if you got the time" aufwartet, mag die Hasser auflachen lassen und natürlich ist der Vorwurf nicht weit, dass "When you see yourself" Musik ohne jegliche Hürde ist, die nicht fordert und nichts will. Genau das ist jedoch der Clou an dieser Platte: Die vier Followills haben die berechtigte Kritik an den Vorgängeralben in einen Vorteil für sich verwandelt.

"Claire & Eddie" wandert dementsprechend zu Country-Klängen in den Sonnenuntergang, erzählt zu einer herrlichen Melodie von "stories so old and still so original". "A wave" lässt sich gemäß seinem Titel treiben und wiegen, die fünf Minuten verstreichen unglaublich schnell. Die Platte versprüht ein Wohlgefühl, sobald sie läuft. Und wenn man schon ganz verzückt ist ob der neuen Form, kommen sie am Ende mit einer herrlich verspulten Ballade namens "Fairytale" um die Ecke. "I love you 'til the day is gone", verspricht Caleb Followill noch. Die Liebe kann man "When you see yourself" nur zurückgeben. Kings Of Leon haben sich endlich wieder freigespielt.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • When you see yourself, are you far away
  • The bandit
  • Golden restless age
  • Fairytale

Tracklist

  1. When you see yourself, are you far away
  2. The bandit
  3. 100,000 people
  4. Stormy weather
  5. A wave
  6. Golden restless age
  7. Time in disguise
  8. Supermarket
  9. Claire & Eddie
  10. Echoing
  11. Fairytale

Gesamtspielzeit: 51:31 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Gomes21

Postings: 3624

Registriert seit 20.06.2013

2021-04-16 20:07:51 Uhr
Hat sich bei mir bei ner 6/10 eingependelt. Besser als ich erwartet habe, aber insgesamt zu viele filler für ne höhere Bewertung.

Thanksalot

Postings: 451

Registriert seit 28.06.2013

2021-04-16 18:31:52 Uhr
Bin da bei Kojiro. Dachte zu Anfang, es würde was mit uns, aber nööö.
Der Opener und "The Bandit" sind immer noch stark, "Golden Restless Age" und "Time In Duisguise" sind auch gut, der Rest packt mich dann doch leider gar nicht. Dabei merkt man dem Album aber an, dass sie sich Zeit gelassen haben und musikalisch finde ich es - so komisch das jetzt auch klingt - spannender als die letzten Releases. Auch weil es zumindest in sich schlüssig klingt. Na dann bis zum nächsten Album.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7347

Registriert seit 26.02.2016

2021-04-16 18:21:41 Uhr
Im Prinzip kann man alle Alben nach Track 6/7 abschalten.

Kann ich absolut nicht teilen. Außer auf "Come Around Sundown" und "Mechanical Bull" ist für mich immer ein Highlight unter den letzten beiden Tracks.

Kojiro

Postings: 991

Registriert seit 26.12.2018

2021-04-16 16:45:53 Uhr
"The Bandit" immer noch schwerer Ohrwurm. Richtig gut. Kommt sicher in die Top 2021.

Mj

Postings: 16

Registriert seit 23.03.2021

2021-03-25 00:14:59 Uhr
Oder Four Kicks. Ganze ehrlich, was eine dümmliche Aussage,
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