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Aaron Lee Tasjan - Tasjan! Tasjan! Tasjan!

Aaron Lee Tasjan- Tasjan! Tasjan! Tasjan!

New West / PIAS / Rough Trade
VÖ: 05.02.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ein Tässchen gefällig?!

Auf den ersten Blick wirkt Aaron Lee Tasjan wie ein komischer Kauz. Und auch der zweite, dritte, zwölfte Blick revidiert dieses Urteil nicht. Der amerikanische Singer-Songwriter sieht aus wie eine Mischung aus Kevin Parker, Beck, John Lennon und Jarvis Cocker und lebt darüber hinaus eine intensive Leidenschaft für Kleidungsstücke aus, die manch anderer nicht einmal an Fasching anziehen würde. Was wirklich zählt, ist jedoch sein Sound, und der, der hat es wirklich in sich. Geschult an den Traditionen US-amerikanischer Liedermacherkunst, musiziert sich der Bursche auf seinem vierten Album einmal quer durch den Gemüsegarten. Mit im Gepäck: Melodien für Millionen, Schnapsideen für gesellschaftliche Outlaws und komödiantische Einlagen, die an andere liebevolle Indie-Quatschköppe wie Mac DeMarco oder Alex Cameron erinnern. Als Titel für die neue Platte kann man dann schon mal ganz selbstbewusst den eigenen Nachnamen in dreifacher Ausführung mit Ausrufezeichen wählen: "Tasjan! Tasjan! Tasjan!"

Die Musik von Tasjan schwankt und hat dadurch mehr vom Weg: Indie-Rock könnte man es nennen, Americana und Alternative-Country spielen aber auch eine wichtige Rolle, für Folk ist es fast zu ulkig und hell strahlend, aber meinetwegen passt auch das noch. Die Songs sind allesamt auf größtmögliche Melodiösität getrimmt, mit Glitzerjackett und Pomade im Haar. Manchmal übertreibt es Tasjan sogar. "Feminine walk" ist so ein Fall: Über ein ziemlich reduziertes Country-Arrangement dudelt er sich hier einmal an der Geschichte androgyner Rockstars entlang, aber letztlich wirkt die Nummer eher wie ein Gag. Auch das an The Killers erinnernde "Dada bois" rast mit einem etwas zu hohen Tempo in die Humorfalle und wird, zack, geblitzt. Dass es besser, zwingender geht, zeigt Tasjan direkt zu Beginn seiner Platte: Der Opener "Sunday women" schmelzt dahin wie feinster 70s-Radiorock unter der Sonne Kaliforniens, geschult an Eagles, Tom Petty und Konsorten. Da regieren harmonische Gitarrenklänge, sachte Drums, unendlicher Optimismus. Kann man aktuell ja nicht genug von haben.

"Computer of love" dengelt sich durch seine lässigen dreieinhalb Minuten Slacker-Pop, sympathische Pfeif-Einlage inklusive. Inhaltlich begibt sich Tasjan mit diesem hochamüsanten Track auf eine Reise in den digitalen Dschungel, einmal im Eiltempo auf der Datenautobahn Richtung Kurzschluss. "Up all night" ist in der Folge ein Alex-Cameron-Gedächtnis-Song: Angenehm käsige Keyboards, exaltierter Gesangsvortrag, der Schalk im Nacken hat die Kontrolle übernommen. Aaron Lee Tasjan stellt immer wieder unter Beweis, dass er in der Lage ist, maximal eingängige Songs zu produzieren, die man aber bitte nicht zu ernst nehmen soll. Ganz nach dem Motto: Was nützen die schönsten Tassen, wenn sie immer nur im Schrank stehen müssen? Fürs vernebelte "Now you know" reist Tasjan dann gegen Ende des Albums 60 Jahre in der Zeit zurück und erweist den Beatles die Ehre. Es darf, es kann, es soll sogar geschunkelt werden! Klingt alles etwas gaga? Ist es auch!

(Kevin Holtmann! Holtmann! Holtmann!)

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Highlights

  • Sunday women
  • Computer of love
  • Up all night
  • Don't overthink it

Tracklist

  1. Sunday women
  2. Computer of love
  3. Up all night
  4. Another lonely day
  5. Don't overthink it
  6. Cartoon music
  7. Feminine walk
  8. Dada bois
  9. Now you know
  10. Not that bad
  11. Got what I wanted

Gesamtspielzeit: 37:50 min.

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Armin

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2021-02-25 10:37:23 Uhr - Newsbeitrag
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