The Screamin' Stukas - A lotta rhythm

The Screamin' Stukas- A lotta rhythm

Levy / White Jazz / Indigo
VÖ: 25.08.2003

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kaffeekrämpfchen

Fragt mal bei der nächsten Vollversammlung Euren Opa, Tante Frieda oder irgendwelche anderen hoffnungslos gestrigen, alten Verwandten, was Sie von Rock'n'Roll halten. Im Idealfall erhaltet Ihr eine Tirade, die die wichtigsten Attribute enthält, um das Debüt der Screamin' Stukas auf den Punkt zu bringen: laut, respektlos, ungewaschen und - ganz wichtig! - amoralisch.

Nein, als Musik für die nachmittägliche Teestunde im katholischen Mädchenheim sind selbst die lieblichsten Passagen aus "A lotta rhythm" denkbar ungeeignet. Zuckersüße Streicher unterstützen Sänger Li'l Otto (!), wenn er eine Abendgestaltung vorschlägt, die der geistigen und geistlichen Erbauung sicher nicht zuträglich ist: "Let's get down / Let's mess around / Let's have some fun tonight." Trainspotting statt Bibelstudium.

Dabei haben die Stukas nichts mit den elektronisch dahintreibenden Verfallshymnen des Junkie-Epos zu tun. Als dreckige Rock'n'Roller bevorzugen sie den Alkohol. "A shot of whiskey is what I need / Intoxication guaranteed / I ain't walking on water." Nein, ganz sicher nicht. Die Finnen tragen das "The" im Bandnamen völlig zurecht. Garagensound und Retro galore, sogar die Probleme scheinen von gestern zu sein. "So many girls, so little time" - wann hat man das zum letzten Mal gehört?

Was "A lotta rhythm" aus der Masse der Retroflut heraushebt, ist die unglaublich nonchalante Art, mit der die Screamin' Stukas hemmungs- aber nicht zusammenhanglos in vier Jahrzehnten wildern. Fest im 60er-Punkrock verwurzelt, lassen sie sich auch die süßen Früchte aus Nachbars Gärten schmecken. Mamas And Papas-Flöten, Beach Boys-Harmonien, Motown-Soul, dazu Fifties-Rock'n'Roll, ein paar 70er-Anleihen aus den Versuchlaboren der frühen Prog-Rockern und zu guter letzt ein - gottlob kaum hörbares - Tüpfelchen aus den unsäglichen 80ern. Das Backcover zeigt den Mikrofonmann mit einer wundervollen Vokuhila-Dauerwelle. "Excuse me for a while / I'll go so I can come back with a style." Keine Sorge, Jungs, ihr habt eine ganze Menge davon.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Some fun tonight
  • Action
  • A lotta rhythm
  • Incomplete & out of time

Tracklist

  1. Ain't walkin' on water
  2. Work it out Sheila
  3. Some fun tonight
  4. Action
  5. My my girl (just fell in love)
  6. On the wing
  7. C'mon baby yeah
  8. Never been this high
  9. A lotta rhythm
  10. Hellbound train
  11. D'yer understand
  12. Incomplete & out of time

Gesamtspielzeit: min.

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