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The Pretty Reckless - Death by rock and roll

The Pretty Reckless- Death by rock and roll

Century Media / Sony
VÖ: 12.02.2021

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

#LeWrongGeneration

"Ist das nicht die aus ...?". Satte zwölf Jahre haben The Pretty Reckless rund um Taylor "Jenny" Momsen bereits auf dem Buckel, und dennoch konnte sich der Vierer nie so ganz von der Strahlkraft des ehemaligen "Gossip Girl"-Stars losreißen. Vielleicht war der Hype um den einstigen Schritt in die Musikkarriere der mittlerweile 27-jährigen einfach zu groß. Vielleicht liegt die Krux aber auch darin, dass die Band sich oftmals zwar ehrlich, aber deutlich aus der Zeit gefallen bei zahlreichen Rock-Klischees der Marke "Früher war alles besser" bedient, anstatt eine eigene Identität zu suchen. Auch auf "Death by rock and roll", dem vierten Studioalbum der Gruppe, ändert sich daran trotz vierjähriger Schaffenspause leider wenig.

Wie zu erwarten, lautet die Devise von Beginn an: Pommesgabeln in die Höhe, Gain-Regler voll aufdrehen und ab dafür. Schon auf dem eröffnenden Titeltrack zitieren sich The Pretty Reckless quer durch das Hard-Rock-ABC. Bratzige Gitarrenläufe, kreischende Soli und fragwürdige Lyrics à la "I wanna go with a shotgun blast / Out on my own, I don't wanna be saved / I wanna go out my way" stellen klar, dass hier kompromisslos gerockt® wird. Musikalisch ist nach diesem Track das meiste bereits gesagt. Mal wird, wie in "Only love can save me now", die Geschwindigkeit etwas zurückgefahren, mal streut "My bones" ein paar akzentuierte Breaks ein. Auf "And so it went" gibt sich gar Tom Morello die Ehre und darf dem Track ein feines, aber schmuckloses Solo beisteuern. Das alles ist handwerklich einwandfrei und zu keinem Zeitpunkt wirklich schlecht, nutzt sich allerdings in seinen übermäßigen Posen schnell ab.

Schade ist das vor allem aufgrund des verschenkten Potenzials von Taylor Momsen als Sängerin. Wie schon auf der 2016er Platte "Who you selling for"zeigt sich besonders in ruhigeren Momenten, dass sie einen Song durchaus alleine tragen kann. Die schaurige Goth-Ballade "25" gefällt mit düsterer Stimmung und sanften Klavierparts; das akustisch instrumentierte "Got so high" ist zwar musikalisch eher eindimensional, weiß aber die Stimme seiner Akteurin gekonnt in Szene zu setzen. Auf der Zielgeraden liefern The Pretty Reckless mit "Turning gold" sogar noch einen wirklich guten Alternative-Song ab, der den richtigen Spagat zwischen Laut und Leise trifft und lässig vor sich herrockt. "But I know that somehow it'll be alright."

Ein versöhnliches Ende, könnte man meinen. Wären da nur nicht die beiden Closer "Rock and roll heaven" und "Harley darling". Letzterer ist eine Heartland-Country-Ballade, wie sie kitschiger nicht sein kann. Ersterer ist mit Zeilen wie "In a rock and roll heaven / The great gig in the sky" oder "Gotta make it to 27 before I die" die vermutlich unangenehmste Nummernrevue, seit Adel Tawil anno 2013 "Lieder" auf Platte verewigte. Und so bleibt zum Abschluss vom kurzen Hoffnungsschimmer nur noch ein äußerst fader Beigeschmack übrig. Chance vertan.

(Hendrik Müller)

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Highlights

  • Turning gold

Tracklist

  1. Death by rock and roll
  2. Only love can save me now (feat. Kim Thayil und Matt Cameron)
  3. And so it went (feat. Tom Morello)
  4. 25
  5. My bones
  6. Got so high
  7. Broomsticks
  8. Witches burn
  9. Standing at the wall
  10. Turning gold
  11. Rock and roll heaven
  12. Harley darling

Gesamtspielzeit: 50:32 min.

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Armin

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2021-02-03 20:05:03 Uhr - Newsbeitrag
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