Mojave 3 - Spoon and rafter

Mojave 3- Spoon and rafter

4AD / Beggars / Zomba
VÖ: 22.09.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Schlafsäcke

Im großen Buch der Rock'n'Roll-Binsenweisheiten steht geschrieben, daß das Ende einer Band dann erreicht ist, wenn ihr Sänger ein Soloalbum veröffentlicht. Als plausible Erklärung wird angeführt, daß er Ruhm, Ehre, Drogen, Groupies und vielleicht auch kreative Kontrolle in Zukunft nicht mehr wird teilen wollen. Und sich vor allem fragen wird, wie er den Wahnsinn des Banddaseins all die langen Jahre überhaupt ertragen konnte. Zum Glück steht manchmal aber selbst im besten Buch der größte Schwachsinn. Und zum Glück ist Neil Halstead ein viel zu guter Mensch, um nach dem geglückten Alleingang seine Kumpels hängen zu lassen. Es gibt ein Leben nach dem Soloalbum für Mojave 3. Und so sieht es aus.

"Spoon and rafter" ist das vierte Album von Mojave 3 und es klingt wie Neil Halsteads Soloausflug, der wiederum wie die vorherigen drei Alben von Mojave 3 klang. Alle Mann ans Lagerfeuer, schnell noch die Akustische gestimmt, und ab geht die Post. Daß man seinen Zuhörern trotzdem schon mal gern ein Überraschungsei unterjubelt, wird diesmal gleich zum Auftakt unterstrichen. "Bluebird of happiness" reist in knappen zehn Minuten einmal um die Welt, kriegt Island, Americana und Brit-Pop unter einen Hut und ist auch noch richtig gut. Die können es also immer noch. Nicht, daß man dran gezweifelt hätte.

Routiniert und zuverlässig ziehen die im Laufe des Jahres entstandenen Songs alle gängigen Register des Folk-Pops. "Billoddity" hüpft vergnüglich auf einem Glockenspiel rum, "She's all up above" ist die serienmäßig mitgelieferte Klavierballade, und "Too many mornings" orgelt sich zu Halsteads sanftem "Lalala" in den verdienten Schönheitsschlaf. Zum Aufhorchen wird es wieder, wenn "Battle of the broken hearts" all das in einem Song unterbringt und für manchen allzu schlafmützigen Moment entschädigt. "Spoon and rafter" ist Hängemattenmusik zum Seelebaumelnlassen. Für Workaholics ist das nichts. Aber für Langschläfter, Faulpelze und alle anderen Sympathieträger dieser schnellen Welt.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Bluebird of happiness
  • Battle of the broken hearts

Tracklist

  1. Bluebird of happiness
  2. Starlite #1
  3. Billoddity
  4. Writing to St. Peter
  5. Battle of the broken hearts
  6. Hard to miss you
  7. Tinker's blues
  8. She's all up above
  9. Too many mornings
  10. Between the bars

Gesamtspielzeit: 51:01 min.

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