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ZSK - Ende der Welt

ZSK- Ende der Welt

Century Media / Sony
VÖ: 15.01.2021

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Kein Applaus für Scheiße

Vorneweg gibt es ein aufrichtiges Sorry! Die Überschrift droht nämlich vor lauter Arroganz zu explodieren, der nachfolgende Text wird außerdem in Sachen Humor und Augenzwinkern nicht einmal im hauseigenen Forum für einen Röchler sorgen. Bei diesem ungelenken Verriss wider Willen verlieren schlichtweg alle. Warum dann das Ganze, mag man sich da zurecht fragen? Warum nicht einfach mit ZSK genau das machen, was Plattentests.de seit 2006 berechtigterweise gemacht hat, nämlich sie mit einem gleichmütigen Schulterzucken zu ignorieren? Nun, die scheinen jetzt relevant zu sein. Relevanz, auch wieder so eine Quatschkategorie. Um es mit den vielleicht meistgenutzten Worten von Heiko Waßer zu sagen: Für alle neu hinzugekommenen Zuschauer, ZSK, das sind die, die diesen Drosten-Song geschrieben haben.

Und außerdem vor allem natürlich eine bestimmt sehr sympathische, hart arbeitende Punkrockband, die sich seit den Neunzigern den Arsch abtourt, die auch ganz bestimmt mit vollem Herzen bei der Sache ist, deren Engagement man jederzeit gerne honoriert. Die sind authentisch, um gleich die nächste Quatschkategorie der Musikkritik zu bemühen. Nur ist es halt auch so, dass, egal wie viel guten Willen man vor den Boxen zusammenkratzt, "Ende der Welt" bisweilen auf einem Niveau unterwegs ist, das man irgendwie niemandem wünschen mag. Bevor der Einwand kommt: Natürlich ist von vornherein klar, dass das hier maximal straight gehaltener Punkrock ist, natürlich sind ZSK nicht die Band, die in ihren Texten den Diskurs aus den Angeln heben will. Das ist alles klar und schön und gut. Trotzdem ist es einfach zu wenig, die, wir formulieren es mal verkürzt, Politisierung der Jugend mit einem x-Mal wiederholten "Die Kids sind okay" zu besingen und den zahlreichen Feindbildern ein plumpes "Fickt Euch" entgegenzukotzen. Und wenn "Mach's gut" den Faden aufnimmt, in dem sich Adam Angst in ihrem unerträglich platten "Professoren" einst verheddert hatte, dann ist das sogar einfach nur schlimm.

Nur leider eben auch ziemlich repräsentativ für den Rest des Albums. Man höre nur die erwähnte Drosten-Huldigung "Ich habe Besseres zu tun" und leide still vor sich hin. Wohin das Auge auf "Ende der Welt" sieht, gibt es allergröbste Holzschnitte aus der Klischeegrabbelkiste, überall werden die Hörer*innen von dösbaddeligen "Wir gegen die"-Parolen angeödet, die so ziemlich alles sind, aber nicht hilfreich. Das ist gerade vor dem Hintergrund, dass die Band die besten Absichten verfolgt, tragisch. Zumal ZSK musikalisch nicht im Ansatz in der Lage sind, die Chose auf die Kette zu bekommen. Serviert wird das ganze nämlich mit blitzsauber produzierten Uffda-Punkrock, der irgendwie nach Mottenkugeln duftet und dementsprechend dringend mal wieder ausgelüftet werden müsste. Sogar selbsterklärte Liebhaber*innen der mit Schmackes produzierten drei Akkorde warten hier vergebens auf den Aha-Moment inmitten der vorhersehbaren Akkordfolgen und aufdringlichen Oh-ohs. So schwer das Urteil in Kurzform auch fällt: "Ende der Welt" ist gut gemeint, aber einfach nicht gut. Sorry, echt.

(Martin Smeets)

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Highlights

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Tracklist

  1. Ich feier Euch
  2. Die Kids sind okay
  3. Mach's gut
  4. Ende der Welt
  5. Kein Talent
  6. Sag mir wie lange
  7. Stuttgart
  8. Alle meine Freunde
  9. No justice
  10. Mein Zuhause ist bei Dir
  11. Ich habe Besseres zu tun

Gesamtspielzeit: 33:51 min.

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User Beitrag

fakeboy

Postings: 1008

Registriert seit 21.08.2019

2021-01-15 09:40:57 Uhr
@Hoschi: die einzige nicht handgemachte Musik ist solche, die von AI gemacht wird. Ist aber noch selten der Fall.

Ansonsten zu unterscheiden zwischen Gitarren und Synthies bzw. echten Drums und programmierten ist seit mindestens 40 Jahren nicht mehr angebracht. Allenfalls könnte man zwischen verstärkter und unverstärkter Musik unterscheiden, aber auch das bringt wenig. Bei einer Bewertung geht es doch um den Kontext und die ZSK ist nun wirklich einfach ziemlich schrottig. Plumpster Punk, da gibt es wirklich hunderte von Bands die besser sind, in Deutschland, in Europa, in der Welt. Siehe Madsen-Thread, da läuft grad eine ähnliche Diskussion.

Ob 2 oder 3 oder 4 für ZSK ist ja letztlich egal, es ist einfach kein gutes Album...

wilson

Postings: 211

Registriert seit 10.08.2015

2021-01-14 21:37:19 Uhr
zsk, broilers, feine sahne fischfilet und und und...boring, boring, boring...alle in einen sack und immer mit'm knüppel drauf!
p.s.: ich steh' auf punk!

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 6968

Registriert seit 26.02.2016

2021-01-14 20:11:36 Uhr
Also den Drosten-Song find ich jetzt auch nicht besser als den nächstenbesten Ich+Ich-Song, der mir so einfällt. Also genaugenommen finde ich beides grottig, völlig egal, wer da welche Instrumente spielt. (Viel Können steckt bei ZSK scheinbar auch nicht dahinter, was man als Punk oder Dilettantismus oder beides sehen kann.)

MartinS

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 1020

Registriert seit 31.10.2013

2021-01-14 19:09:11 Uhr
Hä? Also machen wir das jetzt so, einfach aus purem Respekt, dass da jemand ein Instrument aufgenommen hat, nicht unter die 5 zu gehen?
Handgemacht ist außerdem alles. Wenn ich mir ein Album von Miley Cyrus anhöre, hat da auch irgendwer die Instrumentalparts geschrieben und eingespielt. Oder was ist mit diesem ganzen Pop-Alben, die aufwändig und richtig gut produziert sind? Ist das nicht handgemacht?

Und ja, Punk ist Punk und dieses Album geht in diesem Kontext genauso hoffnungslos unter.

Ich versteh nicht so richtig, was dich jetzt genau stört

Hoschi

Postings: 563

Registriert seit 16.01.2017

2021-01-14 18:46:49 Uhr
Warum handgemacht ein Qualitätsmerkmal sei ?
Soll das eine rhetorische Frage sein ?
Für mein Musikempfinden ist handgemacht DAS Qualitätsmerkmal schlechthin.
Wenn ein Künstler, völlig egal welches Genre und sei es Techno, mit wessen ich so rein gar nichts anfangen kann, sich entschließt, sich mit Sequenzer, Drumcomputer und Synthesizer zu experimentieren um damit seinen Songs einen gewissen Anspruch zu verleihen, dann ist das für mich respektabel und würdigend.
Niemals würde ich, als Musikkritiker, Musiker*innen den Anspruch absprechen, sich die Mühe gemacht zu haben, ein ordentliches Musikpaket abgeliefert zu haben anstatt nur die "Demo" Taste des Casio Keyboards gedrückt zu haben.

Nein, ich hab das komplette Album noch nicht gehört, wie auch, aber selbst wenn die anderen Songs so langweilig sind wir die vorab Tracks, kann ich doch keine 2/10 geben, was quasi einem Schlager oder Wendler Album gleichkommt, in welchem der sog. "Musiker" weder ein Satz selbst verfasst als auch nur eine einzige Note selbst komponiert hat.
Also entweder ihr testet solche Gurken Alben, was aus meiner Sicht nichts mit professioneller Musik zu tun hat, einfach nicht(man spart sogar Zeit und Nerven das Zeug hören zu müssen) oder man führt ein anderes Bewertungssystem ein.
Ich will die ZSK Jungs jetzt auch wirklich nicht in Schutz nehmen oder den Rezensenten persönlich angreifen aber es wirkt schon ein wenig verbesserungswürdig.
Es wurde in der Rezi auch erwähnt und geschildert (ja, ich hab sie gelesen).
Punk ist Punk. Mal schlechter, mal besser. Wenn die Songs Mist sind muss das in der Rezi angesprochen werden, keine Frage, aber so wie das jetzt ist, hat das irgendwie einen faden Beigeschmack.
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  • ZSK (75 Beiträge / Letzter am 13.01.2019 - 17:25 Uhr)

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