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Soft Kill - Dead kids R.I.P. city

Soft Kill- Dead kids R.I.P. city

Cercle Social
VÖ: 27.11.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Aus dem Kokon

Die Achtziger und ihr Sound sind wie ein kleines Naturwunder, eine schier unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Immer wieder schlüpfen Tierchen aus dem Achtzigerjahre-Sound-Kokon, gegen die Regeln des natürlichen Zyklus und der Zeit. Obwohl mittlerweile beinahe vier Jahrzehnte seit den Tagen der Synthie-Revolution im Rückspiegel zu betrachten sind, ist Popmusik mit dem raffiniertem Synth-Vibe der Dekade, düster und luftig zugleich, heute präsenter denn je, begeistert Jung und Alt. Dazu braucht man nicht einmal unbedingt über The Weeknds 2020er-Blockbuster-Hit "Blinding lights" zu stolpern, die gerade abgeschlossene Zehner-Dekade ist voller Beispiele.

Soft Kill aus der Kunst- und Hipster-Metropole Portland, Oregon datieren den Eintrag der ersten Veröffentlichung bereits 2010 und entwickelten den eigenen Stil seitdem nur bedingt. Dennoch lohnt es, ihrer Interpretation von Synth-Rock im Stile der unzähligen (unten aufgeführten) Klang-Vorbilder zu lauschen. Zwar gibt es aufs erste Ohr weniger prägnante Hits zu bestaunen wie etwa "Whirl" vom ebenfalls empfehlenswerten Album "Choke", dafür packt das energetische, im verdunkelt-roten Licht perlende "Wanting war" bereits an Position zwei konsequent an die Wurzeln des Sounds. Insgesamt ist die fünfte Soft-Kill-Platte "Dead kids R.I.P. city" erstaunlich konsistent geraten. Sie setzt – egal ob die Kompositionen einen dunklen oder hellen Anstrich erfahren – mehr auf Ambiente statt auf die pure, kühle Post-Punk-Glocke.

Dies unterstreicht der schöne Opener "Roses all around", der auch nach dem Motto vorgeht: Ein bisschen mehr The Cure im Sound schadet nicht. Das gilt auch für die Single "Pretty face", die mit einem hübsch eingängigen Finale punktet. "Floodgate", Co-Produktion mit Tamaryn, ist deutlich schleppender angelegt, der Bass klingt bewusst ausgefranst und angeknockt. Das Stück bringt klar die Goth-Einflüsse der frühen Soft Kill heraus, Zweistimmigkeit und Synthie-Line im Refrain spendieren jedoch ein wenig Licht. "Matty Rue" schwelt dagegen auf brodelnden Synthies, wie Lava, die niemals zur Eruption bestimmt war, haut mit dem Refrain aber trotzdem ohrwurmige Sprenkler in die Atmosphäre. Und dass es auch im Singer-Songwriter-Gewand erstaunlich gut klappt, zeigt der Closer "I needed the pain".

Atmosphäre alleine reicht indes nicht aus, um die tolle Stimmung zu beschreiben, die Soft Kill in "Oil burner" über elegische achteinhalb Minuten entfachen. Nach getragenem Beginn umgarnt zunächst die wunderbar intensive und zugleich anschmiegsame Stimme von Tobias Sinclair, und spätestens ab dem ersten Refrain bilden die im Post-Rock-Sumpf lärmenden Gitarren einen Teppich, auf dem man unweigerlich in das Reich der Hypnose schwebt. In Kombination mit einem Glas Rotwein und einem zaghaften Blick nach draußen – in diesem Winter vielleicht gar nicht so schlecht.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Roses all around
  • Wanting war
  • Matty Rue
  • Oil burner

Tracklist

  1. Roses all around
  2. Wanting war
  3. Matty Rue
  4. Floodgate
  5. Crimey
  6. Pretty face
  7. Ducky
  8. Inverness
  9. Oil burner
  10. I needed the pain

Gesamtspielzeit: 47:11 min.

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User Beitrag

MM13

Postings: 2021

Registriert seit 13.06.2013

2021-01-16 12:32:40 Uhr
empfehlung an alle die wie ich nicht an diesem post80er retrosound vorbeikommen,angenehmer schöner sound, macht spass.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 20302

Registriert seit 08.01.2012

2021-01-13 20:31:54 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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