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Rhye - Home

Rhye- Home

Caroline / Universal
VÖ: 22.01.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Schlüssel unter der Fußmatte

Liebe im Mittelpunkt. Bei Rhye lag der Fokus bisher immer auf der körperlichen oder emotionalen Ausprägung derselben. Michael Milosh, nun alleiniger Kopf des Soul-Pop-Projektes, findet immer wieder die richtige Balance zwischen fragiler Intimität und knisternder Sinnlichkeit. Doch thematisch bewegt sich das neue Album des Kanadiers, wie der Titel "Home" ausdrückt, hin zu der Frage, was ein fester Ort zum Rückzug und zur Entfaltung für den Menschen bedeutet. Auslöser dafür mag sein, dass Milosh mit seiner Partnerin nach jahrelangem Nomadenleben eine feste Bleibe in der Nähe von Los Angeles gefunden hat. Jenes Haus wurde immer wieder von Musikern und Künstlern bewohnt, ist also ein guter Ort für Rhyes kreatives Schaffen. Ein eigenes Heim eignet sich nämlich nicht nur für intime Einkehr und Rückzug, wie das neue Werk suggeriert: Man kann auch die Tür offen stehen lassen, schauen, wer rein kommt, und mit diesen Personen eine gediegene Haus-Disco-Party veranstalten. Denn an vielen Stellen strahlt dieses "Home" einen offenen, positiven Vibe aus.

Wenn man "Come in closer" hört, denkt man beispielsweise an die Disco-Opulenz von Earth Wind & Fire: Die Streicher sind positiv gestimmt, besitzen eine klare Kontur und zielen direkt auf Eingängigkeit ab. Dazu sind auch die Beats geradlinig und handfest, ein gemächlicher, aber satter Groove. Dies harmoniert zu Albumbeginn wunderbar mit dem zarten, etwas diffusen Gesang Miloshs, die klare Kante und das Fragile, Ungefähre passen gut zusammen. Die Stücke haben eine elegante Anmutung, nichts wird übertrieben, laid back ist die Verhaltensregel. Dennoch entstehen dabei konkrete Momente der Tanzbarkeit, die mit gebremster Dringlichkeit in "Beautiful" dann doch wieder zuerst das Schlafzimmer erforschen. "Safeword", selbstverständlich wieder abgemildert durch den pastellfarbenen Gesang, packt dann jedoch erstaunlich kräftig zu. Die Streicher-Pirouetten schwingen selbstbewusst aus und auch die Rhythmik ist markant ausgestaltet.

Dass es auch ohne Beats geht, zeigt "Need a lover", eine atmosphärisch knisternde Akustikballade, die neben reduziertem Gitarrenspiel und wohligen Streichern auch eine anrührende Gesangsmelodie bereit hält. Einen sinisteren Groove hat hingegen "Helpless", welches seine Synthie-Töne in nasskaltes Neon taucht, aber über den zurückhaltenden Refrain Nähe und Wärme vermittelt. Dieser behütende Faktor strahlt durch das ganze Album, bei allem nach Öffentlichkeit strebenden Hochglanz. Da mag der Beat von "Black rain" stampfen und die Streicher im Rampenlicht jubilieren, allein durch den zarten Gesang bietet Milosh immer einen Unterschlupf. Besonders deutlich liegt diese Betonung auf Stücken, bei denen Schlagzeug oder Drum-Computer eine zurückhaltende Rolle spielen. "Sweetest revenge" gleitet weich dahin, schwebt auf luftiger Melodieführung durch einen weniger stark ausgearbeiteten Klangraum.

Auch die von wenigen Piano-Klängen zusammengehaltene Ballade "Fire" übt sich in Zurückhaltung, lässt nur wenige andere Elemente in dieses Stück tröpfeln. Hier ist man dann tatsächlich in einem Schutzraum angekommen, die Zudringlichkeiten der Außenwelt tönen nur aus der Ferne. Und dennoch bietet dieses Album auch die Gegenseite. Viele Songs gehen nach außen und voran, laden dazu ein, dieses Zuhause zu teilen. Und dies ist bei allem behaglichen Komfort eben auch schön zu sehen: Milosh verkriecht sich nicht unablässig, sondern kommuniziert munter mit der Umgebung.

(Martin Makolies)

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Highlights

  • Come in closer
  • Safeword
  • Need a lover
  • Black rain

Tracklist

  1. Intro
  2. Come in closer
  3. Beautiful
  4. Safeword
  5. Hold you down
  6. Need a lover
  7. Helpless
  8. Black rain
  9. Sweetest revenge
  10. My heart bleeds
  11. Fire
  12. Holy
  13. Outro

Gesamtspielzeit: 47:21 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

MickHead

Postings: 12810

Registriert seit 21.01.2024

2026-06-14 14:44:47 Uhr
Am 12.06. wurde die EP "Joy" veröffentlicht.

Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_k_KT7wysSDS35x0I7gfBEA2go9xeC6WI4&si=zAZJSTJGTTET4vv-

musie

Postings: 4279

Registriert seit 14.06.2013

2026-03-14 16:05:09 Uhr
Wieder starker Song.

Zum alten Thema: Ich lese sie war 16, er in den 30ern als sie zusammen kamen. Dann jahrelang zusammen, dann on/off, dann wurde er berühmt, dann von ihr verklagt, dann der Shitstorm mit den sexual abuse Vorwürfen und nach der Scheidung hörte man nicht mehr viel. Oder liege ich falsch…

rheiton

Postings: 423

Registriert seit 26.03.2025

2026-03-14 14:34:23 Uhr
Können wir sexuelle Abuser keine Plattform geben?

MickHead

Postings: 12810

Registriert seit 21.01.2024

2026-03-14 13:36:31 Uhr
Erster neuer Song in 26!

"Close Your Mouth"

https://youtu.be/uxcHNRJCjYE?si=h6cLqx-phOwvIdNh

MickHead

Postings: 12810

Registriert seit 21.01.2024

2025-12-06 18:00:41 Uhr
Erster neuer Song seit der "Passing EP" von 2023.

"Hold On" (05.12.)

https://youtu.be/gOD-zgAc2wI?si=uR48m--5aojkpXAL

"Passing" EP (2023) Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_k51mLFBqPfknVi8ySBecL-pbb3Va0PZBQ&si=iNa0gWl7ukA4XqwO

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