Favez - Bellefontaine Avenue
Stickman / Indigo
VÖ: 29.09.2003
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Sonnenallee
Der vor Gericht gezerrte Schurke nimmt Anwälte nicht nur als schmückendes Beiwerk. Glaubt der Beschuldigte, die Sache selber in die Hand nehmen zu können, erlebt er vor dem Richter manch böse Überraschung. Musikkapellen setzen auch gewöhnlich auf bewährte Vertrauensmänner an ihrer Seite. Steht ein neues Album auf dem Plan, werden die privaten gelben Seiten studiert und der passende Produzent ausgesucht. Dachten sich auch Favez, die mit "(From Lausanne, Switzerland)" eine Scheibe vorgelegt hatten, die aufhorchen ließ. Allerlei Umstände aber führten jetzt dazu, dass die Schweizer "Bellefontaine Avenue" in Eigenregie produzierten. Mit dieser Entscheidung - und glücklicherweise nicht nur mit dieser - lagen die Jungs goldrichtig. Das Quartett hat nämlich nicht nur zehn gute Songs eingespielt, sie wurden auch noch bestens umgesetzt.
"Wenn Ihnen das schon Schweiz genug ist", sagt der Betrachter des Tirolerhutes und deutet ins CD-Regal, "dann probieren Sie es mal hiermit." Favez haben es sich inmitten eines Sofas gemütlich gemacht, an dessen einem Ende eine junge Frau namens Emo sitzt und vor sich hin träumt, und an dessen anderem Ende die gute alte Frau Rock lasziv an der Zigarette saugt. Herr Noise hat sich längst verabschiedet. Harmonie ist Trumpf.
Schade ist zwar, daß es der Band nicht gelingt, den überragenden Opener "Emmanuel Hall" qualitativ im weiteren Verlauf der Platte noch einmal zu erreichen, doch hält der Vierer bis zum Schluß ein ausgewogen hohes Niveau. Gerade Stück Nummer eins vereint hervorragend die Stärke der Band. Ruhige Passagen paaren sich da mit rockigen Momenten, ohne im üblichen Schema F gelangweilt vor sich hin zu düdeln. Viele Ohrwurm-Nummern wie "Sloganeering" oder "The killer show" folgen auf dem Fuße und machen das Ganze zu einem wunderhübschen Hörerlebnis.
Alles richtig gemacht? Fast. Zwischen all den feinen Stücken blitzt immer wieder ein noch höheres Niveau auf, in absoluter Reichweite. Wenn sich die Vier beim nächsten Streich etwas mutiger an neue Level heranspielen, winkt der Sprung in die Champions League. Und es hat ja schon der FC Basel bewiesen, daß Schweizer sich dort durchaus wohlfühlen können.
Highlights
- Emmanuel Hall
- The killer show
- Battle weary blues
Tracklist
- Emmanuel hall
- Times were high
- Sloganeering
- The light is coming in
- The killer show
- It´s a hit
- A better life
- The system
- Battle weary blues
- Olé Jose
- Heavy metal 10
Gesamtspielzeit: 36:17 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
User | Beitrag |
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Menikmati |
2004-02-19 11:50:35 Uhr
Für mich die beste schweizer Band nebst Favez sind immer CRANK, haben sich leider vorübergehend aufgelöst. Anspieltip: die ganze LP TORTURE KING!!! |
peatch |
2004-02-19 08:24:34 Uhr
weiss nicht mal. habe auch schon eine weile nichts mehr von ihr gehört. vielleicht ist sie in portugal geblieben und singt den eröffnungssong zur em, mit einem rothaarigen ami als gitarristen... wer weiss! |
alexi lalas |
2004-02-18 19:16:07 Uhr
naja, das ist ja wurscht. hauptsache musik. gibt es maozinha noch? irgendwie schon seit jahren nichts mehr gehört. |
peatch |
2004-02-18 17:13:51 Uhr
sieht wirklich sehr traurig aus momentan! aber es gibt doch einige leckerbissen mit potential: maozinha, démillac, felka, double pact, déborah, stephan eicher... nur halt eben nicht unbedingt im rock-sektor... |
alexi lalas |
2004-02-16 14:55:48 Uhr
also wenn favez wirklich das beste wäre, was die schweiz zu bieten hat, dann würde es wirklich traurig um unseren musik-markt stehen. naja, steht es ja auch. |
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Referenzen
Foo Fighters; Kevlar; Fireside; Rival Schools; Hell Is For Heroes; Hundred Reasons; Serafin; Sincere; 3 Colours Red; Idlewild; Buffalo Tom; Dinosaur Jr.; The Lemonheads; Billy Talent; Blackmail; Scumbucket; Biffy Clyro; Far; Modest Mouse; The Dismemberment Plan; Built To Spill; Incense; Motorpsycho
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