Andrew W.K. - The wolf

Andrew W.K.- The wolf

Island / Universal
VÖ: 22.09.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Zum Heulen

Der Witz war gut. Vollidiot schlägt sich (der Legende nach höchstselbst) die Nase blutig, packt das Beweisfoto auf das Cover seines Debütalbums, greift sich in den Schritt und rockt drauflos. Aber wie. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und vor allem: Ohne Rücksicht auf Geschmack. "I get wet" hielt nur einen kleinen Hype lang. Spaßig war's dennoch. Auch wenn nicht alle darüber lachen konnten.

Die Sache mit der Nase scheint inzwischen verheilt. Der gewaltige Dach- und alle anderen bleibenden Schäden des Andrew W.K. offenbar nicht. "Victory strikes again" eröffnet das neue Album mit einem Gewitter, Meat Loaf-Piano und mächtigen Parolen vom Meister der lauten Töne höchstselbst: "This! Is! Why! We! Are! Alive! / We! All! Live! Like! We! Are! Going! To! Die! / We! Are! Here! We! Are! High! / And! This! Is! Why! We! Love! To! Live! Our! Lives!" Jau, was für ein Statement! Zwölfmal voll auf die Zwölf! Ab dafür!

Bei intensiverer Analyse ist allerdings zu eruieren, daß der grazile Andreas von W.K. nicht mit nachdenklichen Poemen geizt, die in die Tiefe gehen und die Welt reflektieren, wie wir Normalsterbliche es nie für möglich gehalten hätten. "I want to have a party / You cannot kill the party / Long live the party!" reflektiert den kontemporären Hedonismus der adoleszenten Generation auf subtile Weise. Und der Künstler wird noch tiefschürfender: "Want to make sex / Want to make sex / Oh / Want to make sex / Want to make sex / Want to make sex / Oh oh / Want to make sex / Make sex / Want to make sex / Want to make sex / Oh!" klagt die subversive Verlotterung aller Bevölkerungsschichten an. Unwiderlegbar. Hat jemand Adresse des Literatur-Nobelpreis-Kommitees? Diesen Mann muß doch mal jemand vorschlagen!

Mal im Ernst: Wer solche Texte auch noch im Booklet abdruckt, statt einfach mal zu hoffen, daß sie bei dem Gegröhle eh keiner versteht, muß schon ein gesundes Ironieverständnis haben. Lustig jedenfalls ist es nach wie vor, bei Andrews Bollergeschossen dabeizusein, richtig laut (L-A-U-T-!-!-!) aufzudrehen und Haare, Arme und sämtliche Extremitäten durch die Luft zu wirbeln. Doch selbst Menschen mit prächtig ausgebildetem Humor und praktischem Kippschalter zum Gehirn-Ausknipsen müssen eingestehen, daß das Debütalbum die besseren Melodien hatte und irgendwie fetter kam. Viel fetter. Scheiß drauf. Party til you puke. Und so.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Long live the party

Tracklist

  1. Victory strikes again
  2. Long live the party
  3. Tear it up
  4. Free jumps
  5. Never let down
  6. Your rules
  7. The song
  8. Make sex
  9. Totally stupid
  10. Really in love
  11. The end of our lives
  12. I love music

Gesamtspielzeit: 43:23 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin (unangemeldet)
2015-11-03 22:41:41 Uhr
So We Can Be There When

VICTORY STRIKES AGAIN!!!!!!!!!!!
Armin (unangemeldet)
2015-08-21 20:19:23 Uhr
LONG LIVE THE PARTY, UUUUUUUUUUUUUUHHHHHH!!!!!!
Totally Stupid
2015-07-29 19:05:24 Uhr
If we wait until tomorrow, will tomorrow ever come?
mapypeNeemile
2013-06-29 23:44:07 Uhr
1/2 <a href=http://www.kiloporetostu8.com>What Is Drug Rehabilitation
12yu
2013-06-21 12:46:25 Uhr
Die Songs kicken irgendwie nicht so recht wie die auf dem Debüt. Wieso, kann ich mir nicht erklären und schon gar nicht artikulieren

und so einer geht hier als rezensent durch?!
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