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Draconian - Under a godless veil

Draconian- Under a godless veil

Napalm / Universal
VÖ: 30.10.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Drakonisches Timing

Schlechte Zeiten bringen starke Menschen hervor, heißt es. Und drakonische Zeiten? Bringen starke Alben hervor! So erscheint im Dezember die Jubiläumsausgabe des heuer 25 Jahre alten Paradise-Lost-Klassikers "Draconian times", und zuvor veröffentlicht eine bei Plattentests.de bisher noch kaum beachtete Band namens Draconian pünktlich zur idealen Jahreszeit eine hervorragende Gothic-Metal-Platte. Da würde es umso besser passen, wenn sich das schwedische Quintett bei seiner Namensfindung von besagtem Paradise-Lost-Meisterwerk hätte inspirieren lassen, doch dafür war das Album einige Monate zu spät dran. Wahrscheinlich auch besser so, denn abgesehen von der grundsätzlichen Genrezugehörigkeit ist der Dämmerduktus von Draconian vergleichsweise klassischer und geradliniger Natur.

Damit ist "Under a godless veil" zwar für einen potenziell kleinereren Hörerkreis interessant, kann dafür aber mit einer atmosphärischen Intensität punkten, wie sie in diesem Jahr bisher – nun ja – allenfalls noch die letzte Paradise-Lost-Platte "Obsidian" zu bieten hatte. Draconian haben demgegenüber allerdings einen entscheidenden Vorteil: Heike Langhans. Die aus Südafrika stammende Sängerin verleiht dem Album eine mystische Tiefe und trägt damit viel zum ausgeprägten Gänsehautfaktor bei. Doch erst im Kontrast zum unheilvollen Growling Anders Jacobssons entsteht vor dem Hintergrund der massiven Soundkulisse ein genretypisch suchterzeugendes Spannungsverhältnis.

Böse Zungen mögen behaupten, dass eine gewisse Spannung auch bitter nötig ist, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Zwar ist eine ebenfalls durchaus genretypische, aber hier nicht besonders auffällige Gleichförmigkeit gegeben, doch das dürfte für Band- und Stilfans irrelevant sein, denn mehr vom Selben bzw. Ähnlichen heißt eben auch: mehr Atmosphäre und längeres Schweben im schaurig schönen Nebel, der zwar musikalische Konturen mitunter verblassen, aber ausdrucksstarke Bilder entstehen lässt. Die eigentliche Qualität des Albums liegt ohnehin darin, die visuelle Vorstellungskraft des geneigten Hörers maximal auszureizen. Und eines ist klar: Drakonische Zeiten, die so viel Schönheit mit sich bringen, können unmöglich schlechte Zeiten sein.

(André Schuder)

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Highlights

  • Sorrow of Sophia
  • Ascend into darkness

Tracklist

  1. Sorrow of Sophia
  2. The sacrificial flame
  3. Lustrous heart
  4. Sleepwalkers
  5. Moon over Sabaoth
  6. Burial fields
  7. The Sethian
  8. Claw marks on the throne
  9. Night visitor
  10. Ascend into darkness

Gesamtspielzeit: 62:19 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2020-10-28 22:16:57 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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