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Texture Droite - Vibrant pixel

Texture Droite- Vibrant pixel

Slab Note
VÖ: 09.10.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Die fixe Idee

Neues aus dem Nähkästchen: Techno-Alben zu rezensieren ist grauenhaft, selbst, wenn sie super sind. Erst recht, wenn sie super sind. Denn schnell sind sie da, die unnötigen Adjektive, die bräsigen Sprachbilder, die Stilmittel, die darüber hinwegtäuschen sollen, dass dem Rezensenten die Ideen ausgehen. "Vibrant pixel" von Texture Droite ist ein Techno-Album. Es ist super.

Fortan soll es um die Bassdrum gehen. Sie nimmt in der elektronischen Tanzmusik eine wichtige Rolle ein. Stoisch verrichtet sie ihr Werk, indem sie pünktlich zur Arbeit erscheint. Lautmalerisch ließe sich das mit "Uffz, uffz, uffz, uffz" umschreiben, aber das wäre ein bisschen unsachlich. Auf "Vibrant pixel" ist die Bassdrum selbstverständlich vertreten, da sie im Gegensatz zu Rezensenten ihren Job ernstnimmt. Texture Droite wissen, wie man eine wohlklingende Bassdrum programmiert. Satt sind die Bässe, präzise die Konturen. "Schiebt halt", würde der Connaisseur sagen, aber der starrt gerade die Lichterkette an der Decke an. Muss an diesen Drogen liegen, die angeblich in der Tanzmusikszene kursieren. Vielleicht sucht er aber auch nur seinen Autoschlüssel.

Texture Droite machen ihrem Namen alle Ehre. Ihre Meisterschaft liegt tatsächlich in der Textur. Fein austarierte Flächensounds umwabern den Puls, immer wieder überraschen schneidige Melodien den Hörer. "Under harmonic flurry" besitzt so eine. Wobei der eigentliche Star der herrlich absurde Synthie-Sound ist, der diese Melodie von sich gibt. Deutlich entspannter geht es in "A vibrant touch offfff" zu. Hier verliert sich die Musik in der Breite. Das ist Blödsinn, aber wahrscheinlich die präziseste Beschreibung, die mit dem aktuellen Wortschatz möglich ist. Es ist ein Elend. Wunderschön sind die Klänge, die Tracks wie "Moved by few" aus der Masse ragen lassen. Wer etwas mit Jon Hopkins anfangen kann, sollte Texture Droite eine Chance geben.

Genrezuweisungen wie "Techno" greifen bei solchen Releases ohnehin zu kurz. Freilich vereint die Musik alle Merkmale, die man so kennt, in sich. Und doch machen die Produzenten etwas anders: Sie lassen den Tellerrand hinter sich und erkunden das weite Feld bis zur Gabel. Werkzeuggebrauch ist ein Zeichen von Intelligenz. "E.G. an infrequent gazing" verliert sich zum Beispiel dort, wo die Gedanken dämmrig werden. "Soft voices" wagt hingegen den Sprung ins Gewisse. So catchy und spaßig kann elektronische Musik sein, wenn man sie lässt. In der Schwebe lebt es sich wahrscheinlich recht angenehm. Sprache mag nicht geeignet sein, Musik adäquat zu beschreiben, etwas anderes wurde bisher aber auch nicht erfunden. Es gilt, das Optimum herauszuholen.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • A vibrant touch offfff
  • Moved by few
  • Under harmonic flurry
  • Soft voices

Tracklist

  1. Hi res vagueness
  2. Full speed on the wrong lane
  3. A vibrant touch offfff
  4. Moved by few
  5. E.G. an infrequent gazing
  6. The long leap
  7. Color field dancing
  8. Floppy drift
  9. Under harmonic flurry
  10. Soft voices

Gesamtspielzeit: 49:03 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18824

Registriert seit 08.01.2012

2020-10-21 21:38:58 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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