Hot Action Cop - Hot Action Cop

Hot Action Cop- Hot Action Cop

Lava / Atlantic / Eastwest / Warner
VÖ: 15.09.2003

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hintern der Fassade

Hot Action Cop sind wirklich mal ein paar clevere Kerle. Oder, mit Verlaub: Sie sind zumindest cleverer, als man zunächst einmal meinen könnte, wenn man im Fernsehen an ihrem ganz und gar sinnbefreiten "Fever for the flava"-Video hängen geblieben ist. Denn sind wir doch mal ehrlich: Woran erinnert man sich jetzt noch, da die 15 Sekunden Ruhm der vier Jungs aus Nashville langsam zu Neige gehen? An den Song? Oder doch eher an die ebenso heißen wie willigen Frauen, die sie gleich schubkarrenweise aufgefahren haben? Wir kennen Ihre Antwort. Und deshalb machen die auch da weiter, wo dieses Video angefangen hat.

Das Cover der Hot Action Cop-Debütplatte ist eine marketingtechnische Meisterleistung. Man möchte das Album zwar um jeden Preis haben, verspürt allerdings nicht den geringsten Drang, überhaupt nur das Jewel Case zu öffnen. Und wenn man es doch noch aus Versehen tun sollte, wartet im Booklet der dazugehörige Rest des adretten Popöchens, um die östlich gelegene Silberscheibe vergessen zu machen. In aller Ausführlichkeit auf einem verlockend glänzenden Din A4-Poster ausgebreitet. Selten hat eine Band so erfolgreich davon abgelenkt, daß sie ja eigentlich auch noch Musik macht. Und ebenso selten hat eine Band dermaßen gut daran getan.

Natürlich fliegt aber auch der cleverste Schwindel irgendwann auf. Spätestens wenn sich der halbe Hit der Cops als stärkstes Pferd im Stall entpuppt, scheint Widerstand gegen die Staatsgewalt dringend angebracht. Hartgesottene Powerchords leben ihren nervenden Hang zur Überlänge ungestraft aus, während der hölzern runtergerappte Blödsinn von Hauptkommissar Rob Werthner durchaus eine Anzeige wegen Ruhestörung wert wäre. Endgültig dahin ist die Hoffnung auf ein milderndes Strafmaß dann schließlich, wenn der verhinderten Spaßkapelle auf der Zielgraden die Puste ausgeht. "Why Judy" und "In a little while" sind genauso ideen-, charme-, und konzeptlos wie ihre zehn Vorgänger, nur fehlt ihnen darüber hinaus auch noch das Tempo. Wenn man doch wenigstens die Geschmackspolizei alarmieren könnte.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Fever for the flava

Tracklist

  1. Doom boom
  2. Goin' down on it
  3. Don't want her to stay
  4. Fever for the flava
  5. Busted
  6. Face around
  7. Club slut
  8. The special
  9. Show her
  10. Alayal
  11. Why Judy
  12. In a little while

Gesamtspielzeit: 55:43 min.

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