Cults - Host

Cults- Host

Sinderlyn / Cargo
VÖ: 18.09.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Weißt Du noch?

Gefühlt richten sich die Blicke im Herbst dieses komischen Jahres 2020 bereits voll fokussiert auf das Folgejahr, auf dieses ersehnte 2021. Eine Zahl, die eine gewisse Hoffnung birgt, dass die Covid-19-Pandemie gegebenenfalls schlauer handlebar sein wird, und es vielleicht wieder mehr Kultur-Veranstaltungen, mehr Konzerte mit einem Mehr an Konzert-Feeling geben kann. Ein kurzer, kalter Herbst-Schauer hingegen läuft einem über den Rücken, wenn man feststellt, dass Cults' "Go outside", die Lo-Fi-Sommer-Hymne des Duos Madeline Follin und Brian Oblivion, 2021 tatsächlich ihren zehnten Geburtstag feiern wird.

Die beiden New Yorker wird das selbst verwundern, dazu stellte sich zu Beginn der Aufnahmen für das vierte Album "Host" ein Novum ein, welches Oblivion sogar noch mehr zum Staunen brachte: Follin trieb erstmals in der Bandhistorie den Mut auf, eigene Kompositionen einzubringen. "When I heard what Madeline had written, I couldn't believe it", überschüttete Oblivion seine Kollegin umgehend mit Lob. Für Cults ändert sich Einiges: sowohl im Sound, der mehr Abwechslung bietet, weil nicht nur der schöne Closer "Monolithic" in Richtung Dream-Pop schwelgt. Aber auch in Sachen Dynamik, wenn "Honest love" verschmitzt grinsend in die Pop-Achterbahn steigt und "A low" sich im Kontrast dazu beherzt shoegazig gibt.

In diesem Zusammenhang glänzt auch der feine Opener "Trials", der im Sauerstoff-Zelt von Tame Impala atmet, aber dann modernes Girl-Pop-Feeling aus der Luft schnappt und das nachfolgende "8th Avenue" mit seinem fancy Basslauf auf Erkundungstour schickt. "Host" ist gemeinschaftlich geschrieben worden und zum ersten Mal haben Cults hauptsächlich mit Live-Instrumenten aufgenommen. Frei nach dem Motto: "Aus einem Songwriter mache zwei, aus zwei Cults-Musizierenden drei", lud man sich mit Loren Shane Humphrey (The Last Shadow Puppets, Florence And The Machine) auch einen Feature-Gast ans Schlagzeug ein.

Die Live-Dynamik tut der üppigen Auskopplung "Spit you out" gut, in deren Verlauf Follins nebelig-gehauchter Gesang, Gitarren, Drums und Synthies raumfüllend ineinandergreifen. Selbiges gilt vor allem auch für die schleppend daherwabernde, wunderbar melancholische Indie-Hymne "Working it over", die dann sogar Streicher mitbringt. "Can you stay with me a moment?" mahnt Follin eindringlich, die schönen Momente bewusst wahrzunehmen, egal was sonst so los (oder nicht los) ist. Mit "Host" bringen Cults uns in jedem Falle entspannt durch den Pandemie-Winter.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Trials
  • Working it over
  • Honest love
  • Monolithic

Tracklist

  1. Trials
  2. 8th Avenue
  3. Spit you out
  4. A low
  5. No risk
  6. Working it over
  7. A purgatory
  8. Like I do
  9. Masquerading
  10. Honest love
  11. Shoulders to my feet
  12. Monolithic

Gesamtspielzeit: 41:05 min.

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Armin

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2020-10-07 20:25:41 Uhr - Newsbeitrag
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