Capital Bra - CB7

Capital Bra- CB7

Urban / Universal
VÖ: 04.09.2020

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Alles gesagt

Es ist wieder so weit. Ein gutes Jahr ist vergangen, und Capital Bra möchte wieder mitteilen, dass er immer noch Benz fährt, Gucci trägt und Koks von Nutten zieht. Es ist auch diesmal anzunehmen, dass der in Sibirien geborene Oberbratan sich damit auf den vorderen Plätzen der Charts einnisten und einige Zeit verweilen wird. Das weiß auch Vladislav Balovazky. Er weiß, was funktioniert und produziert ein Album nach dem anderen. Etliche Rekorde hat er damit gebrochen. Gerade die jungen Hörer lieben, was er macht. Was genau er anders macht als seine Kollegen? Das kann er wahrscheinlich selber gar nicht so genau benennen. Die Beats – hier und da begleitet von Gitarre, Piano oder Glocken – sind immer noch gut produziert, das kann man ohne Zweifel anerkennen. Und so säuselt sich der Berliner, immer wieder auch autogetuned, sein 21 Track schweres siebtes Solo-Studioalbum "CB7" zusammen.

In zwölf der 21 Tracks ist er nicht allein zu hören. Er hat sich Mehr-oder-weniger-Genre-Kollegen wie Loredana, Sido, KC Rebell, Cro und SDP mit in Boot geholt. Auch genrefremde Musiker, die man in einem Capital Bra Album nicht als erstes erwarten würde, sind dabei. Clueso und Nico Santos etwa. Warum in der Fülle Features produziert werden? Es ist die perfekte Symbiose. Es wird nach neuen Hörern gefischt im jeweiligen Dunstkreis des anderen Künstlers.

Mit Cro ist Capital Bra so etwas wie ein Sommersong gelungen. Die beiden überlassen ihrer Angebeteten die Entscheidung, ob es ein "Frühstück in Paris oder Party in Ibiza" sein soll. Das Ganze wird von Gitarren-Loops begleitet und geht tatsächlich ganz ordentlich ins Ohr. Die Ähnlichkeit des Jettens um die Welt zu Cros Hit "Einmal um die Welt" ist verblüffend. Und wo wir gerade bei Ähnlichkeiten sind: Eine verlorene Seele, die versucht, der Welt zu entfliehen, wie es in dem Feature "Andere Welt" mit Clueso und KC Rebell der Fall ist? Auch das kennt man bereits aus eben Cluesos erstem Hit "Chicago". Und auch Sido singt nicht das erste Mal über die bedingnungslose Liebe seiner Mutter. Aber gut, was vor ein paar Jahren funktioniert hat, wird jetzt vermutlich auch hinhauen.

Dass diese, naja, eher "softeren" Künstler mit tatsächlich harmloseren Texten auf einem Album sind, das mal wieder auch mit Frauenverachtung, Drogenverherrlichung und Schusswaffenromantik nicht geizt, scheint nicht so wichtig zu sein. So folgt auf Cros und Capital Bras Sommerhit der Song "Komm Komm" mit den Zeilen "Du willst ficken, ja, dann komm, komm / Baller' alle weg Ra-ba-bam-bam", und im Opener "Makarov Komplex II" heißt es: "Schüsse aus'm Leihwagen / Ich bin zugekokst mit Nutten im Hotel und lass' mir ein'n blasen / Du musst mit Nutten einschlafen (Hahaha)." Gut, auch das ist nichts Neues. Die Diskussion darüber, ob und was dies- und jenseits der Grenze von Kunst ist oder eben keine Kunst, was ernst zu nehmen oder eben nicht ernst zu nehmen ist, ist so ermüdend, dass sie wirklich nicht nach jedem neuen Album wiederholt werden muss. Ach ja und klar, er kommt von der Straße und hat's nicht leicht, Erfolg ist nicht alles, und "die Uhr kostet 50 Riesen und ich bin totzdem nicht zufrieden". Der Oberbratan hat alles gesagt. Geändert hat sich wenig. Er fährt immer noch Benz, trägt immer noch Gucci und lelele ist übrigens auch noch.

(Paul Milde)

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Highlights

  • Frühstück in Paris

Tracklist

  1. Marakov komplex II
  2. Keine Helden (feat. Sido)
  3. Nicht verdient (feat. Loredana)
  4. Papas Passat
  5. Seitdem ich klein bin (feat. Santos)
  6. Ich weiß nicht mal wie sie heißt (feat. Bozza)
  7. Zeit vergeht
  8. Früher pleite heute Benz (feat. Nimo & Summer Cem)
  9. 100k cash (feat. Samra)
  10. Andere Welt (feat. Clueso & KC Rebell)
  11. Frühstück in Paris (feat. Cro)
  12. Komm komm
  13. Eda Özil (feat. Kalazh44)
  14. Wenn ich will (feat. Loredana)
  15. Virus (feat. SDP)
  16. Gestört aber geil (feat. Gestört aber GeiL)
  17. High five
  18. Was hast Du mit mir gemacht
  19. 1A
  20. Der Bratan bleibt der gleiche
  21. Einsam an der Spitze

Gesamtspielzeit: 58:53 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18555

Registriert seit 08.01.2012

2020-10-07 20:25:12 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18555

Registriert seit 08.01.2012

2020-08-21 18:38:40 Uhr - Newsbeitrag
CAPITAL BRA x CRO

veröffentlichen gemeinsamen Sommerhit "Frühstück in Paris"
Neues Album "CB7" erscheint am 04. September

Capital Bra und CRO – zwei Rapper, die man sich im ersten Moment eher nicht gemeinsam im Studio vorstellen kann. Hier der Rekorde brechende Rapper mit dem rollenden R aus der Hauptstadt, da der Ausnahmekünstler mit der Maske, der seit Jahren die Grenzen des eigenen Schaffens verschiebt. Mit ihren Hits haben beide ganze Generationen geprägt.



Nachdem Capital Bra in der letzten Woche CRO schon bei dessen „C“-Projekt unterstützt hat, veröffentlichen die beiden mit „Frühstück in Paris“ jetzt nicht nur ihre erste richtige gemeinsame Single, sondern vor allem auch einen echten Sommerhit.



Zu lockeren Gitarren-Loops, vibenden Vocalsamples und treibenden Beats rappen Capital Bra und CRO davon, mit ihrer besseren Hälfte alles hinter sich zu lassen. Einfach rein in den Flieger, dem Grau der Großstadt entfliehen, die Kreditkarte glühen lassen und auf andere Gedanken kommen – ganz egal ob auf einer Yacht vor Ibiza oder beim Frühstück in Paris. Denn mit Capi und CRO ist alles möglich.




„Frühstück in Paris“ ist die nächste Singleauskopplung aus CB7, dem kommenden Album von Capital Bra, welches am 04. September erscheint.


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