Shehehe - Pet songs

Shehehe- Pet songs

Gunner / Broken Silence
VÖ: 18.09.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

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So richtig in Fahrt ist die Karriere noch nicht gekommen. Shehehe aus Athens, Georgia gibt es bereits seit 2011, und das neue "Pet songs" ist bereits ihr viertes Album. Stand der Dinge: Gigs in den einschlägigen Clubs der Heimatstadt, auch das Umland wurde schon bespielt, doch markante Aufmerksamkeit hat das Trio noch nicht geweckt. Und das, hört man den neusten Output, ist jammerschade. Denn eine solche Energieleistung, wie sie Nicole Bechill, Jason Fusco und Noelle Shuck vollbringen, ist jede Mund-zu-Mund-Propaganda und so manchen Geheimtipp bei den einschlägigen Portalen wert. Im Dunstkreis von Punk bewegt sich das, gerne kann man noch ein Proto- oder auch Glam- davor setzen. Doch was diese Band veranstaltet, ist immer spannend, da über Variationen im Tempo und stlistische Nuancierung jede Menge Kurzweil entsteht.

"...But I'm tryin hard" ist als Opener maßgeschneidert, Maulschellen, Gitarrenverschrottung und ein giftig-fröhlicher Gesang, der als Begrüßung die Ohren der Hörerschaft auf links dreht. Neben den an Lochfraß laborierenden Gitarren ist vor allem das Wechselspiel aus weiblichem und männlichem Gesang ein absoluter Gewinn, sorgt es doch für eine erweiterte Klängfärbung, besonders gelungen in "Back to us". Dass hier auch die Gangart zwischendurch etwas defensiver gestaltet wird, verleiht dem Stück emotionale Vielschichtigkeit. Bei all dem Rammel-Bammel schaut auch die Melancholie mal kurz ums Eck. Das erste Drittel des Albums ist besonders energetisch, meist geht es zünftig-flott zur Sache, der peitschende Gesang von "Down the stairs" hat den Glamour einer ausgetickten Cheerleader-Bande nach dem dritten Bier aus dem Pappbecher.

Gerade die ersten Songs der Platte versprühen einen charmanten Hedonismus, morgen kann man ja ausschlafen. Doch der weitere Verlauf von "Pet songs" trübt das ein wenig ein. Die Tatsache, dass man nicht nur trinken kann, sondern auch etwas zu beißen auf den Tisch bringen muss oder der Umstand, dass sich der eigene Nachwuchs nicht immer mit dem Rock-&-Roll-Leben vereinbaren lässt, hinterlassen Spuren auf dieser Platte. Denn trotz der hohen Energie bauen Shehehe Widerhaken ein, lassen zweite Gedanken zu. Und so pumpt "One 4 the Bruins" ordentlich, doch wirkt hier die instrumentale Begleitung dezent abgemagert.

Ein wunderbarer Stil-Hybrid ist hingegen "Schoolkid / Wonderyears", welches gleichzeitig Erinnerungen an Joan Jett, Kiss und The Who wach ruft. Besonders raumgreifend sind hier die Larger-than-life-Riffs und das breit aufgestellte Drumming. So würden sich Shehehe also im Stadion aufführen. Die letzten fünf, sechs Songs der Platte sind dann den Zwischentönen gewidmet. "Hey Ramona Ray" grüßt, wie passend, The Ramones, flechtet aber noch etwas gruftige Schrottigkeit mit ein. Und auch die Absage an blinden Patriotismus "Red white fuck you" geht zwar energisch zu Werke, lässt aber auch Freiraum für bedenklich windschief schlenkernde Gitarren. "New Year's Eve eve" gönnt sich schließlich zum Abschluss die Freiheit, herrlich derangiert und unfokussiert dem Ende entgegen zu torkeln. So was zeugt von Humor und Selbstbewusstsein und sollte endlich und bitte, bitte auch außerhalb von Athens funktionieren.

(Martin Makolies)

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Highlights

  • Back to us
  • Schoolkid / Wonderyears
  • Hey Ramona Ray
  • New Year's Eve eve

Tracklist

  1. ...But I'm tryin hard
  2. Back to us
  3. Down the stairs
  4. Your hands
  5. One 4 the Bruins
  6. Summer camp rant
  7. Schoolkid / Wonderyears
  8. Pet song
  9. Happy daze
  10. Hey Ramona Ray
  11. Dog secrets
  12. Red white fuck you
  13. Teenager
  14. New Year's Eve eve

Gesamtspielzeit: 31:43 min.

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Armin

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2020-09-15 21:20:47 Uhr - Newsbeitrag
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