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Ulver - Flowers of evil

Ulver- Flowers of evil

House Of Mythology / Al!ve
VÖ: 28.08.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Wölfe auf der Tanzfläche

Um Konventionen haben sich Ulver noch nie geschert. Brutalster Sound mit cleanem Folkgesang? Was heutzutage als Post-Black-Metal bezeichnet werden würde, etablierten die Norweger schon 1995 auf ihrem Debüt "Bergtatt", nur um wenig später Meisterwerke düsteren Ambient-Elektros ("Shadows of the sun") oder der Intelligent Dance Music ("Perdition City") herauszubringen. Trotz zahlreicher Stilwandlungen verließ die Band die elektronische Schiene nicht mehr: Die letzten Veröffentlichungen reichten von psychedelischem Prog-Elektro ("ATGCLVLSSCAP") hin zur Vertonung der Ermordung des Julius Cäsar als Synth-Pop-Opus "The assassination of Julius Caesar". Tanzen auf den rauchenden Ruinen des untergehenden Roms lautete dabei die Devise. 2019 schob die Band sogar den einstündigen Trip "Drone activity" ein. So viel zur Historie und Vorhersagbarkeit des jeweils nächsten Ulver-Albums.

Umso überraschender ist zunächst, dass "Flowers of evil" gar nicht einmal so sehr überrascht. Ihren Sound-Kosmos erweitern die Skandinavier dieses Mal nur ein wenig und behalten das Grundgerüst von "The assassination of Julius Caesar" bei. Der Pop-orientierte Synthesizer-Einsatz wird dabei auf die Spitze getrieben. Nur ein sprichwörtlich schmales Blatt Papier passt nun noch zwischen Ulver und 1980er-Jahre-Künstler wie Depeche Mode. Die Transformation zum Synth-Pop komplettieren zartweiche weibliche Backgroundsvocals wie in "Nostalgia".

Genanntes dünnes Blatt ist übrigens beschrieben mit den Lyrics zu "Flowers of evil", die sich vom Popzirkus einigermaßen abheben. Besonderes Augenmerk liegt einmal mehr auf dem hauseigenen Symboltier, dem Wolf. Schon die Geschichte um Rom bot hier mehr als genug Material, auf dem neuesten Werk ist mit dem ziemlich Hitpotenzial aufweisenden "Hour of the wolf" einer der zentralen Songs dem Tier gewidmet.

Muss "The assassination of Julius Caesar" mit seinem Pop-Appeal endgültig ein Schock für Fans der ersten, zweiten oder dritten Stunde gewesen sein, erschreckt "Flowers of evil" nun nicht mehr. Ulver erkunden Beats, Hooks und Grooves, versinken immer mehr in ihnen und fügen sie in einer atemberaubenden Lässigkeit zu "Dance like it’s 1985"-Stücken zusammen. Kristoffer Ryggs samtige, leicht cheesy anmutende Stimme passt ideal in dieses Soundumfeld. So gut, dass es kaum denkbar ist, dass die Norweger jemals anders geklungen haben. Einmal mehr erstaunlich, wie anpassungsfähig Ulver sich bereits mehrfach gezeigt haben bei der Vielzahl an gewagten Experimenten.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Hour of the wolf
  • Nostalgia

Tracklist

  1. One last dance
  2. Russian doll
  3. Machine guns and peacock feathers
  4. Hour of the wolf
  5. Apocalypse 1993
  6. Little boy
  7. Nostalgia
  8. A thousand cuts

Gesamtspielzeit: 39:09 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

nagolny

Postings: 713

Registriert seit 06.11.2022

2023-06-22 22:57:25 Uhr
Ich mag das Album sehr, schätze ja aber auch das viel verschriene Host von Paradise Lost. Wobei man "Album" hier auch in Anführungszeichen setzten könnte, denn, obschon Flowers of Evil acht Stücke beinhaltet, liegt die Spielzeit doch unter 38 Minuten, was inzwischen schon eher einer EP entspricht.

MasterOfDisaster69

Postings: 898

Registriert seit 19.05.2014

2020-09-25 12:51:28 Uhr
OOHHHH! da heult der Wolf aber zu cheesy for me. Mensch tragen die dick auf, mit zuckersuessem Frauenstimmen, fehlt nur noch ein Gospelchor. "spinning over and over, over and over, ohohohhhhhh"...

Die ersten beiden Songs und Hour of the Wolf mit den Depeche-Mode-Gedaechtnismomenten sind aber gut. Der Rest plaetschert mit relativ wenig Wiedererkennungswert so vor sich her. Ganz nett. Aber warum muessen die Leadvocals staendig Hall haben? na ja, Geschmackssache wie bei Spargel, manche fahren voll drauf ab…


5.5/10

Given To The Rising

Postings: 7679

Registriert seit 27.09.2019

2020-09-06 14:45:21 Uhr
Bergtatt 9/10
Kveldssanger 8/10
Nattens Madrigal 6/10 (einfach nicht mein Sound)
The Themes Of William Blake 6.5/10
Metamorphosis 7.5/10
Perdition City 9/10
Lyckantropen Themes 8/10
Teachings in Silence 8/10
A Quick Fix of Melancholy 8/10
Svidd Neger 7.5/10
Blood Inside 7/10
Shadows of the Sun 7.5/10
Wars of the Roses 6.5/10
Messe 7.5/10
Terrestrials 7/10
ATGCLVLSSCAP 6.5/10
Riverhead 6/10
The Assassination Of Julius Caesar 8.5/10
Sic Transit Gloria Mundi 8.5/10
Drone Activity 8/10
Flowers Of Evil 7.5/10

velvet cacoon

Postings: 439

Registriert seit 31.08.2019

2020-09-06 14:36:33 Uhr
vlt. kann ich ja noch weitere Releases mit reinnehmen,


ATGCLVLSSCAP 7
Drone Activity 7

die EPs und Film Scores sind mir nicht so bekannt.
Werde ich mich aber mal mit beschäftigen, momentan meine Band.


velvet cacoon

Postings: 439

Registriert seit 31.08.2019

2020-09-06 14:30:06 Uhr
Bergtatt ist natürlich ein sehr gutes Album, aber eine 10/10 ist es nicht, aber ne 9/10.

Bergtatt 9
Kveldssanger 7
Nattens Madrigal 7
Perdition City 7
Blood Inside 7
Wars of the Roses 8,5. iwie mein Favorit
Messe 8
The Assassination of JC 8,5
Flowers of Evil 9, ob das in einem Jahr auch noch so aussieht? Aber das Teil is so gut.
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