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Pussybox - Anguish means control

Pussybox- Anguish means control

Consolidate / NetMusicZone / Zomba
VÖ: 01.09.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Boys don\'t cry

Nachts sind alle Katzen grau. Dieser weise, seit Generationen überlieferte Ausspruch läßt sich mit etwas Anstrengung auch auf die Musiklandschaft unserer Tage übertragen: Beliebig austauschbare, zusammengecastete Truppen hüpfen durch schwachsinnige Musikvideos und trällern Liedchen, die schon vor zwanzig Jahren langweilig gewesen wären und es oft genug auch bereits waren. Und während sich die Musikindustrie wenig glaubwürdig darüber wundert, daß niemand so etwas kaufen möchte, gibt es doch immer noch echte Bands, die sich in stickigen Proberäumen und auf wackligen Dorffest-Bühnen die Finger blutig rocken. Tatsächlich.

Zu diesen Bands zählen auch Pussybox aus Süddeutschland. Nun verheißen weder der Bandname, noch das Plattencover oder die Presseinfo, die gewohnt grenzdebil von "vertonten Aktphotos" spricht, Gutes. Doch Pussybox sind nicht weitere Klone von Blink 182 oder 4lyn, und zumindest der Name des Tonmischers wirkt schon mal beruhigend: Mario Thaler hat immerhin schon Meisterwerke für Slut und The Notwist zusammengezimmert; so jemand greift bestimmt nicht ins Katzenklo.

Und richtig: Der Sound osziliert zwischen unnervigem Crossover und gekonnter 80er-Jahre-Atmosphäre. Wer dachte, semi-depressive Rockmusik mit sattem Synthie-Geplucker gehöre der Vergangenheit an, wird eines Besseren belehrt. Sänger Bernd Spahlinger schreit Zeilen wie "Go, something hurts inside / Lead me into the light" heraus, als habe er tatsächlich Angst im Dunkeln. Und im Gegensatz zu Chester Bennington geht er einem mit seinem Weltschmerz nicht mal ernsthaft auf die Nerven. Geteiltes Leid ist manchmal wirklich nur halbes Leid.

Zwar zündet nicht jede Nummer auf dem Album (bei "Dive" würden selbst Maximilian Hecker-Fans einschlafen), und gegen Ende wird es auch mal etwas beliebig, aber der Großteil des qualvollen Dutzends haut schon ganz gut rein. Rasiermessersongs für die volle Bandbreite von der kleinen Melancholie bis zum ganz große Selbstmitleid. Und natürlich immer noch mit ordentlich Kraft dahinter, um nicht als Weichei dazustehen. So macht Depression Spaß. Vielleicht klappt's ja tatsächlich mit der Rockstar-Karriere. Dann müssen sich die drei jungen Herren auch nicht mehr mit Schaufensterpuppen abgeben.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Change of creativity
  • March of things
  • Go (Something hurts)

Tracklist

  1. Change of creativity
  2. You will be mine
  3. March of things
  4. Go (Something hurts)
  5. Breathing
  6. Mole intro
  7. Mole
  8. Dive
  9. The new science of controly
  10. Reflection
  11. All awake
  12. It's no good crying

Gesamtspielzeit: 48:27 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
wo
2005-08-09 13:44:13 Uhr
was denn da los?

www.pussybox.de
bob
2004-12-15 15:47:43 Uhr
buuiiiiii
roberts
2004-07-20 18:16:36 Uhr
am Freitag den 23.7 Live auf dem Rutenfest in Ravensburg.

www.pussybox.de
töbsen
2004-01-15 21:41:57 Uhr
jetzt sinds 3...
Hab Pussybox am Montag auf Hessen Rundfunk gesehen. Dort hab ich von der Band zum ersten Mal was gehört. War ziemlich genehm!
anton
2003-12-15 17:39:12 Uhr
sind doch schon 2?
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