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Madeline Kenney - Sucker's lunch

Madeline Kenney- Sucker's lunch

Carpark / Indigo
VÖ: 14.08.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 10/10

Wohl bekommt's

Never change a winning team? Na gut, fast. Nachdem Madeline Kenney bereits auf ihrem letzten Album, dem 2018 veröffentlichten "Perfect shapes", mit niemand Geringerem als Jenn Wasner von Wye Oak zusammengearbeitet hat, haben sich die beiden Damen auf dem dieser Tage erscheinenden Nachfolger "Sucker's lunch" glatt noch Wasner's Bandkollegen Andy Stack ins Boot geholt. Aller guten Dinge sind eben drei! Und weil Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist, gibt es mit einem kleinen Feature von Lambchops Kurt Wagner auch noch eine echte Legende als Kirsche obendrauf. Haben wir jetzt eigentlich zu viele gute Weisheiten schon im ersten Absatz verbraten?

Gut ist "Sucker's lunch" zumindest auch, weise nur bedingt, denn: Kenney ist als Endzwanzigerin wie fast alle in dem Alter noch auf der Suche nach dem eigentlichen Sinn des Lebens. Dass die Liebe dabei aber eine größere Rolle spielt, da ist sie sich bereits jetzt sicher, weshalb sich eigentlich alle zehn Songs ihres dritten Albums mit diesem schönen wie schwierigen Gefühl beschäftigen, wenngleich manchmal im eher erweiterten Sinne. Da wäre etwa die Quasi-Titelsingle "Sucker", an welcher der eingangs erwähnte Wagner am Gastmikrofon steht – ein feines Kleinod von einem Song mit leichten Americana-Anleihen und einer verführerischen Melodie, die glatt darüber hinwegtäuscht, dass der Inhalt des Stücks gar nicht wirklich herzig, sondern eher ein bisschen traurig ist. Offenbar gar nicht so leicht, wenn man als Künstler irgendwie ein Leben auf Tour und die Beziehung daheim aufrecht erhalten möchte. Aber immerhin gut für die Hörerschaft, wenn bei all dem Herzschmerz ein so toller erster Vorbote herauskommt.

Auch "Jenny", bei dem eine gewisse Rezensentin sich völlig uneingebildet sofort einredet, dass sie persönlich gemeint ist, spielt sich mit Neunzigerjahre-Charme und viel Wohlklang direkt ins Herz, während "White window light" zwar mit der etwas skeptischen Nachfrage "Well, what's the point?" startet, im chorgestärkten Refrain aber volle Kraft voraus nach Harmonie suchtet. Noch stärker ist allerhöchstens das wirklich großartige "Picture of you" – zur Enttäuschung des brandneuen The-Cure-Nerdclubs aus dem Plattentests.de-Forum leider keine leicht abgewandelte Coverversion –, dessen raffinierter Synthie-Einsatz zu den Highlights des Albums zählt und für den richtigen Ohrwurm-Faktor sorgt. Der verliert sich ausgerechnet im letzten Teil von "Sucker's lunch" ein wenig, wenn "Sweet coffee" wie das im Titel genannte Getränk zwar die Körpermitte wärmt, sich jedoch nicht so recht im Gehörgang einnisten mag. Andererseits: Wäre vielleicht eh zu nass. Und bekömmlich mit Sicherheit nicht, ganz im Gegensatz zum Rest dieser liebevollen, liebesuchenden, lieblichen Platte.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Picture of you
  • Jenny
  • White window light

Tracklist

  1. Sugar sweat
  2. Picture of you
  3. Jenny
  4. Tell you everything
  5. Sucker
  6. Double hearted
  7. Cut the real
  8. Be that man
  9. White window light
  10. Sweet coffee

Gesamtspielzeit: 36:29 min.

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Armin

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2020-07-31 21:41:22 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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