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Dizzy - The sun and her scorch

Dizzy- The sun and her scorch

Communion Group / Caroline / Universal
VÖ: 31.07.2020

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Moment mal

"Wärme, Behaglichkeit, Energie." Ein gewisser Johann Hölzel, besser bekannt als Falco, murmelte dereinst diese Worte. Verträumt oder gar optimistisch klang das aber nicht. Dafür war der Interpret zu zynisch und die Musik zu sehr Eurodance. Doch genau diese drei Worte kamen dem Rezensenten als erstes in den Sinn, als er "The sun and her scorch", das zweite Album der kanadischen Band Dizzy, zum ersten Mal hörte. Wie auf dem Debüt "Baby teeth" versinkt das Quartett in wattigem Wohlklang. Fast so, als gäbe es keinen Grund für schlechte Laune. Aber vielleicht muss Musik auch nicht immer mit einem Bein in der Selbsthilfegruppe stehen. Auch die schönen Klänge haben eine Existenzberechtigung. Erst recht, wenn sie so fulminant wie "Sunflower" daherkommen. Ausgestattet mit einem wunderbaren Refrain begeistert dieser Song sofort. Wer hier nicht mindestens ein bisschen grinst, hat kein Herz.

Dizzy suchen ihr Heil in der Flucht nach Hause. Das klingt exakt so unspektakulär, wie es soll. Für Dissonanzen sind andere zuständig. Das Ergebnis sind Inseln der Seligkeit wie "Beatrice". Dreampop sagt der Schubladenbesitzer dazu. Man kann aber schlicht konstatieren, dass die Ohren eine gute Zeit mit Dizzy verbringen. Auch "Roman candles" gibt sich alle Mühe, das akustische Äquivalent zu Honig zu sein. Dabei ist es auch hier der Refrain, der aus einem gewöhnlichen einen fantastischen Song macht. Sängerin Katie Munshaw mag keine einzigartige Stimme besitzen, ihr Organ passt jedoch perfekt zu den luftigen Arrangements ihrer Mitstreiter. Das weckt nicht von ungefähr Erinnerungen an Molly Rankin, die bei Alvvays ganz ähnlich verfährt. Das Ergebnis kann sich so oder so hören lassen. Und manchmal wagen Dizzy sogar ein bisschen mehr: "Primrose hill" verzichtet auf das große Hurra und hinterlässt auf diese Weise bleibenden Eindruck.

Je länger "The sun and her scorch" läuft, desto offensichtlicher werden aber die Probleme, die sich durch das Songwriting ziehen. So richtig schlecht ist kein Track. Einige sind allerdings erschreckend egal. Paradebeispiel hierfür ist "The magician", das ohne jede Spur zu hinterlassen vorbeidudelt. Der Sound mag noch immer zeitgemäß sein, so langsam verliert die Mischung aus zärtlich gestreichelten Gitarren, säuseliger Frauenstimme und schwebenden Synthesizer-Klängen aber an Strahlkraft. Das schadet Tracks wie dem schwelgerischen "Lefty" aber nicht im Geringsten. Immer dann, wenn die Melodien die Weite suchen, geraten die teils etwas gleichförmigen Sounds in Vergessenheit. So weckt "Ten" jenes Gefühl, das sich am Ende einer Reise einstellt. Die Eindrücke sind noch frisch, Wehmut vermischt sich mit Zufriedenheit. Das Fernweh ist befriedigt, der Alltag wartet. Und dann bäumt sich plötzlich alles auf, der Himmel hängt voller Geigen und Tränen rinnen die Wange hinab. Für diesen Moment lohnt es sich zu leben.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Sunflower
  • Roman candles
  • Ten

Tracklist

  1. Worms
  2. Sunflower
  3. Good and right
  4. The magician
  5. Beatrice
  6. Roman candles
  7. Lefty
  8. Primrose hill
  9. Daylight savings time
  10. Ten
  11. Worms II

Gesamtspielzeit: 38:28 min.

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User Beitrag

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 2107

Registriert seit 12.12.2013

2020-07-27 15:17:49 Uhr
Das Album plätschert leider teilweise extrem dahin. Die Highlights mag ich aber sehr, vor allem "Ten" ist wunderschön.

Given To The Rising

Postings: 7499

Registriert seit 27.09.2019

2020-07-27 13:48:54 Uhr
Sunflower ist doch ziemlich stark. Aber im Vergleich zu ihren ersten Einzelsongs Stars and Moon und Swim hat sie ein wenig nachgelassen.

musie

Postings: 2938

Registriert seit 14.06.2013

2020-07-27 11:04:20 Uhr
In einer Rezi zu Dizzy über Falco zu lesen, interessant!

Das ganze Album gibt's ja noch nicht. Aber gerade der in der Rezi angesprochene The Magician, der schon erhältlich ist, ist doch ziemlich stark, nicht?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18869

Registriert seit 08.01.2012

2020-07-24 21:11:11 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18869

Registriert seit 08.01.2012

2020-04-22 14:53:11 Uhr - Newsbeitrag

Das kanadische Quartett Dizzy schafft es seine zutiefst persönlichen Texte durch fröhliche Melodien aufzuhellen und einen ewig sonnigen Indie-Pop-Sound zu kreieren. Die Band rund um die Brüder Alex (Gitarre), Mackenzie (Bass), Charlie Spencer (Schlagzeug) und Sängerin Katie kündigt heute ihr zweites Album "The Sun and Her Scorch" für den 31. Juli an.

Die Ankündigung feiert die Band mit der Veröffentlichung ihrer neuen Single und dem begleitenden Video zu "The Magician". Exklusiv für Cardinal Sessions haben Dizzy neben "The Magician" noch zwei weitere Songs ("Sunflower" und "Twist") von zuhause aufgenommen.





Das kanadische Quartett Dizzy schafft es seine zutiefst persönlichen Texte durch schwungvolle Melodien aufzuhellen und einen ewig sonnigen Indie-Pop-Sound zu kreieren. Die Band rund um die Brüder Alex (Gitarre), Mackenzie (Bass), Charlie Spencer (Schlagzeug) und Sängerin Katie Munshaw kündigt heute ihr zweites Album "The Sun and Her Scorch" für den 31. Juli an.

Die Ankündigung feiert die Band mit der Veröffentlichung ihrer neuen Single und dem begleitenden Video zu "The Magician". Exklusiv für Cardinal Sessions haben Dizzy neben "The Magician" noch zwei weitere Songs ("Sunflower" und "Twist") von zuhause aufgenommen.

ANSEHEN: Dizzy – A Cardinal Sessions From Home Performance

Das offizielle Video zu "The Magician" wurde von Katie und Charlie während der Selbstisolation in Katies früherem Kinderzimmer gefilmt. Katie erklärt die Message des Tracks: "The song is about wanting to magically bring a friend of mine who passed away back to life. To me ‘The Magician’ reeks of naivety and innocence in a way that really hurts my heart. Hoping she’ll walk into my gig at the local pub, hoping to see her mom at Sobeys just to remember how similar their laughs were. Hoping for magic. It’s a really emotional song for me but is masked by tricky, pretty production to make it sound almost joyful."

ANSEHEN: Dizzy – "The Magician" (official Video)

"The Sun and Her Scorch" wurde in den Mechanicland-Studios in Quebec und im Keller von Katies Mutter aufgenommen. Produziert von Dizzy und gemixt von Craig Silvey (Arcade Fire, Florence + The Machine), ist das Album eine Erkundung von
Emotionen, die junge Menschen im Jahr 2020 erleben können: Unsicherheit, Groll und die Angst vorm Versagen. Katie über die Thematik des neuen Albums: "Our debut 'Baby Teeth' was all about the confusion and sadness of my late teens, but this one is more about the qualities of myself that I’m not very proud of. I wanted to be completely honest about the things nobody ever wants to admit, like being jealous of your friends or pushing away the people who love you. So instead of being about romantic heartbreak, it’s really about self-heartbreak."

"The Magician" folgt auf Dizzys Vorab-Single "Sunflower". Nachdem die Band zuletzt Oh Wonder und Death Cab for Cutie auf Welttournee supportete, kommt sie im November für ihre eigene Headliner-Tour zurück nach Europa. "Baby Teeth", das 2018er Debütalbum berührte alle, die sich mit den Ängsten und Beklemmungsgefühlen provinzieller Langeweile identifizieren konnten - drehte die typische vorstädtische Coming-of-Age-Story aber um und berichtete stattdessen darüber, wie viel Positives die Band aus der High School-Zeit zog. Das Album gewann den Juno Award für das "Alternative Album of the Year" 2019 und erhielt international Lob von u.a. The Times, Beats 1, NME und Stereogum.

"The Sun and Her Scorch" wird am 31. Juli via Communion Records bei Caroline International veröffentlicht.

Tracklist "The Sund and Her Scorch"
01. Worms
02. Sunflower
03. Good and Right
04. The Magician
05. Beatrice
06. Roman Candles
07. Lefty
08. Primrose Hill
09. Daylight Savings Time
10. Ten
11. Worms II
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