Broadcast - Haha sound

Broadcast- Haha sound

Warp / Zomba
VÖ: 11.08.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Lachfältchen

Können Schaltkreise tänzeln? Träumen Samples? Wie viele Engel haben auf der Nadelspitze eines Plattenspielers Platz? Fragen über Fragen, die wie der erstaunliche Vorgänger "The noise made by people" auch das zweite reguläre Album von Broadcast nicht zu beantworten vermag. Und doch geben die entrückten Klangwolken und die süßlichen Melodien von Trish Keenan genau diese Rätsel auf. "Haha sound" - Mysterien zwischen Unschuld und Abgrund, zwischen Taumeln und Schweben, zwischen Psyche und Physis.

Es verwirren nicht nur die nebulösen Anspielungen einer Musik, die sich nie zwischen verhallter Psychedelia, schwülem Jazz und elektronisch verbrämten Grooves entscheiden will. Auch die gesäuselten Geständnisse schaffen kein bißchen Klarheit. "Logic offers no defence / Underneath this influence / While this puzzle of intent / Holds emotion in suspense." Und trotzdem könnten solche im Wortsinn merkwürdigen Metaphern die sonischen Eskapaden von Broadcast kaum trefflicher fassen. Letztlich scheint es doch nur das Hadern mit unverstandenem Gefühl zu sein: "I'm in orbit held by magnet / And the force feels so much closer than love."

Die morbiden Abzählreime deuten den einen Ausweg für verletzte Seelen an; der im Hall verschüttete Wohlklang den anderen. Jener klingt auf der einen Seite völlig utopisch, auf der anderen durchweg altmodisch. Die Besinnung auf eigentlich überholte Vorstellungen von der Zukunft bietet dem Dreier aus Birmingham ganz eigene Möglichkeiten: Analoge Wärme durchströmt gänzlich artifizielle Basteleien, und selbst aus verspultem Experiment blinzeln große Bambiaugen heraus. Futurismus im Minirock - ganz wie damals bei Raumpatrouille Orion.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Colour me in
  • Man is not a bird
  • Lunch hour pops
  • Ominous cloud
  • Hawk

Tracklist

  1. Colour me in
  2. Pendulum
  3. Before we begin
  4. Valerie
  5. Man is not a bird
  6. Minim
  7. Lunch hour pops
  8. Black umbrellas
  9. Ominous cloud
  10. Distorsion
  11. Oh how I miss you
  12. The little bell
  13. Winter now
  14. Hawk

Gesamtspielzeit: 44:37 min.

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