The Naked And Famous - Recover

The Naked And Famous- Recover

Somewhat Damaged / Rough Trade
VÖ: 24.07.2020

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ja was denn nun?

"Young blood". Damit hätten wir den obligatorischen Verweis auf den offensichtlichen Hit von The Naked And Famous schon mal hinter uns gebracht. An dem muss sich die Band allerdings streng genommen gar nicht unbedingt messen lassen. Schließlich blieb das 2013 erschienene, zweite Album "In rolling waves" wesentlich nachhaltiger in Erinnerung, mit all seinem Bombast und Pop-Appeal, mit seinen Hits, die erst auf den dritten Blick als solche zu erkennen waren. Das also ist die Messlatte, und sie liegt richtig hoch. Und mit "Simple forms" ist schon ein Album recht unsanft und auch etwas ungelenk auf der Matte gelandet, ohne auch nur in die Nähe der Bestmarke gekommen zu sein.

Das alles ist für die Neuseeländer natürlich kein Grund, nicht einfach weiter zu machen. Ganz im Gegenteil, das Duo wirkt geradezu angestachelt und wild entschlossen, das eigene Schaffen wieder ins rechte Licht zu rücken. Demenstprechend hält sich der Opener und Titeltrack nicht lange auf, packt Chorgesang, Handclaps und Beatspielereien aus und skandiert "I can't replace the loss of my mother" und wenig später "But I can regain myself and recover." Durchaus emotional und persönlich geht es also zu auf "Recover". Allein unter die Haut will das Ganze partout nicht. Das liegt nicht einmal daran, dass die Ingredienzen für Songrezepte von The Naked And Famous sattsam bekannt sind, sondern im Falle des konkreten Stücks an der fast schon nervigen Häufigkeit der Wiederholung eben zitierter Zeilen. Dass das folgende "Sunseeker" gleich wieder mit den unvermeidlichen Handclaps eröffnet, macht den ersten Eindruck kaum besser.

Dabei ist dieser Eindruck kein so schlechter. Die Band präsentiert – wie schon immer eigentlich – handwerklich einwandfreie Popsongs. Das erwähnte "Sunseeker" macht durchaus Spaß, "Everybody knows" will ohne große Umwege in die Beine, was man auch gerne zulässt, und das vorab veröffentlichte "Come as you are" geht sogar trotz seiner nicht unbedingt leicht verdaulichen Stimmspielereien in Ordnung. Nur: In Erinnerung bleibt die Band mit diesen Songs nicht wirklich. Und wenn zur Halbzeit "Well rehearsed" vorstellig wird, merkt man erst, was möglich gewesen wäre. Hier verzichten Alisa Xayalith und Thom Powers auf überflüssige Spuren und Schnörkel, halten den Song über die volle Spielzeit vergleichsweise eng an der Leine und schaffen so Dinge, die der Rest von "Recover" schmerzlich vermissen lässt: Atmosphäre, Dynamik, Projektionsfläche. Auch schön: "The sound of my voice", das auf jedweden Kaugummi-Appeal verzichtet und sich einfach in melancholischer Schönheit gefällt.

Tatsächlich gestaltet sich die zweite Hälfte von "Recover" zu großen Teilen weitaus weniger quietschbunt, lässt seinen Songs mehr Zeit und Raum, um sich zu entfalten und bringt die ganze Unternehmung so noch zu einem versöhnlichem Ende. Und offenbart zugleich die gespaltene Persönlichkeit dieses Albums: Wer von den ersten drei Songs direkt zu den letzten drei skippt, fragt sich zwangsläufig, ob es sich hier noch um das gleiche Album handelt. Weil jenes eben am Anfang ins Heavy-Airplay, am Ende aber doch in den Kopf will. So ist "Recover" in erster Linie ziemlich zerfahren und zeigt eine Band auf der Suche nach der eigenen, zukünftigen Identität. Wo die Reise dabei hingeht, darüber kann nur spekuliert werden. Wir wünschen jedenfalls alles Gute.

(Martin Smeets)

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Highlights

  • Well rehearsed
  • The sound of my voice

Tracklist

  1. Recover
  2. Sunseeker
  3. Bury us
  4. Easy
  5. Come as you are
  6. Everybody knows
  7. Echoes in the dark
  8. Well rehearsed
  9. Monument
  10. Death
  11. Count on you
  12. Muscle memory
  13. The sound of my voice
  14. (An)aesthetic
  15. Coming back to me

Gesamtspielzeit: 49:14 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18062

Registriert seit 08.01.2012

2020-07-17 22:12:21 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Xavier

Postings: 448

Registriert seit 25.04.2020

2020-05-22 22:48:04 Uhr
Das ist nichts für mich. Wieder mal.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18062

Registriert seit 08.01.2012

2020-05-22 18:42:28 Uhr - Newsbeitrag
Künstler: The Naked and Famous
Release: „Death“ (Single), „Recover“ (Album)
VÖ: 22.05.20 (Single)/24.07.20 (Album)
Label: Somewhat Damaged Ltd./AWAL
Foto-Credit: Larsen Sotelo

Der Lyric-Clip zu „Death“ findet sich hier:

Infos: Heute, am 22. Mai, veröffentlichen The Naked And Famous (Alisa Xayalith und Thom Powers) "Death", die düstere, aber trotzdem berührende neueste Single aus dem kommenden Album "Recover", das am 24. Juli via Somewhat Damaged / AWAL erscheint. "Death" ist ein minimaler Synth-Pop-Track, der perfekt für Slow Dancing geeignet ist - auch wenn es im Song um das Gefühl des Überlebens und der Sterblichkeit geht - und insbesondere darum, wie begrenzt unsere Zeit miteinander wirklich ist.

“There will be a last time / that we see each other”
“There will be a last time / you slow dance with me / to every heartbeat”
“And I just can’t decide which is worse / the thought that you or I might go first”

Der Song fühlt sich in der aktuellen Situation, in der sich die Welt befindet, noch treffender an, bietet aber auch einen Hauch von Hoffnung und zeigt auf, wie wichtig es ist, für den Moment dankbar zu sein. „Die Sterblichkeit hat mich immer fasziniert“, sagt Powers über das neue Lied, „aber mit zunehmendem Alter meiner Familie wird dieses Thema immer greifbarer. Alter und Erfahrung haben mir eine Perspektive gegeben, wie zerbrechlich das Leben ist. Nichts ist dauerhaft und wir halten vieles für selbstverständlich. Nirgendwo ist dies so ausgeprägt wie in dem Bewusstsein, dass unsere Lieben eines Tages verschwunden sein werden. Immer mehr denke ich an die begrenzte Zeit, die ich mit den kostbaren Menschen teilen muss, die mir das Leben vorgestellt hat. Der Tod ist eine nüchterne und liebevolle Erinnerung daran, das Leben um uns herum zu schätzen und verbunden mit denen zu bleiben, die wir lieben. Diese Mentalität fühlt sich in den Zeiten, in denen wir uns gerade befinden, besonders wichtig an. "

Das kommende Album „Recover“ ist ein autobiografisches Werk, das die vielen und komplexen Seiten des menschlichen Daseins aufzeigt. Die anderen Singles des Albums beschäftigen sich unter anderem mit Selbststolz ("Come As You Are"), unerwarteter Liebe ("Bury Us") und den Dingen, die unser Leben auf eine Weise beeinflussen, die wir nie erwartet hatten ("Sunseeker").

The Naked and Famous sind ein in LA ansässiges Indie-Duo aus Auckland, Neuseeland. Ihren Durchbruch schafften sie mit dem mit Platin ausgezeichneten "Young Blood" aus dem Debüt "Passive Me • Aggressive You". Nun veröffentlichen die beiden Gründungsmitgliedern der Gruppe, Xayalith und Powers, ihr neues Album „Recover“. Bei der klanglich vielfältigsten Platte des Duos, erweitert die Gruppe ihren klassischen Synth-Pop Sound unter anderem mit mehr Gitarrensounds. Die Band hat mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter sieben Preise bei den New Zealand Music Awards; sie absolvierten mehrere internationale Touren und ihre Musik schaffte es in die Billboard 200.

Instagram: https://www.instagram.com/thenakedandfamous/
Facebook: https://www.facebook.com/thenakedandfamous
Youtube: https://www.youtube.com/thenakedandfamous
Twitter: https://twitter.com/tnaf
Website: https://www.thenakedandfamous.com/

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2020-04-09 21:01:17 Uhr - Newsbeitrag
VÖ jetzt 24.7.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18062

Registriert seit 08.01.2012

2020-03-02 20:13:53 Uhr - Newsbeitrag
Künstler: The Naked and Famous
Release: „Come As You Are“ (Single), „Recover“ (Album)
VÖ: 26.02.20, 08.05.20 (Album)
Label: Somewhat Damaged Ltd./AWAL


Der Audio-Clip zu „Come As You Are“ findet sich hier:

Infos: Mit der Veröffentlichung des neuen Tracks “Come As You Are” tragen die Indiepop-Pioniere The Naked and Famous der Bedeutung von Inklusivität in der heutigen Zeit Rechnung und eröffnen gleichzeitig den Vorverkauf für ihr kommendes Album „Recover", das am 8. Mai auf Somewhat Damaged/AWAL erscheint. Der Text mit Zeilen wie “so easy to love, so come as you are, there’s no limit to the ways that I adore, just as you are” drückt aus, wie wichtig es für alle Menschen ist, egal welchen Hintergrund sie haben, bedingungslose Liebe und Akzeptanz zu erfahren. Alisa Xayalith, die eine Hälfte des Duos, erklärt: “Zuerst ging es einfach darum, dass jeder eine gewisse Geschichte und auch Ballast mit sich herumschleppt, wenn er eine neue Beziehung eingeht, und dass einen das nicht davon abhalten sollte, sich darauf einzulassen. Aber im Grunde geht es ganz allgemein darum, alle Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind und zu verstehen, dass jeder Liebe braucht.” Bandkollege Thom Powers fügt hinzu: “Wir wollen, dass unsere Fans sehen, wie wichtig uns Inklusivität ist, egal ob wir jetzt über Mitglieder der LGBTQ-Community reden oder über Migranten oder Mitglieder einer anderen Minderheit – hier können sich alle sicher fühlen.”

Vor “Come As You Are” veröffentlichten The Naked and Famous vom kommenden Album „Recover" schon den von Xayaliths Hund inspirierten Track „Sunseeker” und „Bury Us”, der von der Nylon als “perfekter Dancefloor-Track” beschrieben wurde, “der einen sofort in Verzückung versetzt und erzählt, wie man unerwartete Liebe mit offenen Armen empfängt.”

Das neue Album von The Naked and Famous ist eine autobiografische Platte, die tief in der menschlichen Seele verwurzelt ist. Jeder Song wurde mit viel Fingerspitzengefühl geschrieben und die Themen reichen von dem Gefühl des Überlebens (“Death”), berührenden Worten über die eigene Identität (“Well-Rehearsed”), Widerstandskraft (“Recover”), Sterblichkeit (“(An)Aesthetic”, das auf Thoms Nahtoderfahrung nach einer Blutvergiftung basiert) und andere Dinge, die unser Leben auf ganz überraschende Weise berühren können (“Sunseeker”).

The Naked and Famous stammen ursprünglich aus Neuseeland. Ihr Album-Debüt veröffentlichten sie mit "Passive Me, Aggressive You" mit den Hits “Young Blood” und “Punching In A Dream”, die ihnen den Durchbruch brachten. Das Album erklomm die Billboard 200, sahnte weltweit Preise ab und erreichte in vielen Ländern Platinstatus. Als fünfköpfige Band waren The Naked and Famous weltweit auf Tour, spielten ausverkaufte Headliner-Shows und traten bei den größten Festivals auf. Schließlich landeten sie in L.A., lebten zusammen in Laurel Canyon und veröffentlichten ihr zweites Album In Rolling Waves mit der Hitsingle “Hearts Like Ours”. Ihr drittes Album Simple Forms erschien 2016 und gilt als ihre bisher spannendste und komplexeste Arbeit.

Instagram: https://www.instagram.com/thenakedandfamous/
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Website: https://www.thenakedandfamous.com/
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