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Rufus Wainwright - Unfollow the rules

Rufus Wainwright- Unfollow the rules

BMG / Warner
VÖ: 10.07.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Vienna calling

Rufus Wainwright scheint es nicht so zu haben mit Regeln. Er will nicht nur "one", sondern gleich "two". Er deklarierte sich 2012 als "Out of the game" und ließ danach zwei erstaunliche Platten in Sachen Oper und Shakespeare-Sonetten auf dem ehrwürdigen Label Deutsche Grammophon folgen. Also wirklich Kunst-Kunst. Mit "Unfollow the rules" ist er gewissermaßen zurück im verdaulicheren Kammerpop, nur dass der Albumtitel eben nicht das Spielfeld theatralisch durch den Raum wirft, sondern lieber die Figuren so anordnet, wie es ihm gerade passt. "There's always trouble in paradise / Don't matter if you're good or bad or mean or awfully nice", vermerkt er ja selbst schon achselzuckend im Opener "Trouble in paradise", der einen gewissen Soft-Rock-Swing mitbringt. Wozu also Regeln? Wainwright folgt höchstens noch seinen eigenen. Diese besagen, dass ein Song ohne Pathos nichts wert ist und die heilige Dreivierteltaktigkeit auch auf dem mittlerweile zehnten Album die Mehrheit der Stücke bestimmt. Nur sein Erscheinungsbild auf dem Cover mag da ungewohnt wirken. Fransen an der Jacke, Fransen im Gesicht?

Sowieso alles unwichtig, wenn der Titeltrack erst einmal seine Verwandlung von sanfter Piano-Ballade zur ganz großen Shownummer vollzogen hat. Die Stimmgewaltigkeit wird im Wettstreit mit dem walze(r)nden Orchester deutlich. "Don't give me what I want", lautet die Forderung – schon wieder so ein Gegensatz zum musikalischen Nachdruck. Der abfedernde Stoßdämpfer wartet im nonchalant schlendernden "You ain't big", das die USA einmal locker durchdekliniert. "You ain't big unless you're big in Alabama / Don't know who you are unless you made it in Wichita." Der Backingchor singt sich eine Parodie auf sich selbst zurecht und Wainwright spielt das maximale schauspielerische Können aus, damit man ihm das innere Grinsen nicht schon direkt in der Stimme anhört.

Auch zu "Unfollow the rules" gerät einem immer wieder das Wort "Theatermusik" in den Sinn. Keine Geste zu groß, kein Arrangement zu gehaltvoll. Die zwölf Songs sind wie Sahnetorte auf Buttercreme, wundervoll ornamentiert. Seine Berlin-Connection ist wohlbekannt, sein Wohnort lautet New York, eher würde er aber nach Wien zu Prunk, Opulenz und Schmäh passen. All das könnte denjenigen mit weniger festem Magen natürlich aufstoßen, die sich an schallenden Ausrufen wie "Mother, can you hear me? / I'm calling you" stören. In jenem Song namens "Romantical man" wird nicht weniger als eine zweisame Nacht mit den globalen Umweltsorgen verbunden. Sowas darf eben nur Wainwright, weil er das notwendige Charisma hat, diese Gespinste erfolgreich zu verkaufen. Weil er dazwischen auch tolle, unkomplizierte Liebesoden wie "Only the people that love" setzt oder das passend verschlafene "Early morning madness". "I'm a perfect mess / [...] / Gotta get some rest, I guess" – ein Wunder, dass das Stück letztendlich doch noch den Ausweg durch Ausbruch findet.

Es mag Momente geben, in denen Wainwright eher nach anderen klingt. Das düstere "Devils and angels (Hatred)" erinnert mit seinen Elektrobeats an John Grant, am Ende krächzt sogar eine E-Gitarre. "Swallow the keys / For any prisoners there won't be any need", sind im Vergleich zum Rest auch eher untypische Zeilen. Doch in weiten Teilen ist er auf "Unfollow the rules" einfach er selbst, mit all seiner Dramatik und dem dennoch meist hervorscheinenden Humor. Das ist auch gut so. Damit hält die Platte eine großartige Balance und braucht sich vor ihren Vorgängern nicht zu verstecken. Auch oder gerade vor denen, die sich an die ganz hohe Kunst gewagt haben.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Unfollow the rules
  • Only the people that love
  • This one's for the ladies (that lunge!)
  • Early morning madness

Tracklist

  1. Trouble in paradise
  2. Damsel in distress
  3. Unfollow the rules
  4. You ain't big
  5. Romantical man
  6. Peaceful afternoon
  7. Only the people that love
  8. This one's for the ladies (that lunge!)
  9. My little you
  10. Early morning madness
  11. Devils and angels (Hatred)
  12. Alone time

Gesamtspielzeit: 51:35 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18872

Registriert seit 08.01.2012

2020-07-01 19:38:13 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2020-04-24 20:05:40 Uhr - Newsbeitrag


Rufus Wainwright teilt neues Video zu "Alone Time"
Das Album "Unfollow The Rules" erscheint am 10.07.2020 (Achtung: neues VÖ-Datum)

Mit "Alone Time" koppelt der Grammy-nominierte Singer/ Songwriter Rufus Wainwright die nächste Single aus seinem kommenden Pop-Studioalbum "Unfollow The Rules“ aus, das am 10. Juli via BMG veröffentlicht wird. Begleitet wird die Veröffentlichung von einem Videoclip, der unter der Regie des vielfach preisgekrönten Animationskünstlers Josh Shaffner entstand und Illustrationen aus der Hand von Wainwright sowie Josh Shaffner zeigt.

▶ Ansehen: Rufus Wainwright - "Alone Time" (official video)

Rufus Wainwright sagt über den Song:
"Alone Time is the end title of my upcoming album "Unfollow The Rules", an old school record that attempts to take the listener on a rich journey through the myriad of experiences of this thing we call “life”. It is my belief that with everyone and everything, ultimately, all conclusions are about solitude and the acceptance of that fact, and that often this is a very beautiful realization. But today, in these dark times, I’m thinking a lot about the thousands of people who due to Covid 19 are forced to experience intense isolation at the end of their days in order to save others, and the incredible fear that that must entail. This track is humbly dedicated to them, it is a wish of hope and a prayer for grace that they feel some sense of joy and comfort in knowing they are performing such an incredible act of sacrifice for humanity."

"Unfollow The Rules" erscheint am 10. Juli 2020 über BMG und kann jetzt hier vorbestellt werden.

Es ist Wainwrights neuntes Studio-Album und sein erstes neues Pop-Album seit 2012. Es zeigt den Künstler auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Er tritt künstlerisch mit Leidenschaft, Ehrlichkeit und einer neu entdeckten Furchtlosigkeit auf, während er so kreativ, mutig und schelmisch wie eh und je bleibt.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18872

Registriert seit 08.01.2012

2020-02-27 21:14:21 Uhr - Newsbeitrag
Rufus Wainwright - neues Album "Unfollow The Rules" erscheint am 24.04.2020
Neues Video zu "Damsel In Distress"

Rufus Wainwright hat die Veröffentlichung seines lang erwarteten, neuen Albums angekündigt. "Unfollow The Rules" erscheint am 24. April 2020 über BMG und kann jetzt hier vorbestellt werden.

Nach der Vorabsingle "Trouble In Paradise" erscheint heute der neue Track "Damsel In Distress", der von einem liebevoll animierten Video begleitet wird, das von dem preisgekrönten Zeichner Josh Shaffner gestaltet wurde.



"'Damsel In Distress' is an homage to Joni Mitchell in some ways", sagt Wainwright, "particularly the structure. My husband and I now live in Laurel Canyon. I wasn't that familiar with Joni’s music but Jörn became obsessed and took me on a journey into her music. We ended up hanging out with her and I get now why she's one of the greats. So it's part Laurel Canyon, part a song about a personal relationship that I’m trying to come to terms with, but mostly my Mitchell virginity being broken."



Wainwrights neunte Studio-LP "Unfollow The Rules" und sein erstes neues Pop-Album seit 2012, zeigt den Künstler auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Er tritt künstlerisch mit Leidenschaft, Ehrlichkeit und einer neu entdeckten Furchtlosigkeit auf, während er so kreativ, mutig und schelmisch wie eh und je bleibt. Produziert von Mitchell Froom (Crowded House, Paul McCartney, Richard Thompson, Suzanne Vega, Randy Newman) in einer Vielzahl legendärer Studios in Los Angeles - darunter die Sound City Studios, United Recording und die EastWest Studios - dient das Album sowohl als Ende zum ersten Akt einer außergewöhnlichen Karriere, die wie "Unfollow The Rules" in den Studios von Los Angeles begann, aber auch als erste Zeilen eines bemerkenswerten neuen Kapitels. Inspiriert von Alter, Eheleben, Vaterschaft, Freunde, Verlust, London und Laurel Canyon stellt sich Wainwright neuen Herausforderungen und ist gleichzeitig gezwungen, sich mit seiner Vergangenheit sowie seiner Rolle als Musiker und Familienvater auseinanderzusetzen.

"What I would like this album to symbolize is a coming together of all the aspects of my life which have made me a seasoned artist", erklärt Wainwright. "My aim is to emulate the greats of yore whose second acts produced their finest work – Leonard Cohen when he made THE FUTURE, when Sinatra became Sinatra in his 40s, when Paul Simon put out GRACELAND. Pop music isn't always about your waistline. Many songwriters improve with age. I'm flying the flag for staying alive!"

Rufus Wainwright - live:
24.04.19 - jazzahead! Galakonzert (Bremen)
Tickets

Tracklist "Unfollow The Rules":
ACT I
01. Trouble in Paradise
02. Damsel in Distress
03. Unfollow The Rules
04. You Ain’t Big

ACT II
05. Romantical Man
06. Peaceful Afternoon
07. Only The People That Love
08. This One’s For The Ladies (That Lunge)

ACT III
09. My Little You
10. Early Morning Madness
11. Hatred
12. Alone Time

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18872

Registriert seit 08.01.2012

2019-11-06 19:42:30 Uhr - Newsbeitrag
Rufus Wainwright veröffentlicht Video zur Single "Trouble in Paradise"

Die wundersame Wandlung des Rufus Wainwright: Im neuen Video zu seiner aktuellen Single "Trouble in Paradise“ verwandelt sich der Singer/ Songwriter in eine Kunstfigur, die von der berühmten Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour inspiriert wurde.

▶ Ansehen: Rufus Wainwright - "Trouble in Paradise" (official video) bei youtube

In Schwarzweiß gehalten, verwandelt sich der Sänger langsam von der Fashion-Ikone in eine andere Version seiner selbst – Rufus’ Kommentar zu den unzähligen Gesichtern, derer wir uns heute bedienen, um uns in einer oftmals künstlich veränderten Realität zurechtzufinden. Im Video begleiten wir die einflussreiche Modezarin auf ihrer Fahrt aus der hektischen Stadt hinaus aufs Land. Während sie den hohen Preis des Glamours gegen die spirituellen Aufopferungen der Seele abwägt, beginnt sich ihr Vermächtnis langsam vor dem inneren Auge zu formen. "Trouble in Paradise" ist ein Stück clever arrangierter Popmusik, das an die klassischen Produktionen der großen L.A.-Ära erinnert und zwischen ausgefeilter Raffinesse und kraftvollen Melodien pendelt. Der Rolling Stone nennt es ein "cleveres Spiel mit der Popmusik".

Rufus selbst sagt zur Musik, dass sie "a sense of sophistication and an animalistic instinct" in sich trägt und beschreibt seine Situation als Musiker - und Mensch - kurz wie folgt: "After the opera world and natural aging, I can now sing at the full power of my abilities, and this record really shows that off."
"Trouble in Paradise", das mit smartem, klassischen Pop eine Rückkehr Wainwrights auf die große Pop-Bühne einläutet, ist der ersten Song aus seinem kommenden Studioalbum, das via BMG erscheinen wird. Weitere Informationen zum Vö-Datum und Tracklisting folgen.




Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2019-10-25 19:36:20 Uhr - Newsbeitrag


Rufus Wainwright - neue Single "Trouble in Paradise" / erster Vorbote auf neues Studioalbum

Rufus Wainwright kehrt mit dem smarten, klassischen Pop seiner brandneuen Single "Trouble in Paradise“ wieder auf die große (Pop-)Bühne zurück. Premiere feierte die Single. die auch Vorbote zu einem neuen Studioalbum ist, gestern Abend bei Jo Whiley im BBC Radio 2.

Rufus selbst sagt zur Musik, dass sie "a sense of sophistication and an animalistic instinct" in sich trägt und beschreibt seine Situation als Musiker - und Mensch - kurz wie folgt:
"After the opera world and natural aging, I can now sing at the full power of my abilities, and this record really shows that off."

"Trouble in Paradise" vereint viele Neuerungen: Die Arbeit mit dem neuen Produzenten Mitchell Froom bei seinem neuen Label BMG und seine Rückkehr zur Popmusik seit seinem 2012 erschienenen Album "Out of the Game", das in Zusammenarbeit mit Mark Ronson entstand.

Rufus war in den vergangenen 7 Jahren keinesfalls unproduktiv, im Gegenteil: Er tourte durch die ganze Welt, schrieb und nahm Opern auf und veröffentlichte ein Album mit Shakespeare-Sonetten. Ostern diesen Jahres feierte er eindrucksvoll den 20. Jahrestag seines Debütalbums mit einer ausverkauften Show in der Londoner Royal Albert Hall. Sein Debüt "Rufus Wainwright" wurde in LA aufgenommen, ebenso wie sein bevorstehendes, mit Spannung erwartetes neues Album. "As soon as I got to LA I realised I wanted to make another of those good, old-fashioned records.", sagt Rufus. Eine Idee, die sich während des Treffens mit Producer Mitchell Froom noch weiter festigte. Gemeinsam machten sich beide an die Arbeit dessen, was vielleicht der Höhepunkt in einer beispiellosen Karriere werden könnte.



Material:


Facebook: https://www.facebook.com/rufuswainwrightofficial/
Instragram: https://www.instagram.com/rufuswainwright/
Twitter: https://twitter.com/rufuswainwright
Website: http://rufuswainwright.com/
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