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The Monochords - Volume 1

The Monochords- Volume 1

Motor / Universal
VÖ: 30.06.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nietengürteltiere

Die Zeiten, in denen man in Deutschland noch Trends setzte, sind lange vorbei. Die große Mode wird in Paris oder Mailand gemacht und die heißesten Musikhypes entstehen längst wieder in schäbigen New Yorker Seitenstraßen oder auf den billigen Recylingpapierseiten des NME. Da bleibt einem hierzulande kaum mehr etwas anderes übrig, als den Akzentsetzern nach Leibeskräften hinterherzuhecheln. Schließlich gibt es auch in Deutschland jede Menge leerstehende Garagen, die mit Rock gefüllt werden wollen. Und so kommt es dann zu schamlosen Erfolgswellenreitern wie den Monochords. Gut. Hatte nun jeder sein Vorurteil? Dann können wir ja anfangen.

Die Monochords stammen aus Frankfurt am Main, aber es ist trotzdem alles in Ordnung mit ihnen. Hier hat man schon gemeinsam gelärmt, als die Strokes sich auf der Junior High noch mit Bruchrechnung und Vokabelnlernen herumärgern mussten. Und hier darf man auch schon mal stolzerfüllt auf eine ordentliche Stange erfolgreicher Liveshows zurückblicken. Nur die Sache mit dem Debütalbum hat sich ganz schön hingezogen. "Volume 1" war überfällig. Nicht zuletzt, weil die Monochords weit mehr draufhaben als die stilvolle Vergangenheitsverbeugung. Obwohl sich ein paar alte Helden hier durchaus geehrt fühlen dürfen.

"Volume 1" ist das selige Lächeln auf dem Gesicht des gestandenen 60s-Rockers. Mit dem einen Auge auf die Vergangenheit, dem anderen auf Schweden und den Verstärkern im roten Bereich hacken sich die Monochords durch zehn knackige Vintage-Songs, die immer dann richtig gut sind, wenn sie mal vergessen, was zu Hause im Plattenschrank steht. "Quit this town" hat die helle Freude an seinen wildwerdenden Gitarrenüberschwenglichkeiten, das vielseitige "Little things to hide" treibt allerlei Schabernack mit Mellotron, Vibraphon und Triangel, und das rotzfreche Intro von "I'll die ringing" klopft mal eben dem guten Shaft auf die Lederhandschuhe. Ziemlich abgebrüht.

Bei soviel waschechter Coolness fällt es dann auch nicht mehr schwer, über die ein oder andere Schwäche der Monochords hinwegzusehen. So hätte man manchen Song durchaus radikaler zu Ende bringen und sich das inbrünstig daherorgelnde "White sand" gleich ganz sparen können. Vielleicht muß das aber auch so sein, wenn man wie diese Hessen mit einem sehr gesunden Dickkopf bedacht wurde. Verbogen wurde hier nämlich nichts. Die Platte klingt rauh und zerknittert, tritt in jede erreichbare Dreckpfütze und weiß trotzdem ganz genau, daß der richtige Sound auch nichts nützt, wenn man mit seinen Instrumenten nichts anzufangen weiß. Und kann eine Band überhaupt noch schlecht sein, wenn sich eines ihrer Mitglieder Cannonball Schmitt nennt?

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • She\'s not there
  • Little things to hide
  • Quit this town

Tracklist

  1. She's not there
  2. Time for a change
  3. Now that everybody's gone
  4. White sand
  5. Always on the run
  6. Little things to hide
  7. I'll die ringing
  8. I don't need you anymore
  9. No destination
  10. Quit this town

Gesamtspielzeit: 37:51 min.

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