Alma - Have u seen her?

Alma- Have u seen her?

Epic / Sony
VÖ: 15.05.2020

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Auffällig unauffällig

Kurz auf die Uhr geschaut: Ja, es ist bereits 2020. Aber wie man es dreht und wendet: "Have u seen her?" ist tatsächlich erst Almas Debütalbum. Die finnische Dame namens Alma-Sofia Miettinen mit der Haarpracht, die jeden Textmarker vor Neid erblassen lässt, ist seit 2016 im Musikgeschäft und in den europäischen Charts unterwegs und hat über diverse Singles und EPs verstreut rein quantitativ bereits mehr als ein Album an Material veröffentlicht. "Chasing highs" kennt man noch, genauso wie ihre Features auf Felix Jaehns "Bonfire" oder Martin Solveigs "All stars". Nun soll es aber endlich eine ganze Platte sein – und pünktlich dazu wurde in bester Ampelsymbolik ihre ehemals gelbe Haarmatte auf ein grelles Grün umgestellt. Sie sticht also nach wie vor optisch heraus. Und musikalisch?

"Have u seen her?" scheint sich dagegen darin wohlzufühlen, sich an die Masse der Popmusik anzuschmiegen und zugleich den Elektrosound der vorigen Singles in den Hintergrund zu rücken. Ein bisschen R'n'B hier und da, ein paar Nummern mit Akustikgitarre über dem Beat fehlen auch nicht. Die Texte drehen sich um abgefuckte Liaisons, zu viel Ärger, Alkohol oder sonstwas. "I'm a bad news baby / You could hear me on the radio", lässt sie in einem Song verlauten, der auch so von P!nk hätte stammen können. Das ist nicht mal negativ gemeint – das Dutzend Songs macht prinzipiell vieles richtig, wirkliche Ausfälle gibt es kaum. Aber man würde sich hier und da doch wünschen, dass Almas Songs ebenso individuell wären wie ihre Erscheinung. Der muskulöse Opener und Titeltrack deutet zwar am Anfang noch eine andere Route an, kommt aber letztlich auch nur auf das Fazit Charli XCX light. Und man denkt unweigerlich daran, wie kompromisslos die wiederum ihr am gleichen Tag erschienenes Album "How I'm feeling now" eröffnete.

Bei Alma gibt es auf "Have u seen her?" stattdessen kaum durchschlagskräftige Hits, auch wenn "LA money" oder das Tove-Lo-Feature "Worst behaviour" schon klargehen. Das weinerliche "Mama" – Stichwort: "Mama, I think I drank too much today / Mama, I really hate the way I feel / You gotta promise you'll always forgive me" – dagegen weniger. Kurios ist nur, dass die besten Songs ganz ans Ende gerückt wurden. "My girl" bringt die Dramatik einer gefährlichen Romanze unter Frauen überzeugend rüber, "Find me" setzt auf Akustikflair und ruft sentimental aus: "You know all the places I'm hiding / So come and find me." Die schicke Soundtextur von "Loser" weicht "Final fantasy" als große, versöhnliche Show-Abschlussnummer mit toller Melodie. "Touch me honestly, passionately / Blame it all on me / It's the last time." Da geht also doch noch was bei Alma. Mehr als nur der Wechsel der Haarfarbe.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Find me
  • Loser
  • Final fantasy

Tracklist

  1. Have u seen her?
  2. LA money
  3. Worst behaviour (feat. Tove Lo)
  4. Stay all night
  5. Bad news baby
  6. Nightmare
  7. Mama
  8. King of the castle
  9. My girl
  10. Find me
  11. Loser
  12. Final fantasy

Gesamtspielzeit: 36:58 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18639

Registriert seit 08.01.2012

2020-05-27 19:49:46 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18639

Registriert seit 08.01.2012

2019-11-23 16:17:52 Uhr - Newsbeitrag

…das Musikvideo zu „Bad News Baby“ von Alma ist jetzt live:

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18639

Registriert seit 08.01.2012

2018-10-11 18:58:47 Uhr - Newsbeitrag
ALMA
ALMA veröffentlicht neue Single "Cowboy" ++ Erster Vorbote auf das kommende Debütalbum
Nach einem triumphalen Sommer mit gefeierten Auftritten beim Reading & Leeds Festival, Flow, Queens of Pop, Longitude, Open'er, Ruisrock, The Great Escape und einer Reihe von Dates, bei denen sie als Support von Halsey auf der Bühne stand, hat das finnische Pop-Kraftwerk ALMA jetzt ihre neue Single "Cowboy" veröffentlicht.



"Cowboy" ist die erste Single, die von ihrem mit Spannung erwarteten Debütalbum 2019 aufgenommen wurde. Geschrieben von ALMA, während sie zwischen Helsinki und LA pendelte, gemeinsam mit Justin Tranter (Gwen Stefani, Justin Bieber), Sarah Hudson (Nicki Minaj, Ariana Grande, Halsey) und BloodPop (HAIM, Grimes), der auch den Track produzierte, zeigt "Cowboy" ALMAs einzigartige Stimme als Songwriterin; ehrlich, mutig und frisch.

"Cowboy" ist ihr bisher persönlichstes Lied. ALMA beschreibt die neue Single wie folgt: "Als ich meine Heimatstadt verließ, um in LA zu schreiben, fühlte ich mich ängstlich und klein - als wäre die Welt viel zu groß und für mich ... brauchte ich eine lange Zeit, um herauszufinden, wer ich war und was ich wollte sagen. Ich hatte Angst, zuerst etwas Persönliches zu verschenken (wir Finnen sind natürlich sehr zurückhaltend), so dass es lange gedauert hat, bis ich meine wahre Identität verstanden und angefangen habe, sie in meine Songs zu integrieren. Also half es, ein Alter Ego zu schaffen - ein Cowboy zu sein."

ALMA LIVE
19.10.2018 München, Harry Klein
15.11.2018 Köln, Live Music Hall
20.11.2018 Berlin, Astra
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