Mathea - M

Mathea- M

1998 / Sony
VÖ: 01.05.2020

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 2/10

Dieses Leben

Im deutschsprachigen Pop überleben zu wollen, ist sicher kein Leichtes. Oft ist es sogar ein eher heikler Akt: Denn neben verspielten Indie-Sounds, eindrucksvollen Austro-Pop-Einflüssen und cleveren Lyrics in der Muttersprache gibt es auch Schlager voller schmachtendem Herzschmerz, Partyhymnen und Helene Fischers beeindruckenden Bauchmuskeln. Und dazwischen? Existiert außer den Max Giesingers und Mark Forsters gefühlt kaum etwas anderes. Doch genau in dieser bisher qualitativ rar besetzten Lücke siedelt die Sängerin Mathea an.

Allerdings balanciert sie die beiden Gegensätze der deutschsprachigen Musik auf ihrem Debütalbum "M" eher mit Mühe und Not aus, statt sie sich elegant zunutze zu machen. Ihr Pop ist von simplen, aber meist doch mehrschichtigen Beats bestimmt, doch die schaffen es so gut wie nie, in eine konsequente Tanzbarkeit oder eine klare Rap-Grundlage überzukippen. Stattdessen bleiben Songs wie das von sanften Brüchen begleitete "Irgendeine Party" oder "Gib Bescheid" irgendwo dazwischen. Auf "M" pendelt sich nur nach wenigen Songs eine Art Monotonie ein, die für Elektro-Pop mit Sprechgesang geradezu irreführend erscheint.

Doch könnte das nicht auch ein künstlerisch cleverer Schachzug sein? Natürlich. Doch genau hier hapert es auf dem Debütalbum von Mathea. Wo sie lyrisch intim wird und eigene Geschichten verschiedener Lebensphasen preisgibt, etwa Erlebnisse aus ihrer Kindheit ("Kein Tutu"), oder erzählt, wie sie einer wichtigen Bezugsperson eines Tages ein Haus am See ("Haus") ermöglichen möchte, bleibt sie musikalisch platt und oberflächlich. In ihrer Heimat Österreich ist sie damit nicht unerfolgreich: Ihre Singles haben dort Platin-Status erreicht. Hierzulande bekommt die Künstlerin, die erstmals 2016 durch die Castingshow "The Voice of Germany" in Deutschland größer in Erscheinung trat, allerdings auch immer mehr Aufmerksamkeit.

Ein Grund dafür könnte ihre Stimme sein, mit der sie nicht nur bei der Castingshow überzeugen konnte, sondern auch auf ihrem Album für erhoffte Abwechslung sorgt. Mit Sprechgesang, ästhetischen, hohen Tönen und kraftvollen Refrains ("Welle") präsentiert Mathea die Bandbreite, die viele Zuschauer wahrscheinlich schon bei "The Voice of Germany" an ihr geschätzt haben. Mit diesem Gesang beschert sie sanfte Momente, kann aber auch auffallend rau klingen und anecken. Individuelle Eigenschaften, die auch den Beats ihrer Songs gut tun würden.

Denn mit ihrer Stimme macht Mathea vieles richtig und überzeugt gerade lyrisch. Die Sängerin bleibt auf "M" umgangssprachlich und spricht die Dinge sehr direkt an, wird dabei aber niemals plump. Inhaltlich entsteht mit ihren Songs ein stimmiges Gesamtbild, welches es auch wert ist, gehört zu werden. Wäre da nur weniger Stumpfheit in der musikalischen Begleitung.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Gib Bescheid

Tracklist

  1. Kein Tutu
  2. Haus
  3. Wollt Dir nur sagen
  4. 02:46
  5. Welle
  6. Wach
  7. Irgendeine Party
  8. Medium Rare
  9. Jaja
  10. Gib Bescheid
  11. Chaos
  12. 2x

Gesamtspielzeit: 34:50 min.

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Armin

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2020-05-13 21:05:41 Uhr
Ging erst versehentlich mit 6/10 online, ist aber 5/10.

Armin

Plattentests.de-Chef

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2020-05-13 20:39:34 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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  • Mathea - M (2 Beiträge / Letzter am 13.05.2020 - 21:05 Uhr)