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Suit Yourself - Parka

Suit Yourself- Parka

F.A.M.E. / BMG
VÖ: 18.08.2003

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mächtig viel Theater

Brecht hatte Recht: Die Welt ist schlecht. Was in seinen Werken "Der gute Mensch von Re-a-Monn", "Das heilige Fury der Schlachthöfe" oder "Die Drei-Türen-runter-Oper" immer wieder anklang, ist zentrales Element seines bislang verschollenen geglaubten Dramas "Parka", das dieser Tage seine Uraufführung am Stadttheater Reutlingen feierte.

Das Bühnenbild ist gewohnt schlicht gehalten, auf einem angedeuteten Dorfplatz stehen vier junge Männer. Man sieht, daß sie noch Ideale haben, noch an den großen Rock'n'Roll glauben. Dies ist zwar durch ihre Bundeswehrparkas etwas plump dargestellt, aber man weiß sofort, was gemeint ist. Gemeinsam touren sie durch dunkle Kaschemmen, werden von windigen Veranstaltern ausgenommen und müssen hungern. Die langen, erfolglosen Jahre werden mit Hilfe eines typisch Brechtschen Verfremdungseffekts im Schnelldurchlauf gezeigt. Was folgt, ist die Wende in Form eines Nachwuchswettbewerbs und eines Majordeals. Hier wäre ein wenig mehr Originalität seitens des Autors wünschenswert gewesen.

Das Glück des Vierers ist ohnehin nur von kurzer Dauer: Kritiker zerreißen ihr Debüt in der Luft, und kaum ein Kind (die Zielgruppe wird als lebende Geldbörse ohne Ohren dargestellt) kauft die Platte. Wer ein echter Rocker ist, gibt nicht auf, und so versuchen die Freunde weiter, nach den Sternen zu greifen. In einer beeindruckenden Szene jagen sie Seifenblasen über die Bühne, was die Suche nach Songideen symbolisieren soll, die für sie erfolglos bleibt. Brecht zitiert hierzu den "Wettlauf zwischen Hase und Igel", wenn er bei jeder neuen Demoversion eine andere, ebenso beliebige Collegerock-Band "Ich bin schon hier" rufen läßt.

Aufgefressen und verzweifelt wirft die Band schließlich ein weiteres Album auf den Markt, welches von ukranischen Waschweibern höhnisch verlacht wird. Gewohnt routiniert spinnt Brecht ein feines Netz zwischen Kapitalismus und Neid, Idealismus und eigenen Grenzen. Das Scheitern der Band muß als Metapher auf so viele Rückschläge, die ein junger Mensch im Laufe seines Lebens erfährt, gesehen werden. In der zu Herzen gehenden Schlußszene werden die Vier schließlich zu den Klängen der letzten Uncle Ho-Platte in einem "See des Vergessens" versenkt. Das abschließende "Blubb" ging im Stühlerücken des Premierenpublikums unter. Ein Vorhang.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Gain our ends

Tracklist

  1. Not in our name
  2. Delicate
  3. Heaven missed
  4. Call it fate
  5. Gain our ends
  6. Dfy
  7. The greatest fan
  8. Cover us
  9. Dave
  10. Better days
  11. Persona grata
  12. Scream until you notice
  13. Be aware

Gesamtspielzeit: 50:40 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Dani
2003-08-26 10:31:24 Uhr
Naja, bisher dachte ich, keiner außer mir kennt hier überhaupt suit yourself oder interessiert sich dafür. Ich hab sie letztes Wochenende zweimal life gesehen. Und sie gefallen mir nicht nur, da sie aus meiner Heimatstadt kommen. Meiner Meinung nach wird das Album unterbewertet (hat Britney Spears nicht auch 3 von 10?), oder anders, das Album ist mir einfach mehr Wert. Vorallem aber ist es doch besser als das Vorgängeralbum 'ROCKOLA', von dieser Veränderung (oder zumindest, dass es eine gab, z.B. unter welchen anderen Umständen dieses Album aufgenommen wurde usw.) merkt man in der Rezi aber auch nix.
Natürlich sind die Texte nicht so berauschend und Suit yourself wird nie zu meine imaginären Top 10 gehören, trotzdem hat das Album was besseres verdient.
raider
2003-08-25 22:06:50 Uhr
Und wie ist jetzt so die Meinung der User hier im Forum über die neue Platte?
Dass die Rezi schlecht ausfallen würde war ja keine große Überraschung, aber so eine überhebliche und sinnentleerte Plattenkritik habe ich noch selten gelesen. Da wollte wohl jemand seinen (nicht vorhandenen) kulturellen Sachverstand demonstrieren, anders kann ich mir dieses lose Aneinanderreihen einzelner Worte nicht erklären...
Dani
2003-08-19 12:49:07 Uhr
Rockola wurde verschandelt. Wie bei vielen jungen Bands. Das was man da zu hören bekam war weichgespült und ausgebleicht. Diesselben Songs erkennt man live fast nicht wieder. Ok... schon gut, ich warte ab.
Armin
2003-08-14 12:30:22 Uhr
Reges Interesse... wie ist das, wirds da ne Rezi zu geben?

Wird es.

Ich bitte euch. Ich weiß das es diesmal besser wird.

Kann ich leider nicht versprechen. Das hängt vom Album ab. Und das ist nicht wirklich deutlich besser als "Rockola"...
Dani
2003-08-14 12:18:08 Uhr
Reges Interesse... wie ist das, wirds da ne Rezi zu geben? Ich bitte euch. Ich weiß das es diesmal besser wird.
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