The Used - Heartwork

The Used- Heartwork

Hassle / Membran
VÖ: 24.04.2020

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Die Übergangslösung

Das Ding schien klar zu sein. Kollege Martin Smeets hatte 2017 den endgültigen Abgesang auf The Used vermutlich schon griffbereit in der Schublade liegen. Was sollte nach 8/10, 5/10, 4/10, 3/10, 4/10 und 2/10 auch schon folgen? Von einer Band, "die sich den Ruf erarbeitet hat, regelmäßig eher vernachlässigbare Alben zu veröffentlichen" war die Rede gewesen. Doch Pustekuchen: "The canyon" schaffte es, "einer Band, die unrettbar verirrt erschien, eine neue Identität und eine Zukunft zu verschaffen" und ergatterte eine 7/10. Liegt die Messlatte bei Studioalbum Nummer acht nun also doch wieder höher und kann "Heartwork" an das Niveau des Vorgängers anknüpfen?

Zugegebenermaßen hielt sich der Andrang bei der allwöchentlichen Zuteilungsrunde auch dieses Mal wieder in überschaubaren Grenzen. Freiwillige vor! Hm ja, ok. Einer muss es ja machen. Doch siehe da: Ganz so verkehrt ist "Heartwork" gar nicht geworden. Auch wenn man die Riffs und Drums der ersten 15 Sekunden des Openers "Paradise Lost, a poem by John Milton" mit Sicherheit schon x-mal im Punkrockemowhatevercore-Kosmos gehört hat, entwickelt sich schnell ein melodisch-krachender Auftakt, den auch Bert McCrackens Lieblingsautor vermutlich nicht geskippt hätte. Geschwindigkeit und ein melodischer Refrain sind auch bei der ersten Singleauskopplung "Blow me" bewährtes Mittel der Wahl, bevor der Song unter tatkräftiger Mithilfe von Fever 333s Jason Aalon Butler zu einem schleppenden Wutausbruch mutiert.

Apropos Mithilfe: Mit den nach wie vor sehr umtriebigen Mark Hoppus und Travis Barker sind zwei Drittel von Blink-182 am Start, die in den letzten Jahren sicherlich nicht weniger schlechte Kritik vor den Latz geknallt bekommen haben als The Used. Während "Obvious blasé" gute, aber eher standardisierte Kost in Pop-Punk serviert, verwandelt sich "The lighthouse" nach reduziertem Beginn in eine arg gewöhnungsbedürftige, aber seltsamerweise doch irgendwie Laune machende Dance-Nummer. Überhaupt scheint das Quartett aus Utah, bei dem Ex-Thieves-And-Liars-Gitarrist Joey Bradford seine Album-Premiere feiert, sehr auf Elektro abzufahren und gerne mal das Tanzbein zu schwingen – oder was wollen uns die Herren mit "Cathedral bell" und "Clean cut heals" sagen? Kann man mal machen, aber der Grat zum billig klingenden Remix kann mitunter recht schmal sein.

Hinter den Reglern von "Heartwork", dessen Titeltrack lediglich aus einer eineinhalbminütigen Interlude besteht, saß dieses Mal übrigens wieder Punkrock-Urgestein und Goldfinger-Kopf John Feldmann, der The Used bereits in den Anfangsjahren unter seinen Fittichen hatte. Seine Handschrift hört man insbesondere Songs wie dem stampfenden "BIG, WANNA BE", "Bloody nose" oder "Darkness bleeds, FOTF" an. So richtig geschrien wird bei The Used anno 2020 nicht mehr allzu oft – bei "Wow, I hate this song", einem gelungenen Feuerwerk aus laut und leise, Lärm und Melodie, dem sperrigen "The lottery", dem bereits erwähnten "Blow me" oder dem krachigen Ende des Piano-Rausschmeißers "To feel something" geht es aber nochmals ans Eingemachte. Bis auf weiteres ist das in Ordnung – ob es jedoch auch in Zukunft so ist, erfahren wir dann beim nächsten Mal. Martin ist auch schon gespannt.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Paradise Lost, a poem by John Milton
  • Blow me (feat. Jason Aalon Butler)
  • Wow, I hate this song

Tracklist

  1. Paradise Lost, a poem by John Milton
  2. Blow me (feat. Jason Aalon Butler)
  3. BIG, WANNA BE
  4. Bloody nose
  5. Wow, I hate this song
  6. My cocoon
  7. Cathedral bell
  8. 1984 (Infinite jest)
  9. Gravity's rainbow
  10. Clean cut heals
  11. Heartwork
  12. The lighthouse (feat. Mark Hoppus)
  13. Obvious blasé (feat. Travis Barker)
  14. The lottery (feat. Caleb Shomo)
  15. Darkness bleeds, FOTF
  16. To feel something

Gesamtspielzeit: 46:17 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 17913

Registriert seit 08.01.2012

2020-04-17 20:46:22 Uhr - Newsbeitrag


THE USED

Neuer Song"Cathedral Bell"

Musikvideo

Album "Heartwork" am 24.04.

THE USED veröffentlichen eine Woche vor dem Release des Albums "Heartwork“ (erstmals auf Hassle Records), das Video zu ihrer neuen Single "Cathedral Bell“:

"Cathedral Bell" Video

Sänger Bert McCracken kommentiert den eingängigen Song wie folgt:
"It reminds me of being a little kid," had a really hard time with sleeping when I was younger. I just never wanted to go to bed, and when I did, I could never sleep. It just reminds me of being young and in the dark and up way past my bedtime.“

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 17913

Registriert seit 08.01.2012

2020-04-15 20:31:20 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

tjsifi

Postings: 434

Registriert seit 22.09.2015

2020-02-13 16:48:24 Uhr
Lerne das Debut gerade kennen und bin sehr angetan. Die beiden nueen Songs finde ich auch richtig gut.

Zu Feldmann: Ja, ich gebe zu dass mir seine Produktion rein soundmässig echt gut gefällt. Bspw. bei Fever 333. Mit den von ihm produzierten Bands/Alben/Songs kann ich aber ausser eben mit Fever333 oder jetzt dem The Used Debut eher wenig anfangen.

Oceantoolhead

Postings: 1324

Registriert seit 22.09.2014

2020-02-13 16:20:21 Uhr
Nachtrag: Die neuen Songs reißen mich im übrigen nicht vom Hocker und habe auch kaum verlangen Sie öfter zuhören. Vielleicht bin ich auch einfach durch mit der Band.

Ganz vergessen: Die Ocean in the Sky EP, welche zwischen den biederen Alben Vulnerable und Imaginary Enemy erschiehn, war ein kurzes Aufbäumen alter und (vielleicht unterdrückter) neuer Qualitäten - schade das die Band darauf nicht aufgebaut hat.

Oceantoolhead

Postings: 1324

Registriert seit 22.09.2014

2020-02-13 16:16:20 Uhr
Kann da Martin nicht so ganz zustimmen. So cool das Konzept hinter der Produktion von The Canyon auch war, so saft- und kraftlos was für mich das Ergebnis. Eine konventionellere Produktion hätte der Platte mMn gut getan. Bei der Fülle an Songs war auch der ein oder andere Ausfall dabei - vllt hätten die Band doch ein 11 oder 12 Trackalbum draus machen sollen.
Nicht desto trotz ist 'the Canyon' wieder etwas bzw. deutlich besser als seine 3 Vorgänger, vor denen ich nur abraten kann.
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