The Jealous Sound - Kill them with kindness

The Jealous Sound- Kill them with kindness

Better Looking / Green Hell
VÖ: 18.08.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hear you me

Es war einmal eine Band, die sich durch nicht viel von allen anderen abhob. Nur durch eines, genau genommen. Knapsack hieß das Quartett, und Blair Shehan ihr Vorsteher. Und genau er machte auch diesen feinen Unterschied. Mit der vielleicht faszinierendsten Stimme zwischen "E", "M" und "O" gesegnet, krächzte, brüllte, hauchte und schmeichelte er sogar jenen Songs Leben ein, in denen gar kein Herz klopfte. Durchschnittliche Kompositionen und eine famose Stimme - der Stoff, der für eine Legende genügt.

Knapsack sind Geschichte, The Jealous Sound die Gegenwart. "There is hope for us". Könnte ein Album zuversichtlicher beginnen? Aber um Optimismus alleine geht es hier keineswegs. "You were matches and kerosene". Herz, Schmerz und alles, was dazugehört. Es wird wieder gebettelt und gefleht, gegreint und geheult, gelitten und geliebt. "Can you sing for me? / Can you sing it out? / Kiss me on the mouth!" Und das alles innerhalb eines Songs.

Und doch ist etwas anders im Jetzt und Heute. Blair Shehan hat entdeckt, daß nicht nur sägende Gitarren seine Freunde im Kampf für und wider die Frauen dieser Welt sein können. Das Keyboard steht frisch gescheitelt an seiner Seite und bietet ihm, wenn nötig, Rückendeckung. Startet für "The fold out" die Zeitmaschine in die Achtziger und kommt mit einem Synthie-Intro zurück. Und hält Shenans Kopf hoch, wenn die Lady in "Naive" unwirsch auf seine Schwächen hinweist: "She said to me: 'Darling, well, please don't be so naive!'" Ein gequältes Lächeln blitzt im Mundwinkel, und ein Funkeln in den Augen.

Trotz entwaffnender Lyrics, putziger Melodien und Shenans unbeschreiblicher Stimme geben The Jealous Sound dennoch einige Rätsel auf: Wieso von der zu recht überall euphorisch gefeierten, selbstbetitelten Vorab-EP mit "Anxious arms" ausgerechnet der schwächste Song den Weg auf das Album gefunden hat, beispielsweise. Auch bleibt ein Geheimnis, wieso denn unbedingt der sechsminütige "Recovery room" sein muß, bevor einen "Aboves the waves" galant entläßt. Aber sind es nicht gerade diese unerklärlichen Schwächen, die man am anderen so liebt? Sie bringen einen um. Ganz langsam, ganz zärtlich.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Naive
  • The gift horse

Tracklist

  1. Hope for us
  2. Naive
  3. Anxious arms
  4. The fold out
  5. The gift horse
  6. Does that make sense
  7. Guard it closely
  8. For once in your life
  9. Abandon! Abandon!
  10. Troublesome
  11. Recovery room
  12. Above the waves

Gesamtspielzeit: 47:35 min.

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